Lockstedt l „Zwischen Gott und Welt ist tatsächlich ein neues Dach entstanden – ein Schutz, der uns behütet. Wir haben einen Grund zum Feiern“, verkündete Pfarrer Thomas Vesterling beim Festgottesdienst in der Lockstedter Kirche.

Erinnerung an die Planungen

Der Pfarrer erinnerte sich an eine Kaffeerunde vor zwei Jahren im Dorfgemeinschaftshaus. „Damals haben wir uns gefragt, wie es mit der Kirche und vor allem mit dem kaputten Dach weiter gehen soll. Wir sind nicht arm, aber wir sind auch nicht reich. Dann haben wir es doch gewagt, nach vorn zu schauen und stolperten auf dem Weg über Regelungen, die noch keiner kannte“, beschrieb Vesterling. Papiere und Briefe wurden ständig zwischen Planungsbüro und Gemeinde ausgetauscht.

„Immer wieder merkten wir, dass der besorgte Blick aufs Dach noch da ist. Immer wenn Sie durch den Ort fuhren, ging der Blick nach oben, um festzustellen, ob wieder ein paar Ziegeln herunter gekommen sind“, dachte der Pfarrer zurück. Die Kirche sei – nach seinen Beschreibungen – durchlässiger geworden. „Das war auch schön, neben vertrauten Gesichtern kamen häufiger als zuvor Menschen zusammen, mit denen wir früher noch nicht Gottesdienst gefeiert hatten“, erinnerte sich der Geistliche.

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Projekt förderte die Gemeinschaft

Das Projekt, das noch von Pfarrer Jörg Oehlmann angestoßen wurde, förderte die Gemeinschaft. „Das Gebäude sollte wieder sicher werden und keine Gefahr darstellen – weder für die, welche draußen vorüber gehen, noch für die, die sich hier versammeln“, so der Geistliche. Die Kirche sollte wieder ein Zufluchtsort – auch in stürmischen Zeiten – sein.

Die Kirche als festes sicheres Haus – als Burg vielleicht sogar. „Ein Ort, wohin man geht, wenn man anderswo Gefahren ausgesetzt ist. Das ist ja eine klassische und traditionelle Funktion einer Kirche, die auch von Menschen, die nicht zur Gemeinde gehören, anerkannt und bei Bedarf auch in Anspruch genommen wird.“

Feuerwehr hat geholfen

Als Beispiel von Menschen, die bei den Sanierungsarbeiten halfen, nannte der Pfarrer die Lockstedter Feuerwehrleute.

Die Baumaßnahme kostete insgesamt etwa 95.000 Euro. Karl Baumann, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates Lockstedt, las eine lange Liste von fachlichen Beratern, Planern, Handwerkern und Helfern, denen ein großes Dankeschön gilt, vor.

Verschiedene Fördermittelgeber

„Bereits zur Amtszeit von Pfarrer Oehlmann wurde der Grundstein für diese Maßnahme gelegt. Aber erst 2017 war die Finanzierung unter Dach und Fach, deshalb freuen wir uns heute um so mehr“, erklärte Baumann. Der Vorsitzende hob hervor, dass die Sanierung ohne die Förderung vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten sowie Lotto-Toto nicht möglich gewesen wäre.

Allein mit den Mitteln aus den Baulastenfonds und des Kirchenkreises wäre das Projekt nicht zu stemmen gewesen. Das Dach wurde nach Richtlinien des Denkmalschutzes mit verklammerten Biberschwanzziegeln neu gedeckt. Außerdem wurde die Turmuhr neu gestaltet und mit einem elektrischen Läutewerk ausgestattet. Ein Tischler gestaltete die Unterdecke des Kirchenschiffes neu.

Elektrisches Läutewerk

Lobende Worte gingen auch an die Jagdgenossenschaft Lockstedt. Ein besonderer Dank galt auch dem Gemeindeverband für die große Hilfsbereitschaft sowie Pfarrer Vesterling. „2018 ist für Lockstedt ein außergewöhnliches Jahr.Über die Aller gibt es eine neue Brücke, die Kirche hat ein neues Dach, ein elektrisches Geläut sowie eine neue Uhr und sogar die Feuerwehr hat ein fast neues Fahrzeug“, fasste Baumann zusammen und bekam dafür tosenden Beifall.

Blumen und ein Geschenk gab es von der Kirchengemeinde für Karl Baumann und für seine Frau Marlis. Vesterling zeigte auf einen alten Ziegel und erklärte: „Der ist damals von Dach gefallen. Und irgendwie sind nun wohl auch Steine von unseren Herzen gefallen.“