Haldensleben l Jedes Jahr die gleiche Frage: Welcher Baum kommt an Weihnachten in die Wohnstube? Blaufichte, Nordmann-Tanne oder doch eine Rotfichte? Für die Weihnachtsbaum-Verkäufer in Haldensleben steht die Antwort bereits fest: die traditionelle Nordmann-Tanne. Während zwei Händler die Fichten gar nicht erst anbieten, ist die Nachfrage nach dem stachligen Grün beim dritten Händler sehr gering.

Auch für Peggy Hollburg, Tochter Maya (10) und Lebensgefährte Dennis Neumann ist die Nordmann-Tanne gesetzt. „Wir nehmen seit drei bis vier Jahren immer Nordmann“, verrät Peggy Hollburg. Um die Richtige zu finden, sucht die junge Familie aus Süplingen in der Magdeburger Straße bei Händler David Rahn. Während Dennis Neumann die Bäume recht pragmatisch begutachtet, schauen Mutter Peggy und Tochter Maya nach dem Schönsten. „Schau mal Maya, der ist doch schön“, ruft Peggy Hollburg ihrer Tochter zu. Eine etwa zwei Meter große Nordmann-Tanne, dicht gewachsen und voluminös. „Ja, wir möchten den!“, legt sich die 10-Jährige fest. „Der ist doch oben viel zu kahl“, entgegnet Dennis Neumann, dem die Spitze des künftigen Weihnachtsbaums nicht zusagt. „Ach, da kommt doch Deko ran“, sagt Peggy Hollburg – somit steht die Entscheidung fest.

Baum wird mit dem Spanngurt verzurrt

Um die Tanne zu transportieren, ist auch Dennis Neumanns Vater Fred mit seinem Pickup dabei. „Ich hole den von meinem Sohn, den der Schwiegermutter und meinen“, erklärt Fred Neumann.

Nun gilt es, den voluminösen Baum für die Fahrt mit einem Netz zu umspannen. Doch die dichte Tanne will nicht durch den Zylinder passen, welcher sie mit einem Netz umspannen soll. Sowohl Händler David Jahn, Vater Fred als auch Dennis Neumann schieben, drücken und ziehen an dem nadeligen Grün, welches sich nach Kräften wehrt. Schließlich reicht es Fred Neumann. Kurzerhand holt er einen Spanngurt aus dem Auto und verzichtet auf das Netz. So kommt der Baum schlussendlich doch auf den Pickup zu seinen nadeligen Artgenossen und Maya hat ihren Wunsch-Weihnachtsbaum.

Händler David Rahn ist zufrieden, wieder einen Baum verkauft zu haben. „Ich mache das seit etwa sechs Jahren“, sagt Rahn und fügt an, dass er ausschließlich Nordmann-Tannen verkaufe. „Nach Fichten fragt niemand mehr“, erklärt er. Auch stellt der Weihnachtsbaum-Verkäufer fest, dass dieses Jahr die Nachfrage geringer sei. Woran das liege, wisse er aber nicht. Bis einschließlich Heiligabend um 14 Uhr ist David Jahn noch für Kurzentschlossene in der Magdeburger Straße da.

Fichte lief vor Jahren besser

Auch sein Kollege Lutz Gebhardt verkauft fast ausschließlich die Nordmann-Tanne auf dem Parkplatz bei Kaufland. „Die Fichte lief vor ein paar Jahren besser, heute nicht mehr so“, weiß Gebhardt aus seiner Erfahrung und meint, dass die Fichte zwar besser rieche, dafür aber eben stachlig sei. Das mögen gerade die Kinder nicht. Somit fristen die Blau- und Rotfichten ein recht einsames Dasein an seinem Verkaufsstand, während die Kunden die Nordmann-Tannen begutachten.

Jörn Mewes aus Meseberg ist einer dieser Kunden und kauft eine Nordmann-Tanne bei Gebhardt. „Die sind weich, schön, halten länger und sind nicht so stachlig“, begründet der Meseberger seine Kaufentscheidung. Bis zum 23. Dezember um 12 Uhr können Interessierte bei Lutz Gebhardt noch den passenden Baum für das Fest kaufen.

Dritter Händler im Bunde ist Dieter Konrat auf dem Gelände der HEM-Tankstelle. Wie sein Kollege David Jahn an der Magdeburger Straße verkauft auch er einzig die Nordmann-Tanne. „Das Geschäft läuft schleppend“, bedauert Konrat, welcher seit sechs Jahren Weihnachtsbäume verkauft. „Das ist kein Weihnachtswetter, bei Kälte kommen mehr“, hat Konrat den Grund für die geringe Nachfrage ausgemacht.

Bis zum heiligen Abend um 12 Uhr haben die Kunden noch bei ihm die Möglichkeit, Nordmann-Tannen zu kaufen. Bei allen Händlern gilt jedoch eines: Nur solang der Vorrat reicht.