Rätzlingen l Rückblick und Ausblick nahmen beim Neujahrsempfang in der Goldenen Gans in Rätzlingen einen breiten Raum ein. Kornelia Schröder, Vorsitzende der UWG-Gruppe, die derzeit 30 Mitglieder hat, hieß im Besonderen die „neuen Gesichter“ in der Runde willkommen.

„2019 war ja ein aufregendes Jahr für uns. Wir mussten uns im ersten Quartal in neuer Runde erst mal zusammen finden und die Kommunalwahl bestreiten. Das war natürlich ein Akt, der aus meiner Sicht nicht so einfach war und etwas unkoordiniert wirkte. Das Ergebnis war aber hinterher gut. Wir haben eine gute Quote in den Ortschaftsräten, im Stadtrat und somit auch in den Ausschüssen erreicht“, zog die Vorsitzende zufrieden Bilanz.

Seit 27 Jahren besteht die UWG als Angebot für politisch engagierte Menschen in Oebisfelde-Weferlingen. Es habe – nach den Ausführungen der UWG-Vorsitzenden – im vergangenen Jahr einige Austritte aus persönlichen Gründen gegeben, aber auch einige junge Leute seien dazu gekommen. Mit dem Blick in die Runde stellte Kornelia Schröder fest, dass ihre Wählergemeinschaft sich nicht nur verjüngt hat, sondern auch der Anteil der Frauen erfreulich hoch ist.„Auch Uta Bruns aus Bösdorf, die eigentlich bei der Wahl als Einzelkandidatin aufgetreten war, hat sich uns angeschlossen“, berichtete die Vorsitzende.

Holpriger Neuanfang

„Der Neuanfang war etwas holprig, aber durch die neuen Mitglieder gibt es viel Motivation“, sagte die Vorsitzende. Sie sei gespannt, was die nächsten Jahre so bringen. „Wichtig ist mir, dass wir vor allem an den Problemen, die die Bevölkerung beschäftigen, bleiben“, hob Kornelia Schröder hervor. Als aktuelles Beispiel nannte sie den Mangel an Krippenplätzen. „Wie kann das sein? Wir wollen doch ein familienfreundliches Städtchen sein. Was läuft da falsch?“, fragte sie in die Runde. „Im letzten Jahr wurden zwei Kindereinrichtungen – eine barrierefreie Kita in Wassensdorf und ein Kindergarten in Breitenrode geschlossen. Man könnte die Kita in Wassensdorf wieder aktivieren“, schlug Oebisfeldes Ortsbürgermeisterin Bogumila Jacksch (UWG) vor.

Gleichzeitig müsste – ihrer Ansicht nach – daran gearbeitet werden, dass die Erzieher in den Einrichtungen der Einheitsgemeinde bleiben. „In den letzten Jahren sind viele Erzieherinnen abgewandert. Man sollte sich bemühen, diese Fachkräfte zu halten und den Beruf für sie in unserer Region attraktiver zu machen. Auch wenn sie in Niedersachsen mehr Geld bekommen“, sagte Bogumila Jacksch.

Oben auf der Liste der Vorhaben steht bei der Oebisfelder Ortsbürgermeisterin die Schaffung von Bauplätzen. „Wir haben zum Beispiel in Rätzlingen, Weferlingen und Oebisfelde ausgewiesene Baugebiete. Die Voraussetzungen für bauwillige Familien müssen geschaffen werden. Verschiedene Probleme müssen schnell gelöst werden, damit die jungen Leute hier bleiben und sich nicht woanders Bauplätze suchen“, erklärte Bogumila Jacksch.

Kornelia Schröder motivierte ihr Mitstreiter, das jeder in seinem Ort schauen soll, was es für Schwierigkeiten gibt. „Wir wollen immer an den Themen der Bevölkerung bleiben! Wir sollten immer schauen, wem wir verstärkt auf die Finger gucken müssen, wo Unterlagen fehlen und wo wir aktiv werden können“, blickte die UWG-Chefin voraus.

Obwohl es viele Treffen gegeben habe, wünscht Kornelia Schröder sich für die Zukunft etwas mehr Beteiligung an den Zusammenkünften. Ein freundliches sachliches Miteinander, vor allem beim Diskutieren, stellte sie für die Zukunft in den Fokus. Sie schlug vor, dass die Treffen in verschiedenen Orten stattfinden. „Ich muss nicht immer alles organisieren. Ich gebe gern Arbeit ab und bin für Kritik offen“, betonte die Vorsitzende.