Gesundheitsreport

Schlaflos in der Börde

Rückenschmerzen und Schlafprobleme zählen zu den häufigsten Beschwerden in der Börde, geht aus dem DAK-Gesundheitsreport hervor.

Von Martin Walter

Haldensleben/Magdeburg l Die gute Nachricht vorweg: Der Krankenstand im Landkreis Börde ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken, wenn auch nicht merklich, von 5,6 auf 5,5 Prozent. Dies bedeutet, dass im Durchschnitt pro Tag von 1000 Beschäftigten 55 krankgeschrieben sind.

Die schlechte Nachricht: Damit zählt die Region zusammen mit dem Jerichower Land zu den Landkreisen mit dem höchsten Krankenstand in Sachsen-Anhalt, das wiederum bundesweit die höchste Zahl an Krankschreibungen aufweist. Dies geht aus dem jährlichen Gesundheitsreport der Krankenkasse DAK hervor.

Den Hauptgrund für die Ausfälle stellen Muskel-Skelett-Erkrankungen und dabei in erster Linie Rückenschmerzen dar. Diese sind für fast ein Viertel der Krankschreibungen verantwortlich. Jedoch ist hier ein Rückgang um 19 Prozent verglichen mit dem Jahr 2016 zu verzeichnen. Der zweithäufigste Krankheitsgrund sind Verletzungen, gefolgt von Atemwegserkrankungen wie Bronchitis.

Ein spezielles Augenmerk hat die Studie der DAK in diesem Jahr auf das Thema „Schlafstörungen“ gelegt. Daraus ging hervor, dass drei Viertel der Erwerbstätigen in Sachsen-Anhalt von Schlafproblemen betroffen sind. Seit der letzten Erhebung im Jahr 2010 hat sich die Zahl derjenigen, die über schwere Ein- und Durchschlafstörungen klagen und dadurch auch von Tagesmüdigkeit und Erschöpfung betroffen sind, sogar mehr als verdoppelt.

Zwar waren laut der Studie 6,5 Prozent der sachsen-anhaltischen Arbeitnehmer aufgrund ihrer Schlafprobleme im vergangenen Jahr in ärztlicher Behandlung, der Großteil der Betroffenen versucht jedoch alleine damit zurechtzukommen.

Die Gründe für schlechten Schlaf seien dabei vielfältig und hätten aufgrund von Termin- und Leistungsdruck, sowie Überstunden, Nachtschichten und ständiger Erreichbarkeit zum einen berufliche Ursachen. Andererseits seien sie auch auf den privaten Medienkonsum vor dem Schlafengehen zurückzuführen.

So gaben 85 Prozent der Befragten an, vor dem Einschlafen Fernsehen zu schauen, 65 Prozent greifen zu dieser Zeit noch zum Laptop oder Smartphone. „Viele Menschen haben nachts das Smartphone an der Steckdose, können aber ihre eigenen Akkus nicht mehr aufladen“, fasst es Michael Fräßdorf, Leiter des DAK-Servicezentrums in Magdeburg zusammen. Die Ergebnisse der Studie stammen aus einer Auswertung von Daten der Krankenkasse.