Eickendorf l Pünktlich stand am Sonnabend zur Mittagszeit das Grünkohlessen mit Bregenwurst und Kassler auf dem Tisch des Dorfgemeinschaftshauses in Eickendorf. 45 Frauen und Männer hatten an den langen Tischen Platz genommen, als Udo Cherubim, Ortsteilbeauftragter von Eickendorf, sich bei den Männern des „Knabenchores“ für ihr Engagement bedankte. Übrigens gehört der Ortschef selbst auch zu den singenden Herren.

„Schon über zehn Jahre lang haben unsere Sportfrauen das Grünkohlessen und die anschließenden Wanderungen organisiert. Ingrid Engelke war immer diejenige, die dabei alle Fäden in ihren Händen hielt. Wegen ihrer Krankheit geht das in diesem Jahr nicht. Wir vom Männerchor dachten uns, wenn wir es einmal ausfallen lassen, dann schläft diese Tradition ein. Das wäre sehr schade“, beschrieb Cherubim. Er betonte, dass der Wunsch groß ist, dass Ingrid Engelke im nächsten Jahr wieder fit ist und die Organisation mit ihrem Team wieder übernehmen kann. „Ich hoffe auch, dass ich im nächsten Jahr mich wieder für den Ort engagieren und bei der nächsten Tour wieder mitwandern kann“, sagte Ingrid Engelke, die es sich nicht nehmen ließ, beim Festmahl am Tisch mit den anderen zu plaudern.

Richtung Zillbeck gewandert

Dass die Veranstaltung sehr beliebt ist, bewies die große Teilnahme. Auch viele junge Leute, die ihren Nachwuchs dabei hatten, schnürten ihre Wanderschuhe und setzten ihre Rucksäcke auf. Liz und Ronny Krull lenkten den Doppeldecker, in denen ihre Zwillinge, Josch und Joris, schliefen. Krull ist der Vorsitzende des Feuerwehrvereins. Neben den Einheimischen beteiligten sich auch weitgereiste Gäste aus Köthen, Dresden und Berlin an der Tour. „Wir kommen immer wieder, weil es hier so schön ist“, erklärte Roland Fälsch. Seine Frau Margot ergänzte: „Wir sind auch gern in Eickendorf, weil meine Schwester Sigrid Brink hier wohnt.“ Das Paar war extra aus Remkersleben angereist.

Bilder

Während die Eickendorfer sonst meist durch den Wald gewandert waren, ging es bei dieser Tour auf anderen festen Wegen durch die Landschaft. „Die großen Fahrzeuge der Forst haben die Wege kaputt gefahren“, schilderte der Ortsbürgermeister. Auf Schusters Rappen ging es am Dorfteich vorbei in Richtung Maschenhorst nach Zillbeck. Dort wartete bereits Siegfried Engelke mit Glühwein und anderen Getränken auf die Wanderer. „Wenn Engel wandern, ist das Wetter herrlich“, schwärmte der Eickendorfer Friedhelm Baier. Durch die Hölle, einem Weg, der nicht weit vom Pfad zum Himmel entfernt liegt, ging der Fußmarsch zurück.

Wieder im Heimatort angekommen, standen schon – wie durch Feenzauber – die Kaffeetassen auf den Tischen. Die Frauen der Sängerknaben und auch einige andere Eickendorferinnen hatten Kuchen gebacken. Cherubim bedankte sich bei allen Helfern. Noch lange saßen die Eickendorfer und ihre Gäste beieinander und schmiedeten Pläne für die nächste Tour.