Bebertal l Die Gärtnerei ist für Heinz Raecke aus Bebertal nicht nur ein Hobby. Quasi sein ganzes Leben beschäftigt er sich schon damit und das die meiste Zeit beruflich. Ob in der Altmark oder in der Börde, die Arbeit des gebürtigen Bebertalers ist allerorten zu bewundern. Überall gedeihen Bäume und Pflanzen, die er einst als Samen oder kleine Gewächse ausgebracht hat.

„Vor meiner Zeit als Rentner habe ich mich vermehrt dem Obstanbau gewidmet“, erzählt der 81-Jährige beim Termin mit der Volksstimme. „Die Gartenarbeit und die Hege und Pflege von Pflanzen liegen mir nun einmal im Blut.“ Das verbindet sich auch ganz gut mit einem besonderen Hobby des Bebertalers. Er besitzt auch jetzt noch einige Bienenstöcke. „Mein Engagement ist auf diesem Gebiet mittlerweile doch etwas zurückgegangen“, berichtet er weiter. „Früher waren wir oft in der Börde und der Altmark mit Bienenwagen unterwegs.“ Jetzt ist er, zusammen mit einem Bekannten, in seinem Garten stationär geworden.

Viele Blumen und Gewächse vorgezogen

Heinz Raecke ist im „Honigeschäft“ seit 1954 aktiv und betreut den 600 Quadratmeter Garten seit 1957. „Seinerzeit habe ich das Grundstück gekauft und die Gartenfläche gleich mit angepachtet“, sagt er. Das war auch notwendig für ihn und seine vielfältigen Aufgaben. So war er als Bienenweiden-Verantwortlicher tätig und hat zu Hause alle möglichen Arten von Blumen und Gewächsen vorgezogen, um sie später an interessierte Imker zu vergeben. Ähnlich verhielt es sich beim Gartenbau. Über die langen Jahrzehnte sind viele Bäume, die heute in der Umgebung zu finden sind, hier quasi in der Kinderstube aufgewachsen.

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Das ist auch noch heute so. Ein gutes Beispiel dafür ist der Blauglockenbaum. „Die Samen dafür habe ich Anfang der 70er Jahre in Dortmund von einem Baum geschüttelt“, verrät er. „Die musste ich als Gartenfreund einfach haben.“

Baum als ganzer Stolz

Vor vier Jahren wurde dann einer dieser Bäume in Bebertal gefällt. Er hatte es auf eine Höhe von gut 18 Metern gebracht und der Stamm wies einen Umfang von 94 Zentimetern auf. Ein Abkömmling dieses Baumes ist in diesem Jahr der ganze Stolz des 81-Jährigen. „Im Mai hat er als kleines Pflänzchen aus dem Boden geschaut und jetzt ist er 5,10 Meter hoch“, erzählt Raecke. „Das nenne ich einmal enorm schnellwachsend.“ Die Blätter haben einen Durchmesser von 73 Zentimetern.

„Das ist nur so vor der ersten Blüte“, beschreibt der Gärtner. „Danach sind die Blätter dann wesentlich kleiner.“ Raecke weiß aber noch viel mehr über den besonderen Baum zu berichten. „Er wird in der Botanik Paulownia tomentosa genannt und stammt aus Japan“, sagt er. „Entdeckt wurde er erst recht spät und er bekam den Namen des ersten japanischen Kaisers.“ Heute zählt er zu den invasiven Arten und dient der Holzgewinnung.

Holz ist gefragt und teuer

„Das Holz ist sehr begehrt und hat seinen Preis“, erzählt der Gärtner weiter. „Es ist sehr leicht und dabei enorm stabil.“ Raecke muss es wissen, denn ein weiteres Hobby von ihm war lange Zeit die Möbeltischlerei. „Eine Lösung für schnelle Aufforstungen von weiten Flächen wäre dieser Baum“, schlägt er vor. „In 30 bis 40 Jahren wäre ein ganzer Bestand zu verwerten und es würde sich sicher finanziell lohnen.“

Der Blauglockenbaum könnte übrigens schon bald im Hundisburger Landschaftspark heimisch werden. „Ich pflege seit Jahren einen guten Kontakt zum Schloss-und Landschaftsparkverwalter Harald Blanke“, sagt Hein Raecke. „Da habe ich schon so manche Pflanzensamen ausgereicht, die hier auch weiter verwendet worden sind.“

Dem Bebertaler liegt die Natur am Herzen. „Es gilt, den Kreislauf am Leben zu erhalten“, betont er. „Die Menschen sollten ihr Augenmerk viel mehr darauf lenken, denn ist der Zyklus erst einmal gestört – und das deutet sich an – dann entziehen wir uns die Lebensgrundlage. Das geht schneller als man denkt.“