Dorffest

Süße Glocke lockt Klüdener zum Frühstück

In abgespeckter Variante, aber nicht weniger vergnüglich, haben die Bewohner von Klüden und deren Gäste ein Volksfest gefeiert. Beim Frühschoppen hat es eine Spendenaktion für die Opfer der Flutkatastrophe gegeben. 350 Euro konnten so auf ein Spendenkonto überwiesen werden.

Von Anett Roisch
Luisa Martini und ihreTochter Ronja (MItte) sowie Lina Brune präsentieren  eine Torte mit dem Wappen von Klüden.
Luisa Martini und ihreTochter Ronja (MItte) sowie Lina Brune präsentieren eine Torte mit dem Wappen von Klüden. Foto: Anett Roisch

Klüden - Eigentlich feiern die Klüdener beim traditionellen Fußball-Länderspiel „Preußen gegen Braunschweig“ sowie mit Feuerwehrwettkämpfen um den Rotdornpokal drei Tage und auch meist auch die Nächte ihr Volksfest. Nach der langen Durststrecke der Corona-Pandemie entschlossen sich die Mitglieder der Kulturgemeinschaft Klüden, zum Ausgleich einen Frühschoppen unter der strengen Einhaltung der Vorschriften zur Einschränkung der Pandemie zu veranstalten.

Das Gelände des Sportplatzes bot reichlich Platz, um an der frischen Luft gesellig beieinander zu sitzen und zu plaudern.

„Viele Klüdener und ehemalige Dorfbewohner freuten sich nach so langer Zeit, endlich mal wieder bei Klängen der Blaskapelle aus Angern gemütlich ein Frühstück miteinander zu verbringen“, sagte Wilfried Leberecht, Ortsteilbeauftragter von Klüden.

Calvördes stellvertretender Bürgermeister Hubertus Nitzschke (UWG) bestellte Grüße vom Gemeindechef Volkmar Schliephake (CDU), der Urlaub macht. „Ich hoffe, dass der Bürgermeister, der nun seit kurzem Rentner ist, noch mehr Zeit für seinen Posten hat“, sagte sein Stellvertreter mit einem Augenzwinkern. Nitzschke lobte die Klüdener für deren Mut, als erster Ortsteil der Kommune wieder mit einem kleinen Fest anzufangen. „Die große Beteiligung zeigt, dass es die richtige Entscheidung der Kulturgemeinschaft war“, sagte Nitzschke. Leberecht bedankte sich für die wohlwollenden und mutmachenden Worte.

Und auch den Musikern der Kapelle war es anzumerken, dass die Freude groß ist, endlich wieder in die glänzenden Instrumente zu blasen.

Die Kinder tobten mit sichtlich viel Spaß auf der Hüpfburg. Traditionell wurde auch unter der Führung von Tino Voigt gekegelt. Weil es auf dem Sportplatz eine Freiluftkegelanlage gibt, war es leicht, die coronabedingten Vorschriften zu wahren.

Wappen schmückt Torte in grün-gelben Cremefarben

Am Nachmittag gab es Kuchen, den die Klüdener Frauen gebacken hatten. Luisa Martini und ihre Tochter Ronja hatten eine Torte mit dem Wappen von Klüden kreiert. Darauf zu sehen ist in grünen und gelben Farben die Glocke im Birnbaum.

Von Klüden gibt es die Sage, dass in früheren Zeiten die Gemeinde einst zwar eine Glocke aber kein Kirchengebäude besaß. Um dennoch die Gläubigen zum Gebet zu rufen oder Brände und sonstige Außergewöhnlichkeiten anzukündigen, wurde die Glocke einfach in einen großen Birnbaum, der im Ort stand, gehängt.

Auf dem Sportplatz gibt es keine Glocke im Baum, aber dafür bauten die Klüdenerinnen eine große Kuchentafel auf, die dann auch gleich von hungrigen Gästen gestürmt wurde. „Nicht alle in unserem Land haben im Moment Grund zur Freude. In vielen Teilen des Landes kämpfen die Menschen mit den Folgen der Flutkatastrophe, die ein noch nie gekanntes Ausmaß hat. Viele Menschenleben sind zu beklagen. Ganze Ortschaften sind verwüstet“, schilderte der Ortsteilbeauftragte.

Aus diesem Grund hatten die die Klüdener Frauen beschlossen, den gesamten Erlös des Basars der Flutopferhilfe zur Verfügung zu stellen. Zum Geld, welches durch den Verkauf von Kaffee und Kuchen in die Spendenbox kam, gingen im Nachhinein noch Spenden ein. Insgesamt 350 Euro waren zusammen gekommen. Die Gesamtsumme wurde durch die Kulturgemeinschaft auf das Spendenkonto „NRW hilft“ überwiesen. „Die großen Hilfsorganisationen hatten sich zu einem Spendenbündnis, unter der Koordination des DRK, zusammen geschlossen“, erklärte Leberecht.

Dankeschön an die Kuchenbäckerinnen

Ein großes Lob und Anerkennung gingen an alle fleißigen Bäcker. Obwohl die Kulturgemeinschaft nicht der Initiator der Spendenaktion war, bedankten sich die Mitglieder der Gemeinschaft bei allen, die sich an der Aktion beteiligten. „Für das leibliche Wohl der Gäste sorgten das Team des Havelberger Catering Services und die Schaubäckerei Denni Nitzschke aus Calvörde mit einem Eiswagen“, berichtete Leberecht und bedankte sich im Namen der Kulturgemeinschaft bei allen, die zum Gelingen des schönen Festes beitrugen.

Die Bewohner von Klüden sind froh, nach der langen Zwangspause wieder zusammen feiern zu können.
Die Bewohner von Klüden sind froh, nach der langen Zwangspause wieder zusammen feiern zu können.
Fotos (2): Wilfried Leberecht