Bebertal/Haldensleben l Die Arbeit mit Schafen hat Karl-Heinz Eggert bereits im Alter von zehn Jahren Freude bereitet. In der Schäferei seines Vaters half er beim Hüten. Seit 1991 betreibt er in Bebertal seine eigene Schäferei. Im Laufe der Jahre wechselte er die Rasse – von den Suffolk-Schafen auf Rhönschafe. „Die Suffolk-Schafe haben wir nicht mehr, weil sie sehr schwer waren“, erklärt Christina Eggert. Sie hilft ihrem Mann bei der Arbeit mit den Schafen und ist für die Fütterung der Lämmer zuständig.

300 Mutterschafe und etwa 500 Lämmer grasen derzeit auf der Wiese des Schäfers bei Bebertal. „Das sieht richtig schön aus, wenn sie da liegen mit ihrem schwarzen Kopf“, sagt Karl-Heinz Eggert. Der Tag des Ehepaars beginnt um 6.30 Uhr. Nach dem Frühstück geht es auf die Weide. Dann werden die Mutterschafe mit Getreide gefüttert. „Wir stellen sie eng mit ihren Lämmern zusammen“, erklärt der Schäfer. So können sie erkennen, welche Lämmer noch zusätzliche Milch benötigen. Dazu gehören schwächere Lämmer oder Zwillinge.

„Die meisten kommen jetzt schon von allein an die Eimer“, erzählt Christina Eggert. In den Eimern befindet sich Trockenmilch, die mit zusätzlichen Inhaltsstoffen versehen ist. Um die warm angerührte Milch haltbar zu machen, gibt es eine sogenannte Kalttränke. Diese wird mit Ameisensäure angemischt. „Das ist besser verdaulich für die Lämmer“, erklärt Christina Eggert.

Mit der Futterversorgung seiner Schafe hat Karl-Heinz Eggert trotz Corona-Krise keine Probleme. Das Futter bezieht er unter anderem von ortsansässigen Bauern. Die Lämmer werden zweimal am Tag gefüttert. Die Mutterschafe bekommen nach ihrer Fütterung am Morgen Heu zur freien Verfügung.

Sind die Lämmer fünf Monate alt und haben ein Gewicht von etwa 38 Kilogramm, verkauft Karl-Heinz Eggert sie an Viehhändler aus ganz Deutschland. Früher war dies zur Osterzeit, da sie dann das entsprechende Gewicht hatten. Mittlerweile hat sich der Verkauf auf den Mai verschoben. Im vergangenen Jahr waren das 250 Lämmer. Doch dafür Abnehmer zu finden, war schwer. „Wenn Sie in den Großmarkt gehen, bekommen Sie neuseeländisches Lamm viel günstiger“, sagt der 72-Jährige. Doch dann fand sich doch noch ein Händler, an den er die Lämmer verkaufen konnte. Wie der Verkauf der Jungtiere in diesem Jahr verlaufen wird, ist schwer abzusehen. Ab dem 11. Mai kann Eggert die Tiere zum Kauf anbieten.

Die Preise pro Kilogramm Lebendgewicht ändern sich von Woche zu Woche. Über mögliche Auswirkungen der Corona-Krise auf den Verkauf der Lämmer mache er sich keine Gedanken. In seiner wöchentlich erscheinenden Landwirtschaftszeitung informiert er sich über die aktuell gültigen Preise. Diese seien derzeit stabil.

Kein Gedanke ans Aufhören

Ans Aufhören denkt das Ehepaar Eggert noch nicht. „Wir brauchen kein Fitnessstudio, wir haben unsere Bewegung“, sagt Christina Eggert. Die Arbeit macht laut Karl-Heinz Eggert Spaß, weil er und seine Frau immer in der Natur sind: „Die altersbedingten kleinen Wehwehchen rücken durch die Arbeit mit den Schafen immer mehr in den Hintergrund.“

In der Osterzeit kommen immer wieder Familien mit ihren Kindern vorbei, um sich die Osterlämmer anzuschauen. In diesem Jahr ist es aufgrund der momentanen Situation dem Schäfer nicht möglich, die Kinder näher an die Lämmer heran zulassen. Da die Tiere festgehalten werden müssen, ist der Abstand von 1,50 Meter für das Ehepaar Eggert zu den Besuchern nicht einzuhalten. „Die Kinder möchten gern mal ein Lamm streicheln, aber das geht ja jetzt nicht“, sagt Eggert. Er bedauert dies sehr.

Das Lamm ist in vielen Familien an Ostern als traditionelles Gericht nicht wegzudenken. Auch Sascha Oldenburg von Winchen-Delikatessen bietet zu Ostern Lammkeule in seinem Lieferservice an. Er verrät, wie Lammkeule in der eigenen Küche gelingt. „Das Fleisch am besten beim Fleischer des Vertrauens kaufen“, sagt der Haldensleber Koch. Gut sei es, die Lammkeule immer mit Knochen zu kaufen, da der Knochen die Soße kräftiger macht. Das Fleisch sollte nicht zu kräftig rot aussehen. „Dann ist es nicht gut gereift“, begründet Oldenburg. Beim Kauf einer Lammkeule sollte außerdem darauf geachtet werden, dass nicht das ganze Fett von der Keule abgeschnitten ist. „Die Lammkeule sollte gut gereift und frisch gekauft werden. Alternativ geht aber auch das Tiefkühlprodukt, wenn man es nicht frisch bekommt“, sagt Oldenburg.

Um den Geschmack des Lamms hervorzuheben, muss kräftig gewürzt werden. „Rosmarin und Thymian eignen sich perfekt dazu. Mit Salz, Pfeffer und Kräutern marinieren und über Nacht einziehen lassen“, erklärt der Haldensleber Koch. Am nächsten Tag wird die Lammkeule scharf angebraten. Danach wird Wurzelgemüse, Rotwein und Brühe hinzugegeben und die Keule langsam geschmort. Die entstandene Soße wird mit kalter Butter gebunden und Zitronenabrieb verfeinert. „Als Beilagen für die Lammkeule eignen sich perfekt Bohnen, Blumenkohl, Rosenkohl oder gebackener Kürbis“, sagt Oldenburg. Als weitere Beilagen empfiehlt er Kartoffeln, Kräuterstampf oder Kartoffelgratin.

Hefekranz wird jedes Jahr an Ostern angeboten

Zu Ostern darf auch ein typisches Ostergebäck nicht fehlen: der Hefezopf. Bäcker Mike Lippmann stellt jedes Jahr zu Ostern seinen Osterkranz her. „Der Kranz ist aus einem süßen Teig“, erklärt der Bäcker. Der Kranz wird aus den gleichen Zutaten wie der Zopf hergestellt. „Die Kunden nehmen ihn als Geschenk mit. Er ist wie ein Osternest“, erklärt Lippmann. In den Osterkranz gehört wie auch in den Hefezopf die Hefe. Diese ist derzeit in den Supermärkten stark gefragt. Auch einige Bäckereien haben Probleme, die Backzutat zu bekommen. „Wir haben ja unsere Lieferanten und wir haben da keine Probleme“, erklärt Lippmann. Wer allerdings Zuhause Hefe benötigt, könne diese auch selber herstellen, sagt Bäcker Lippmann. „Das habe ich aber auch noch nicht gemacht“, gesteht er.