Haldensleben l Als Jugendlicher stößt man bei Gleichaltrigen zuweilen auf Kritik oder gar Ablehnung, wenn man penibel Vorschriften einhält und zudem auch noch andere dazu drängt, dies zu tun.

Umso bewundernswerter ist, dass sich dennoch viele Schüler dafür engagieren, den Schulweg zu einem friedlichen und vor allem sicheren Ort zu machen. Zu diesen sogenannten Schulweghelfern zählen im Landkreis Börde derzeit 67 Schüler.

Erfahrungsaustausch als Ziel

Eine Vielzahl von ihnen hat sich vor Kurzem in der Aula der evangelischen Sekundarschule in Haldensleben zu einem Erfahrungsaustausch getroffen. Anwesend waren zudem Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel, Landrat Hans Walker sowie Vertreter der Landesverkehrswacht, der Polizei und der an dem Projekt teilnehmenden Schulen.

Dazu zählen die evangelische Sekundarschule und das Professor-Friedrich-Förster-Gymnasium in Haldensleben, die Wartbergschule in Niederndodeleben, die Brüder-Grimm-Schule in Calvörde sowie die DrömlingSchule in Oebisfelde.

In seiner Begrüßungsrede lobte Webel die Schulweghelfer für ihr Engagement. Zudem betonte er, dass die „Busfahrer davon profitieren“ und „die Schüler dadurch früh lernen, Verantwortung zu übernehmen“. Laut Webel soll die Anzahl der Schulweghelfer in ganz Sachsen-Anhalt bis Jahresende zudem auf 400 erhöht werden.

Mehr Unterstützung gewünscht

Auch Walker griff in seiner Rede eine Erhöhung für den Landkreis Börde auf. Er hoffe, dass die Anzahl bis Ende des Jahres 120 Schulweghelfer betrage. „Eure Aufgabe ist nicht leicht. Ihr müsst euch durchsetzen, Ruhe stiften und findet dadurch selbst oftmals keine Ruhe mehr“, sprach er die größte Problematik der Helfer an.

Anschließend kamen diese selbst zu Wort. Über ihre ehrenamtliche Arbeit konnten sie kaum etwas Negatives berichten. „Durch unser Einwirken ist es in den Bussen definitiv ruhiger geworden. Man wird von den Schülern schon als Respektsperson behandelt“, meinte Stanley Fitzlaff von der Sekundarschule Niederndodeleben.

Zahl der Helfer soll steigen

Er kritisierte jedoch, dass sie seitens der Schulen selbst wenig Unterstützung erhalten: „Die Lehrer wissen nicht gut über das Projekt Bescheid. Die Schulen sollten außerdem mehr Werbung dafür machen.“ Dem stimmten auch weitere Schulweghelfer zu und wünschten sich mehr Hilfe von und häufigere Treffen in den Schulen. Nur so könne mehr Akzeptanz für die Tätigkeit des Schulweghelfers geschaffen und es könnten mehr Jugendliche dazu begeistert werden.

Schulweghelfer können alle Schüler ab 13 Jahren werden. Dazu müssen sie eine Ausbildung durchlaufen, die fünf Module mit unterschiedlichen Themenbereichen beinhaltet. Von Verkehrserziehung über Konfliktprävention und Deeskalation bis hin zu Erste Hilfe-Maßnahmen lernen sie dabei alles Wichtige für die Tätigkeit als Schulweghelfer.