Behnsdorf l Obwohl alle Kinder der „Villa Sonnenschein“ auf dem Spielplatz ihrer Kindertagesstätte (Kita) waren, blieb es mucksmäuschenstill. Anlässlich des in diesem Monat stattfindenden Tages des Baumes pflanzten die Kinder erstmals gemeinsam mit ihren Erzieherinnen sowie Angela Kummert und Axel Rose vom Betreuungsforstamt Flechtingen einen Baum. Aber nicht irgendeinen, sondern mit der Esskastanie den Baum des Jahres 2018.

„Wenn wir auch Esskastanie sagen, so ist der Baum eigentlich eine Buchenart“, sagte Angela Kummert, die seit dem vergangenen Herbst in der Behnsdorfer Kita die künftigen Schulanfänger zu Waldfüchsen ausbildet. Der Baum, vor rund 2000 Jahren vor allem im südwestdeutschen Raum angebaut, kann bis zu 30 Meter hoch wachsen, sein Stamm bis zu 9 Meter im Umfang messen.

Esskastanie ist Baum des Jahres

Bis es soweit ist, wird es in Behnsdorf aber noch eine ganz Weile dauern, denn das kleine Jungbäumchen hat gerade erst Fingerstärke erreicht. Gerade deshalb wollen ihn die Mädchen und Jungen natürlich besonders pflegen. Mit dem Lied „Ich bin der Baum vor deinem Haus“ besiegelten die Kinder den Pflegepakt, den darin heißt es bekanntermaßen „Wenn du vorbei gehst, grüß mich mal, wenn es trocken ist, gieß mich mal, tu das mal für mich, tu das mal für mich“.

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Nicht nur Lieder wie „Alle Vögel sind schon da“ hatten die Kinder in rund zwei Wochen mit ihren Erzieherinnen eingeübt, auch Gedichte, allesamt drehten sich um die Natur. Die Igel- und Eichhörnchen-Kinder hatten natürlich die Igel und Eichhörnchen thematisiert. Und natürlich hatte Angela Kummert ihren Schützlingen ebenfalls viele Dinge über die Esskastanie vermittelt. So wussten die Kinder, dass die grüne Schale um die Früchte ganz furchtbar piksen kann, die mahagonibraunen Früchte im Inneren hingegen ganz glatt und glänzend sind.

Urkunde als Erinnerung

Die Erzieherinnen freuen sich besonders auf die gelblich-weißen Blütenkätzchen, die im Juni und Juli zum Vorschein kommen und ihre ganze Schönheit der Sonne entgegenstrecken. Bis dahin wird aber noch einige Zeit vergehen, denn die Jungpflanze muss sich erst einmal an ihren neuen Standort gewöhnen und kräftig wachsen.

Denn so ein Baum wie die Esskastanie ist wichtig für viele Tiere, wussten nicht nur die „Waldfüchse“. Auch wenn diese Baumart in der Region nicht so häufig vorkommt, wie Revierförster Axel Rose berichtete, in seinem Bereich gebe es einen stolzen Bestand, der schon rund 150 Jahre alt ist.

Das Jungbäumchen auf dem Kita-Gelände hat eine eigene Urkunde erhalten, die an den Tag der Pflanzaktion und die Kinder aus den Käfer-, Igel und Eichhörnchengruppen in Behnsdorf erinnern soll.

Kinder wollen Baum pflegen

Ganz eifrig griffen Sam und Elias zu ihren Spaten, um Kita-Leiterin Sabine Bode, die zuvor schon die Kinder bei ihrem Gesang auf der Gitarre begleitet hatte, beim Einpflanzen zu helfen. Axel Rose sorgte unterdessen für das erste Wässern des Bäumchens, damit es auch ordentlich anwachsen kann.

Damit es für die Kinder auch ein ganz besonderer Tag wurde, hatte Sabine Bode Opa Harald alias Harald Wirth engagiert. Er stellte sich nach der Pflanzaktion an den aufgebauten Grill, um den Kindern eine Wurst zu grillen.

Bei ihm bedankte sich die ganze Kindertagesstätte ebenso mit einem Präsent wie bei Angela Kummert und Axel Rose, die die Aktion überhaupt erst möglich gemacht hatten. Nach der Aktion hatten sich die Kinder das laute Spielen auf ihrem Platz redlich verdient.