Hundisburg l Der Naturgeist Nawa und Bubo, eine vom Aussterben bedrohte Eule aus Afrika, sind Gäste in Mittelelbien gewesen. Und mit Mittelelbien, erklärt der Moderator Daniel Unsöld den Gästen, die am Freitag zur Ausstellungseröffnung nach Schloss Hundisburg gekommen sind, sei Sachsen-Anhalt gemeint.

So waren neun Schulen aus dem ganzen Bundesland an dem Umweltprojekt beteiligt, dessen Ergebnisse bis zum 14. Oktober im Haus des Waldes bewundert werden können. Bei der Gestaltung der gezeigten Fotogeschichten und Hörspiele haben unter anderem die Grundschulen Gebrüder Alstein, Otto Boye und St. Hildegard in Haldensleben, die Ganztagsschule Johannes Gutenberg in Wolmirstedt und die Drömlingschule in Oebisfelde mitgemacht.

Schüler befragten Experten

An vier Projekttagen unternahmen die Schüler der zehn teilnehmenden Klassen Exkursionen in Naturschutzgebiete der Region. Sie befragten Fachleute zu Naturthemen, unter anderem eine Wolfsexpertin des Wolfskompetenzzentrums in der Colbitz-Letzlinger Heide und einen Mitarbeiter des Naturparks Drömling.

Bilder

Dann wurden in unterschiedlicher Weise Märchen inszeniert, die eine Verbindung mit den Umweltthemen haben. Die Kinder nahmen Hörspiele mit Naturgeräuschen auf, fotografierten und tanzten.

„Wir haben ein Team aus zehn Künstlern und Pädagogen eingeladen. Unter anderem eine Harfenspielerin und eine Tänzerin. Dementsprechend verschieden sind die Ergebnisse ausgefallen“, erläutert Projektleiter Wolfgang J. Fischer.

Initiative für Kinderrechte

Gemeinsam mit seiner Frau Anja Blankenburg hatte er vor drei Jahren die gemeinnützige Initiative Explority ins Leben gerufen, die sich für Kinderrechte und Bildung für nachhaltige Entwicklung engagiert.

„Mit diesem Projekt wollten wir Kinder für den Umweltschutz und die Magie der Märchen begeistern“, sagt Anja Blankenburg, Präsidentin der Organisation. Die Botschaft sei es, Kindern eine Stimme zu geben und mit Aktionen wie dieser eine größere Öffentlichkeit für die Natur zu erreichen.

„Warum gibt es zu wenig Insekten, warum liegt überall Müll herum und warum produzieren wir überhaupt so viel Verpackungsmüll? Darum sollten wir uns Gedanken machen“, mahnt Wolfgang J. Fischer. Während ihrer Projekttage seien die Schüler durch die Märchen für diese Themen sensibilisiert worden.

Ökologischer Fußabdruck ist wichtig

Nachhaltigkeit ist Explority ein Anliegen. Wichtig sei es, seinen ökologischen Fußabdruck zu bedenken und beim Einkaufen zu regionalen Produkten zu greifen, denn „wir Erwachsene haben die Umwelt von den Kindern geborgt“, sagt Wolfgang J. Fischer.

Stefan Heinzel, Geschäftsführer des Hauses des Waldes, hat die Ausstellung mit Spannung erwartet. „Es ist ganz toll, Märchen mit der Natur in Verbindung zu bringen“, zeigt er sich begeistert.

Für die Zukunft können sich die Organisatoren vorstellen, derartige Projekte auch in anderen Bundesländern anzubieten. „Wir wollen gerne weitergehen“, so Anja Blankenburg. Auch international sei das Konzept denkbar, dann vielleicht auch als interkultureller Austausch. „Umweltthemen gibt es in jedem Land,“ ist Anja Blankenburg überzeugt.

Die Ausstellung kann bis zum 14. Oktober, zu den regulären Öffnungszeiten, im Haus des Waldes besichtigt werden.