Haldensleben l Unter dem Titel „Haldensleben 2030+“ will die Stadt in einem Konzept festzurren, wie sie sich in den kommenden Jahren entwickeln will. Das sogenannte „Integrierte Stadtentwicklungskonzept“, kurz Insek, beinhaltet, dass die Bürger der Stadt in diesen Prozess eingebunden werden. Das ist im November und Dezember geschehen. Nun gibt es Ergebnisse, was die Haldensleber sich für die Zukunft ihrer Stadt wünschen.

Die Planer vom „Büro für urbane Projekte“ aus Leipzig haben die Stadt unter die Lupe genommen und stellen das Konzept in Zusammenarbeit mit der Stadt auf die Beine. Der Rücklauf bis zum Ende der sogenannten „Wunschphase“ ist laut Stadtpressesprecher Lutz Zimmermann sehr erfreulich. Insgesamt sind 87 Postkarten mit 114 Wünschen sowie 53 Wünsche auf der Online-Plattform eingegangen.

Nach der Auswertung ergeben sich mehrere Themenschwerpunkte für die Zukunft. Demnach wurden die meisten Beiträge im Themenfeld Kultur/Tourismus/Freizeit/Sport abgegeben. So wünschen sich die Haldensleber, dass mehr Angebote für Kinder und Jugendliche geschaffen werden. Konkret benannt wurden mehr Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten wie beispielsweise ein Kino, Kletterpark, Freibad, Tierpark oder auch ein kleiner Zoo.

Zudem stand der Wunsch im Raum, bestehende Angebote wie Jugendclubs sowie die Jugendarbeit mehr zu fördern. Außerdem waren Spiel- und Sportplätze ein Thema unter den Ideengebern. Dabei kamen beispielsweise Abenteuerspielplätze, Indoor-Aktivitäten, ein Fußballplatz oder ein Fahrradpark auf die Wunschliste. Zimmermann betont, es hätten sich auch viele Kinder und Jugendliche beteiligt.

Radverkehr ist wichtig

Ein wichtiges Thema für die Haldensleber ist außerdem der Radverkehr. Dabei gingen Wünsche zum Ausbau und der Verbesserung des Radwegenetzes ein, vor allem in Hinsicht auf die Ortsteile und die benachbarten Gemeinden. Zudem taucht der Wunsch nach besserer Beschilderung und Beleuchtung laut Lutz Zimmermann immer wieder auf.

Der dritte Bereich auf dem Wunschzettel ist das Thema Digitalisierung. Dabei wurden vor allem die Schulen in den Fokus gerückt. Diese mussten im Zuge der Corona-Pandemie von Präsenzunterricht auf Homeschooling umschwenken.

Einige Wünsche beziehen sich wiederum auf die Innenstadt. Dort sind beispielsweise bessere oder vielfältigere Einkaufsmöglichkeiten, der Ausbau gastronomischer Angebote und mehr Freisitze vorgeschlagen worden, um die Innenstadt attraktiver zu gestalten.

Einige Beiträge weisen zudem auf spezifische Problemlagen und Defizite in der Stadt hin. So wurde bemängelt, dass es in Haldensleben zu wenig Wohnraum für große Familien gebe. Auch die ewige Baustelle in der Hagenstraße/Ritterstraße war ein Thema. Fehlende Mülleimer, Bänke oder Beleuchtung, sowie unschöne Orte, die in der Vergangenheit vernachlässigt worden sind, wurden ebenfalls kritisiert.

Das Büro für urbane Projekte wird die Beiträge nun auswerten und zusammenfassen. „In der nächsten Beteiligungsphase im Frühjahr können diese kommentiert, diskutiert und ergänzt werden. Daraus sollen in den nächsten Schritten ein Leitbild und konkrete Projekte entstehen“, erklärt Lutz Zimmermann den Fahrplan. Auch dabei sollen die Bürger wieder intensiv einbezogen werden. In der letzten Phase soll dem Stadtrat eine schlussreife Fassung vorliegen.