Weferlingen l An ihrem einwöchigen Schüleraustausch mit dem 93. Gymnasium in Ufa, der Hauptstadt der russischen Republik Baschkortostan, ließen in dieser Woche 25 Jugendliche und 2 Lehrer des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums Weferlingen Daheimgebliebene teilhaben. Im Rahmen eines Erlebnisabends in der Alten Turnhalle auf dem Schulgelände zeigten die „Reisenden“ zahlreiche Bilder ihrer „unvergesslichen und das Leben prägenden Woche“, wie es Lehrer Jürgen Wenz ausdrückte. Der Partneraustausch konnte dank Unterstützung des Landesschulamtes und der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch finanziert werden.

Im Rahmen des 4. Austauschzyklus wurden die Gymnasiasten schon sehnsüchtig von ihren Austauschpartnern und Gastfamilien erwartet. „Wir verstanden uns auf Anhieb“, beschrieben die Austauschteilnehmer. Der Anreisesonntag wurde in den Gastfamilien verbracht und zum Kennenlernen genutzt. Die Schulwoche begann mit einer großen Begrüßungsrunde in der Aula des 93. Gymnasiums der Millionenmetropole. Unterrichtsteilnahmen sind fester Bestandteil der Besuche, so dass die deutschen Gäste den Schulalltag gut kennenlernen konnten.

Schüler besuchen Eishockeyspiel

Im Rahmen einer Stadttour wurde Ufa erkundet. Ein toller Programmpunkt betraf den Besuch eines Eishockeyspiels in der Mega-Arena. „Der Ausflug zu zwei ,deutschen‘ Dörfern machte riesigen Eindruck auf uns, denn die deutsche Sprache wird in Prischib und Alexejewka gut gepflegt. Und ein cooler katholischer Pfarrer kümmert sich rührend um die Menschen, besonders um die Kinder“, erzählten die Gymnasiasten.

Bilder

Zu den rund 100 Gästen des Abends gehörten auch Schülerinnen und Schüler der jetzigen 8. Klassen, die möglicherweise beim nächsten Durchgang nach Ufa reisen werden. Gekommen waren aber auch Eltern, Großeltern, Kolleginnen und Kollegen sowie Interessierte aus der Region. Das Publikum lauschte gespannt den Erlebnisberichten verschiedener Austauschteilnehmer auf der Grundlage einer Bildpräsentation.

In einem weiteren Teil des Abends präsentierten die Schüler den Video-Clip als Resultat ihrer Projektarbeit zum Thema: „Wie lebt eine russische Familie?“ Daran hatten die Austauschteilnehmer noch gemeinsam bis Freitagvormittag vor ihrer Abreise aus Ufa gearbeitet. Das deutsch-russische Programm war so gestaltet worden, dass viel Freizeit in den Gastfamilien zur Verfügung stand. Schnell entstanden Freundschaften. „Verständigungsprobleme gab es keine, bestehen doch verschiedene Wege, miteinander zu kommunizieren“, sagten die deutschen Gymnasiasten, die Russisch als Fremdsprache in ihrem Schulalltag lernen.

Kleine Geschenke von den Gastfamilien

Mit einem Abschlussprogramm wurden die deutschen Gäste am Freitag verabschiedet. „Wir staunten über die Perfektion der Darbietungen der Tanzgruppe ,Ulyibka‘ (übersetzt: das Lächeln) und über die Wunderstimme der Schule, Iskander Adullin“, fassten die Austauschpartner nach ihrer Rückkehr Eindrücke zusammen.

Auch von deutscher Seite wurde das Abschlussprogramm in Ufa bereichert. Eingeübt worden war ein Gedicht über die Freundschaft, ein Sketch über eine schulische Alltagssituation im Russischunterricht und das Lied „Die Fischerin vom Bodensee“. Außerdem wurde ein russisches Lied über eine gemeinsame schöne Zeit mit den Freunden und Lehrern gesungen.

Von den Gastfamilien gab es kleine Geschenke für Eltern und Geschwister, und viel zu schnell kam der Abschied am Sonnabend, der allen sehr schwer fiel. Da flossen unendlich viele Tränen. „Am liebsten wären wir in Ufa geblieben, aber die schöne Zeit vergeht leider immer viel zu schnell“, schilderten die Gymnasiasten in ihrem Erlebnisbericht. Auf dem Rückflug bot ein kurzer, aber intensiver Zwischenstopp Gelegenheit für einen tollen Bummel durch Moskau.

Der Erlebnisabend in Weferlingen wurde neben den Erzählungen und Bildern umrahmt von typisch russischen Spezialitäten wie Tee aus dem Samowar, einer baschkirischen und einer tatarischen Spezialität, dem baschkirischen Tschak-Tschak, einem Kleingebäck mit Honig, und russischem Konfekt. Als Gruppe sind die Weferlinger Gymnasiasten innerhalb kurzer Zeit sehr stark zusammengewachsen und freuen sich nun schon riesig auf den Gegenbesuch ihrer „Geschwister auf Zeit“ aus Ufa im September des kommenden Jahres.