Stadtentwicklung

Online-Umfrage zur Zukunft von Haldensleben zeigt Defizite und Wünsche auf

Wie Haldensleben in Zukunft aussehen könnte, das kann derzeit im Internet diskutiert werden. Dabei wird deutlich: Es liegt noch so einiges im Argen in der Kreisstadt - doch Potenzial zur Weiterentwicklung der Stadt ist durchaus vorhanden.

Von Jens Kusian
Kein schöner Willkommensgruß: Die Haldensleber Roland-Lichtspiele am Jungfernstieg haben schon bessere Tage gesehen. Seit Jahren schon "begrüßt" das marode Gebäude neben der ehemaligen Gaststätte "Friedenseck", das sich in einem ähnlichen Zustand befindet, die Haldensleber Besucher. Ob sich das in Zukunft mit dem neuen Stadtentwicklungskonzept ändern könnte?
Kein schöner Willkommensgruß: Die Haldensleber Roland-Lichtspiele am Jungfernstieg haben schon bessere Tage gesehen. Seit Jahren schon "begrüßt" das marode Gebäude neben der ehemaligen Gaststätte "Friedenseck", das sich in einem ähnlichen Zustand befindet, die Haldensleber Besucher. Ob sich das in Zukunft mit dem neuen Stadtentwicklungskonzept ändern könnte? Foto: Jens Kusian

Haldensleben - Noch können die Haldensleber ihre Ideen zur Entwicklung der Stadt einbringen. Punkt 24 Uhr wird am Donnerstag, 24. Juni, die achtwöchige Diskussionsrunde, an der jeder teilnehmen kann und konnte, beendet. Anschließend werden die Ergebnisse vom Beirat für das Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Insek) „Haldensleben 2030“ sowie vom „Büro für urbane Projekte“ Leipzig, welches das Insek erarbeitet, ausgewertet.

In acht Schwerpunktbereiche war die Diskussion gegliedert. Unterschiedlich stark wurden zu den jeweiligen Themen die Diskussion im Internet geführt. Auf großes Interesse stieß beispielsweise das Thema „Städtebau und Wohnen“. Bezahlbarer Wohnraum, gerade von größeren Wohnungen für Familien mit Kindern, die Sanierung in die Jahre gekommener Gebäude sowie die Weiternutzung von Bauernhöfen in den Ortsteilen als Wohngebäude wurden angeregt. Ein Wunsch ist auch, das Quartier um den Bahnhof herum weiter zu entwickeln, damit dieser Bereich dem Anspruch, „Eingangstor“ für die Stadt zu sein, gerecht werden könnte.

Mehr Belebung für die Innenstadt

Um die Innenstadt attraktiver zu machen, sollte dort auch wirkliches Leben einziehen - über den Einzelhandel hinaus. Gerade die Entwicklung der Hagenstraße haben die Diskussionsteilnehmer in ihren Fokus gerückt. Gezielte Kaufangebote für junge Leute, eine bessere Vernetzung der Einzelhändler untereinander oder unkonventionelle Betreuungsangebote für Kinder, damit die Eltern in Ruhe bummeln können - diese und weitere Idee wurden zum Thema „Wirtschaft, Beschäftigung und Handel“ geäußert.

Ebenfalls auf großes Interesse stieß der Themenkomplex „Kultur, Tourismus, Freizeit und Sport“. Eine Verbesserung des Radwegenetzes in der Stadt sowie eine bessere Anbindung der Ortsteile, die Schaffung weiterer, auch naturnaher Spielplätze für Kinder, mehr Möglichkeiten, damit die Jugend sich kreativ in Haldensleben entfalten kann - diese Wünsche finden sich in der Diskussionsrunde. Vorgeschlagen wurde zudem ein stärkerer Ausbau des Ökotourismus, beispielsweise mit außergewöhnlichen Übernachtungsmöglichkeiten.

Im Bereich „Digitalisierung“ besteht unter anderem der Wunsch nach mehr digitalem Bürgerservice, der nach aktuellem Stand noch verbessert werden sollte - auch was das Thema Sicherheit und Datenschutz angeht. Angeregt wurde auch, sich über die Stadtratssitzungen wieder online informieren zu können.

Insek-Beschloss schon im Dezember möglich

Derzeit und noch bis Ende Juli werden die konkreten Maßnahmen für die nächsten Jahre zusammengetragen, in die auch die Online-Anregungen mit einfließen sollen. Das Ganze werde nach den Ferien im Insek-Beirat und in den Fachausschüssen des Stadtrats besprochen und im Oktober noch einmal in die Öffentlichkeitsbeteiligung per Internet gehen, nennt Stadtpressesprecher Lutz Zimmermann die nächsten Schritte. Dafür soll dann erneut das Online-Diskussionsforum genutzt werden. In der Dezembersitzung des Stadtrates könnte das Konzept dann beschlossen werden.

Unter www.civocracy.org/haldensleben kann aktuell noch bis Donnerstag, 27. Juni, 24 Uhr mitdiskutiert werden.