Haldensleben

So digital sind Vereine organisiert

Digitalisierung wird immer wichtiger - nicht erst seit Corona. Wie nutzen die Haldensleber Vereine die Möglichkeiten?

Von Von Theresa Schiffl

Haldensleben l Gerade mit einer Suchanfrage beim sozialen Netzwerk Facebook zu Haldensleben, zeigt sich wie vielfältig die digitalen Möglichkeiten genutzt werden können: Es gibt Gruppen zum Informationsaustausch, Flohmärkte, aber natürlich auch Seiten von Vereinen. Sie stellen allgemeine Informationen oder solche zu Veranstaltungen, Fotos von Aktionen und im Sportbereich Spielergebnisse ins Netz. Nicht zu vergessen ist die Möglichkeit, Beiträge zu kommentieren, mit anderen zu teilen oder der direkte Kontakt mit den Vereinen.

Dennoch gibt es Unterschiede, wie Vereine das Internet nutzen. Gunnar Schütze, Abteilungsleiter der HSC-Fußballer, betreut deren Homepage seit ungefähr zwei Jahren. Mit der Zeit sei er in das Thema Digitalisierung hineingewachsen. „Auf Facebook hat es mit einer Seite für unsere Herrenfußballmannschaft angefangen, die jetzt auch besonders von unserem Pressewart gepflegt wird“, erklärt Schütze. Die Herren-Fußballer sind auch auf Instagram mit ihren Bildern unterwegs. Kurze Zeit später sei noch eine Facebookseite für den Nachwuchs hinzugekommen.

Der Zeitaufwand für die Pflege der Online-Auftritte sei groß. „Solche Seiten müssen gepflegt und regelmäßig aktualisiert sein“, erklärt Gunnar Schütze weiter. Dafür müssten sich auch technikaffine Mitglieder finden. „Aber wir sind mit unserem Online-Auftritt in Sachsen-Anhalt wirklich gut aufgestellt“, findet der Abteilungsleiter. Dennoch weiß er, dass nicht alle Sportabteilungen so aktiv sind.

Bei der Abteilung für Rollschuhsport sieht es schon wieder etwas anders aus. Sie seien zwar auch im Internet aktiv, jedoch spiele beispielsweise Facebook noch keine so wichtige Rolle, erklärt Leiter Stefan Hasche. „Mit den Eltern haben wir vor allem per E-Mail Kontakt. Unsere Mitglieder sind doch teilweise etwas weiter entfernt“, so Hasche. Auf ihrer Homepage werde auf Veranstaltungen oder auch auf Wettkämpfe verwiesen.

Für das Training werde momentan eine App genutzt. „Das ersetzt das Präsenztraining nicht, aber unsere Sportler bleiben fit und motiviert“, erklärt Stefan Hasche. Es sei aktuell Kreativität gefragt, um den Mitgliedern trotz geschlossener Sportstätten etwas zu bieten und sie so bei der Stange zu halten. Trotzdem fehl der persönliche Kontakt und die Gespräche beim Training.

Olaf Johanson vom „Eine Welt Chor“ erzählt, dass bei ihnen die Digitalisierung keine so große Bedeutung habe. „Wir haben vor allem viele ältere Sänger. Die haben teilweise gar kein Smartphone und auch keinen Laptop“, weiß er. Bei ihnen sei vor allem der direkte Kontakt oder Telefonate für die Kommunikation wichtig.

Es gebe dennoch eine Whatsapp-Gruppe, in der sich ein Teil der Sänger zusammengefunden hätte. „Die treffen sich dann privat oder telefonieren miteinander. Für uns sind ja momentan Treffen nicht möglich und wir dürfen auch nicht singen“, so der Chorleiter. Der Kontakt sei aktuell definitiv weniger oder nur eingeschränkt möglich.

Aber gerade eine Online-Präsenz sei von großer Bedeutung für den Bestand eines Vereins, meint Nadine Quedenfeld. Sie ist Kommunikationsdesignerin und ist beim Verein Khepera für die Internetseiten aktiv. „Das ist notwendig, um für sich zu werben und auch um Nachwuchs zu gewinnen“, erklärt sie. Gerade aktuell sei das die einzige Möglichkeit, um nach außen zu kommunizieren.

Dennoch sei momentan die größte Herausforderung, dass es nicht wirklich etwas gebe, worüber man auf Facebook-Seiten und Co. schreiben könne. „Es finden momentan keine Veranstaltungen oder Aktionen statt. Für das Grüne Beete Kollektiv, eine Untergruppe von Khepera, sei das weniger schwierig. Sie können viel über das Gärtnern und die Jahreszeiten schreiben“, so Nadine Quedenfeld. Aktuell sei für Khepera der Aufbau einer neuen Homepage und vielleicht auch eines Instagram-Profils für Bilder geplant. „Aber momentan hat man mit Corona so viel andere Sorgen, dass man dafür keine Zeit hat“, erörtert die Kommunikationsdesignerin.

Die Stadtbibliothek Haldensleben hat sich wegen Corona auch Gedanken gemacht, wie sie mit ihren Lesern in Kontakt bleiben kann. So entstand ihre Facebookseite, auf der sie aktuelle Informationen teilen, aber auch Bilder von Büchern und wie sie trotz Lockdown ausgeliehen werden können. Es sei noch ein bisschen Neuland, erklärte Angelika Ermel, die Leiterin der Bibliothek, kürzlich in einem Interview.