Haldensleben l Wie geht es der deutschen Wirtschaft? Große allgemeine Verunsicherung, scheint die Antwort. Erstmals seit Beginn 2015 legt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal zum vorherigen nicht zu, so schreibt es das Magazin Focus Money. Weitaus klarer die Bilanz der Vorjahre. Im Dezember war die Arbeitslosenquote auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung, das verfügbare Einkommen privater Haushalte ist in den vergangenen zehn Jahren auf 22.622 Euro gestiegen. Aber: Diese Tendenz erreicht nicht alle Regionen Deutschlands gleichermaßen.

Das zeigt auch ein Blick in die Region. Der Landkreis Börde ist mit Platz 273 auf Platz zwei in Sachsen-Anhalt. Nur der Saalekreis landet noch ein paar Plätze weiter vorne, auf dem 254. Rang. Schlusslicht im Land sind das Jerichower Land (Platz 368) und der Altmarkkreis Salzwedel (Platz 374). Insgesamt hat Focus Money 375 Landkreise ausgewertet.

Nur Platz 273 im Bund

Das verfügbare Einkommen pro Bewohner betrug im Jahr davor 19.778 Euro. Dieses ist zwar von 2012 bis 2016 insgesamt gestiegen – ob dies regionaler Entwicklungen oder der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung geschuldet ist, bleibt offen. Zum Vergleich: Gesamtsieger Landkreis Ebersberg in Bayern kommt auf 26.614 Euro pro Jahr und Einwohner.

Einen deutlichen Zuwachs kann der Landkreis Börde in der Sparte Bruttoinlandsprodukt verzeichnen. Im Jahr 2016 hat sich dieses um stolze 3,68 Prozent gesteigert. Ein Blick zu den Nachbarn: Im Harz hat es sich nur um 1,68 Prozent gesteigert, im Jerichower Land gar nur um 0,62 Prozent.

Ostdeutschland holt im Gesamtbild auf

Auch wenn der Landkreis nicht gut abschneidet, so zeigt sich dennoch im Gesamtbild: Ostdeutschland hat im Ranking aufgeholt. Mit Rang 32 ist der Kreis Teltow-Fläming der bestplatzierte ostdeutsche Landkreis seit Erstellung des Rankings. Ein Beigeschmack bleibt trotzdem – so befindet sich der Großteil der „Flop 30“ im Ranking in den neuen Bundesländern, mit den drei Schlusslichtern Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.

Das Ranking von Focus Money bewertet die Landkreise nach rein ökonomischen Kriterien: durchschnittliche jährliche Arbeitslosenquote, verfügbares Einkommen je Einwohner, Veränderung des Bruttoinlandsproduktes zum Vorjahr, Veränderung der Erwerbstätigenzahl zum Vorjahr, Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen, Investitionen im verarbeitenden Gewerbe je Beschäftigten, Veränderung der Bevölkerung zum Vorjahr.

Schlecht bei Gesundheit und Sicherheit

Nur – kann blankes Zahlenwerk den Wert einer Region abbilden? Was macht sie lebenswert? Dieser Frage ging vor knapp einem Jahr die Studie „Wo lebt es sich am besten?“ nach, im Auftrag des ZDF. Im Ranking von insgesamt 401 Landkreisen rangiert der Landkreis Börde hier auf Platz 296. Besonders schlecht schneidet die Region im Bereich Gesundheit und Sicherheit ab (Platz 328).

Im Mittelfeld findet sie sich im Bereich Freizeit und Natur (Platz 217) und Arbeit und Wohnen (Platz 245) wieder.