Haldensleben l Organisiert hat die Veranstaltung im Mehrgenerationenhaus EHFA die Netzwerkstelle „Schulerfolg sichern“ der Awo. Sie unterstützt die Schulsozialarbeiter und die Regionalgruppen bei ihrer Arbeit. „Gemeinsam verknüpfen wir innerschulische und außerschulische Lernprozesse“, berichtet Birka Hübener von der Netzwerkstelle.

Zum Hintergrund: Seit einigen Jahren gibt es in der Kreisstadt die sogenannte „Regionalgruppe Haldensleben“. Zu ihr gehören ganz unterschiedliche Partner. Neben Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern sind das beispielsweise der CVJM, der Street Worker, der Stadtjugendpfleger und Vertreter von Jugendeinrichtungen. In der Gruppe bündeln sie ihre Fähigkeiten und Kontakte, um Veranstaltungen wie Workshops, Kinderdiscos oder Fußballturniere auf die Beine zu stellen. Je nach Veranstaltung können jederzeit weitere Partner mit dazu kommen. Laut Birka Hübener ist die Gruppe ein Erfolgsmodell. „Die Arbeit funktioniert gut. Wenn du etwas initiierst, hast du durch die Mitwirkenden immer mehrere Blickwinkel dabei“, betont sie. Deshalb haben sich im Landkreis drei weitere Regionalgruppen gebildet. Eine befindet sich in Wolmirstedt. Die Gruppe „Börde Süd“ kümmert sich um Oschersleben und Wanzleben. Die Gruppe „Nordwest“ ist für die Region um Flechtingen und Oebisfelde zuständig.

Bei dem Treffen in Haldensleben haben sie ihre Erfahrungen ausgewertet und neue Pläne geschmiedet. „In Wanzleben hat beispielsweise zum ersten Mal eine Jugenddisco stattgefunden. „Mit 67 Teilnehmern war die Premiere sehr erfolgreich“, informiert Birka Hübener. Unter dem Motto „Fair im Spiel, fair im Leben“ plant die Gruppe „Nordwest“ aktuell ein Fußballturnier. Spieler von sieben Grundschulen sollen mitmachen. In Wanzleben hat es ähnliche Projekte gegeben. Dabei mussten sich sogar Jugendliche von verschiedenen Schulformen zu Mannschaften zusammenfinden. „Wir wussten nicht, wie es laufen würde. Aber es war super“, so Hübener.

In Wolmirstedt hat in den Winterferien ein Talentcampus stattgefunden. Unter dem Titel „Dance in the city“ ging es dabei um mehrere Aspekte: Wie stellen sich Jugendliche ihre Stadt vor? Was wünschen sie sich? Was macht in ihren Augen eine funktionierende Gemeinschaft aus? Gleichzeitig stand auch Breakdance auf dem Programm.

Bei allen Projekten sind Schulsozialarbeiterinnen beteiligt. Aber auch Kinder von Schulen ohne Schulsozialarbeit können mitmachen. Nicht zuletzt steckt hinter allen Angeboten ein tieferer Sinn: Die Kompetenzen der Jugendlichen, die Teilhabe und die soziale Interaktion sollen gefördert werden. „Das passiert in Schulen natürlich auch. Aber solche Projekte bieten noch einmal andere Möglichkeiten“, erklärt Birka Hübener. „Gerade Kinder, die in der Schule vielleicht nicht die besten Noten haben, können so ihre Stärken entdecken und ausleben.“ Darüber hinaus diente das Treffen in Haldensleben auch dem wechselseitigen Austausch. Was macht die eigene Gruppe besonders? Was wird anderswo vielleicht auf andere Weise in Angriff genommen? Fragen wie diese standen ebenfalls im Mittelpunkt.

Auf diese Weise will die Netzwerkstelle als Organisator das Miteinander der Akteure unterstützen. Das passiert auch auf anderer Ebene: „Ohne Netzwerkstelle wäre die Arbeit für die Schulsozialarbeiter schwerer. Im Prinzip ist jeder an seiner Schule zunächst auf sich gestellt“, führt Birka Hübener aus. Das Netzwerk solle auch hier den Austausch gewährleisten. Außerdem seien Projekte ab einer gewissen Größe für einen allein nicht mehr zu stemmen. Doch für alle Schulsozialarbeiter ist die Zukunft ungewiss. Sowohl ihre Arbeit als auch die der Netzwerkstelle werden durch Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) unterstützt und gefördert. Aller Voraussicht nach aber nur noch bis zum Jahr 2020. „Auch die vier Regionalgruppen würde es ohne Förderung nicht geben. Damit würden bestehende Netzwerke und viele Projekten wegfallen“, hält Birka Hübener fest.

In ihren Augen muss die Landesregierung einen Plan entwickeln, wie und mit welchen Mitteln, es nach 2020 weitergeht. „Denn im Grunde braucht jede Schule einen Schulsozialarbeiter. Das ist ein Qualitätsmerkmal für wirklich gute Bildung“, so die Mitarbeiterin der Netzwerkstelle. Um dieses Engagement zu erhalten, gibt es derzeit eine landesweite Unterschriftenaktion. Wer mitmachen möchte, kann sich an die Schulsozialarbeiterinnen, die Netzwerkstelle im EHFA oder die Träger der Schulsozialarbeit wenden. Dabei handelt es sich im Landkreis Börde um den Kinderschutzbund, die Paritätischen Sozialwerke, die Caritas und den Internationalen Bund.