Klein Ammensleben l Es herrscht Stille um die Kirche „St. Mauritius“. Längst sollte hier nach einer Zwangspause wegen klammer Kassen wieder gehämmert, gebohrt und geschliffen werden. Die notwendigen Fördergelder wurden vor einem halben Jahr zugesagt. Doch das Landesverwaltungsamt prüft weiterhin die Freigabe der Gelder.

Hintergrund: Das marode Dach der Kirche sollte saniert werden. Die Kirchengemeinde sammelte Spenden, akquirierte Fördergelder, beantragte Fördermittel. Als genug zusammen war, konnten die Bauarbeiten starten. Doch so schnell, wie die Bagger anrollten, verschwanden sie auch wieder. Das Geld ist der Kirchengemeinde schneller ausgegangen als gedacht.

Schwere Schäden am Dach

Das lag vor allem an der Menge der Schäden, die erst nach Baubeginn zutage traten. Die Südseite der Kirche neigt sich immer weiter nach außen, der Dachträger ist marode, im Turm zeigen sich Risse, das Bauwerk ist einsturzgefährdet – die Liste an Bauarbeiten in der Klein Ammensleber Kirche ist lang und wird immer länger. Insgesamt 103.000 Euro braucht die Kirchengemeinde zusätzlich zum geplanten Geld, um alle Schäden zu beseitigen

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Im November kam schließlich der Befreiungsschlag für die St.-Mauritius-Kirche. Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Colbitz-Letzlinger Heide gab das notwendige Geld für die abschließenden Arbeiten. Doch von Tatendrang ist in der Kirche immer noch keine Spur. „Die Fördergelder wurden noch nicht freigegeben“, sagt Bauingenieur Hans Joachim Nehrkorn und schüttelt den Kopf. Mehrere Punkte wurden in dem Sanierungsplan moniert.

Seit 20 Jahren hat sich der Ingenieur auf die Sanierung von Kirchen spezialisiert, aber so ein schwieriger Fall wie die Mauritius-Kirche sei ihm noch nicht untergekommen. „Die Kirche ist wirklich ein Überraschungspaket“, sagt Nehrkorn. Das Dach habe teilweise lose auf dem Kirchenschiff gelegen. „Dass das Dach so lange gehalten hat, ist fast ein Wunder“, sagt der Experte.

Mit mehreren Aktionen hat die Kirchengemeinde Geld gesammelt, um den lang ersehnten Traum der Sanierung zu erfüllen. „Selbst wenn die Gelder freigegeben werden, ist das Dach auch nicht in zwei Wochen saniert“, sagt Pfarrer Thomas Wolter. Für ihn ist der langwierige Bau eine traurige Angelegenheit. „Wir werden oft angesprochen, warum es nicht vorangeht in der Kirche. Aber uns sind gerade die Hände gebunden.“ Einen Winter habe die Baustelle überstanden. „Es darf auf gar keinen Fall ein zweiter hinzukommen“, sagt Thomas Wolter. Die Zeit drängt.