Haldensleben l Noch herrscht Ruhe. Straße und Gehweg sind intakt, schweres Gerät ist nicht in Sicht. Doch das wird sich bald ändern. Die neuen Rohre für den Koloniegraben liegen schon bereit. „Im Moment laufen die Vorbereitungen zur Grundwasserabsenkung“, informiert Sven Brack. Er ist der Abteilungsleiter für Hoch- und Tiefbau im städtischen Bauamt. Die Sanierung ist notwendig, weil der Koloniegraben, der unterirdisch verläuft, zum Teil als einsturzgefährdet gilt. Darüber hatte Bauamtsleiter Holger Waldmann bereits Anfang 2019 die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Landwirtschaft, Forsten und Abwasserangelegenheiten (ULFA) informiert. Wie Sven Brack ergänzt, stammt der Graben in diesem Abschnitt aus dem Jahr 1910.

2012 sei der betreffende Abschnitt vom zuständigen Unterhaltungsverband „Untere Ohre“ gespült und gereinigt worden. Danach wurde der Kanal begutachtet. Es wurden erhebliche Risse festgestellt, teilweise hatte es bereits Einbrüche gegeben. Das führte dazu, dass der Koloniegraben an einigen Stellen gar nicht mehr durchlässig war. Durch die aktuellen Arbeiten soll die potentielle Gefahrenquelle beseitigt werden. Konkret geht es um einen Abschnitt mit einer Länge von etwa 120 Metern. Betroffen ist vor allem der Gehweg, unter dem der Graben verläuft. Die Vollsperrung ist unter anderem dem Umstand geschuldet, dass die Arbeiten so zügig wie möglich ausgeführt werden sollen.

Platz der Fahrbahn wird gebraucht

Außerdem wird der Platz auf der Fahrbahn für Material und Arbeitsgerät gebraucht. „Der Startschuss für die eigentlichen Arbeiten am Grabenbauwerk fällt am Mittwoch, 14. August, mit dem Einbau des Übergabeschachtes zum Schmiedegraben“, so Sven Brack. Dabei handele es sich um ein speziell angefertigtes Einzelstück mit beachtlichen Maßen. Der Übergabeschacht ist 2,60 Meter hoch, 2,60 Meter breit und 3,40 Meter lang. Er wird als komplettes Fertigteil geliefert und verbaut. „Von diesem Schacht aus arbeitet sich das Tiefbauunternehmen in kleinen 3-Meter-Abschnitten langsam in Richtung Hagenstraße, um die Gefährdung der relativ dicht an die Baugrube angrenzenden Grundstücke der Anwohner so gering wie möglich zu halten“, teilt Brack mit.

Für die Planung und die Erneuerung des Koloniegrabens in diesem Abschnitt rechnet die Stadtverwaltung mit Kosten in Höhe von zirka 580.000 Euro. Der Eigenanteil fällt allerdings geringer aus, weil eine finanzielle Unterstützung von 131.000 Euro aus dem Förderprogramm „Stadtumbau Ost - Aufwertung“ bewilligt wurde. Nach dem Abschluss der Kanalerneuerung soll die Alsteinstraße in dem betreffenden Abschnitt eine neue Asphaltdecke bekommen. Die Kosten von etwa 55.000 Euro sind in der Gesamtsumme von 580.000 Euro bereits eingerechnet.