Flechtingen l Es steckt noch ziemlich viel Arbeit im Schlossladen in der Flechtinger Wassermühle, ehe am Mittwoch, 1. Mai, die Eröffnung der Saison in der Mühle vorgesehen ist.

Beim Arbeitseinsatz des Flechtinger Heimat- und Mühlenvereins am Sonnabend - schon dem zweiten in diesem Jahr - wurden die Grundlagen in Sachen Sauberkeit und Wartung der Mühlentechnik gelegt. Nun müssen noch die regionalen Händler und Anbieter ihre Waren nach Flechtingen bringen, wo sie in die Regale eingeräumt werden.

Rudolf Schlächter sitzt schon seit Tagen am Wasserrad, das die Mühle antreibt. Mit einem Kärcher hat er das Mühlenrad grob von Schmutz und Ablagerungen befreit. Er hat auch den Wasserdurchlass, ein Brett mit zwei runden Löchern, erneuert. 70 Liter Wasser können so dem Wasserrad pro Minute kontinuierlich zugeführt werden. Das hat er ausgerechnet. Trotzdem lief das Rad für ihn noch nicht ganz zufriedenstellen. „Vor den Durchlass haben wir ein Sieb gestellt, damit Laub, Stöcker und Dinge wie Kastanien den Zufluss nicht verstopfen. Das können wir regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf reinigen“, sagt der Mühlenfreund. Beinahe jeden Tag ist er an der Mühle, um nach dem Rechten zu sehen.

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Dabei hat er auch entdeckt, dass ein Teil der Sitzgruppe unter dem Bühnendach zerstört worden war. Inzwischen hat er den Schaden in der heimischen Werkstatt behoben und die Gruppe steht wieder an ihrem gewohnten Platz.

Schwierige Aufgabe

Während der Großteil der Männer sich um das Außengelände an der Mühle kümmern, wird von den Frauen im Inneren gewienert. Mit Putzlappen und Eimern ausgestattet, müssen die zahlreichen kleinen Sprossenfenster gereinigt werden. Eine schwierige Arbeit, weiß Elke Wisch, denn die kleinen Scheiben stecken in historischem Rahmen und verlieren zum Teil schon ihren Halt, weil Kitt herausgebrochen ist. Sie hat sich auf Arbeit extra die Spätschicht geben lassen, um am Vormittag beim Arbeitseinsatz helfen zu können.

Hubertus Nitzschke und Bernd Schulze kümmern sich um die technische Wartung der zahlreichen Räder. „Wir mussten erstmal einigen Spinnen ihr Zuhause nehmen“, sagt Hubertus Nitzschke. Die Tiere hatten sich im Laufe des Winters im Haus eingerichtet und können, wenn sich die Räder wieder drehen, natürlich nicht mehr an ihren Lieblingsstellen zwischen den Gerätschaften aufhalten. Für einen reibungslosen Lauf werden alle Teile eingefettet. Der Probelauf gelingt dann auch sofort.

Im vergangenen Jahr hatte der Schlossladen für Besucher an 126 Tagen geöffnet. 3256 Besucher konnten registriert werden. Das entspricht einem durchschnittlichen Besucherstrom von 25 pro Tag. 26 regionale Händler hatten 2018 ihre Angebote im Schlossladen untergebracht.