Haldensleben l „Es ist vielleicht das eine oder andere falsch gelaufen. Aber es wäre sehr schade, wenn ein solches Projekt nicht die Chance bekäme zu wachsen“, erklärte Konstanze Bajerski. Sie gehört zur Interessengemeinschaft „Netzwerk Gemeinschaftsgarten“. Die hat sich gebildet, um das Projekt in Haldensleben umzusetzen.

Zusammen mit Christian Feißel war Konstanze Bajerski auf der jüngsten Sitzung des Bauausschusses zu Gast. Deutschlandweit gebe es über 600 registrierte Gemeinschaftsgärten. Die tatsächliche Zahl sei vermutlich weit höher, informierte sie. „Wir wollen alles daran setzen, generationenübergreifend Menschen ins Boot zu holen“, betonte sie.

Zusammenarbeit im Mittelpunkt

Außerdem wünsche sich das Netzwerk Partnerschaften mit Schulen, Kindergärten und Seniorenheimen. „Die Stadtverwaltung möchte das Projekt weiter unterstützen“, sagte Bauamtsleiter Holger Waldmann. Allerdings komme ein Grundstück dafür nur dann infrage, wenn sich nicht schon im Vorfeld ein Konflikt abzeichne.

Zur Erinnerung: 2018 hatten Mitglieder des Vereins Khepera die Idee des Gemeinschaftsgartens zum ersten Mal vor dem Bauausschuss vorgestellt. Die Stadtverwaltung signalisierte Unterstützung. Das Projekt sollte auf einer städtischen Fläche am Pfändegraben Gestalt annehmen. Doch bei einer Präsentation im Rahmen des Altstadtfestes äußerten Anwohner Unmut. Viele fühlten sich unzureichend informiert. Einige äußerten Sorgen im Hinblick auf Lärm oder Müll.

Viele Anwohner skeptisch

Vor dem Bauausschuss betonte Konstanze Bajerski, dass ein Gemeinschaftsgarten keine „Partyzone“ sei. Das Netzwerk sei ein gewöhnlicher Anlieger mit den üblichen Rechten und Pflichten. Die Interessengemeinschaft müsse sich an Regeln halten – wie zum Beispiel an die Mittagsruhe. „Wir haben den zweiten Schritt vor dem ersten gemacht und die Anwohner etwas überrannt“, räumte Christian Feißel ein. „Wir hätten ausführlicher miteinander sprechen sollen, bevor wir das Projekt öffentlich vorstellen. Aber wir haben aus unseren Fehlern gelernt.“

Wie Holger Waldmann erklärte, habe es zwei Zusammenkünfte von Mitarbeitern der Verwaltung und Mitgliedern des Netzwerks gegeben. Beide Seiten hätten nach Alternativflächen gesucht und diese geprüft. Insgesamt ging es um sieben Grundstücke. Die meisten liegen am Rand des Stadtzentrums, eine befindet sich auf dem Süplinger Berg. Eigentümer sind entweder die Stadt, die Kirche oder auch Privatpersonen.

Alternativflächen gesucht

Alfred Karl (AfD/Bürgerfraktion) regte an, dass ein Gemeinschaftsgarten in einem Neubaugebiet auf besonderes Interesse stoßen könnte. Immerhin gebe es dort sonst wenig Grün. Doch durch einen Standort auf dem Süplinger Berg werde aus einem generationenübergreifenden Projekt auch ein interkulturelles und soziales Projekt, so Christian Feißel. Das sei gut. Aber es übersteige die Möglichkeiten der Interessengemeinschaft, denn diesem Fall brauche es Unterstützung durch Sozialarbeiter.

Christian Feißel informierte, nach welchen Kriterien die Grundstücke geprüft wurden. Unter anderem ging es um die Größe, die Bodenbeschaffenheit, die einfache Zugänglichkeit und das Thema Baurecht. Letztlich sei das Grundstück am Pfändegraben nach Ansicht des Netzwerks weiterhin am besten geeignet. Das liege nicht zuletzt an der Nähe zu einem Kindergarten, einer Grundschule und zu einer Senioreneinrichtung. Aus diesem Grund will das Netzwerk einen zweiten Anlauf starten.

Info-Abend am 21. Februar

Guido Henke (Linke) bat darum, die Befürchtungen der Anwohner ernst zu nehmen. „Ein solches Projekt ist dann erfolgreich, wenn es in Gemeinschaft mit den Nachbarn praktiziert wird“, mahnte der Stadtrat. Das soll laut Konstanze Bajerski und Christian Feißel geschehen. Am Donnerstag, 21. Februar, findet deshalb eine Info-Veranstaltung im Mehrgenerationenhaus EHFA statt. Die Einladungen seien verteilt. Es gehe darum, Bedenken Raum zu geben und „gemeinsam Wege eines nachhaltigen Miteinanders“ zu finden. Beginn ist um 18.30 Uhr. Um Rückmeldungen und Anmeldungen unter info@khepera-ev.de wird gebeten.