Tempo 30

Wenn der Süplinger Gartenweg zum Raserweg wird

Raser sorgen in den Haldensleber Ortsteilen immer wieder für Ärger bei den Einwohnern. Gerade in Tempo-30-Zonen wird oftmals zu schnell gefahren. Das hat auch ein Mitglied des Ortschaftsrates in Süplingen angesprochen. Haben andere Ortsteile ähnliche Probleme?

Von Theresa Schiffl
Tempo-30-Zone: In Süplingen halten sich im Gartenweg einige Auto- oder Motorradfahrer nicht an die Geschwindigkeit und das, obwohl dort ein Spielplatz ist.
Tempo-30-Zone: In Süplingen halten sich im Gartenweg einige Auto- oder Motorradfahrer nicht an die Geschwindigkeit und das, obwohl dort ein Spielplatz ist. Foto: Theresa Schiffl

Süplingen - Zwei Verkehrsschilder verweisen auf spielende Kinder. Der Gartenweg in Süplingen ist nicht nur eine relativ schmale Straße und eine Tempo-30-Zone, an ihm befindet sich auch ein Spielplatz und ein Kindergarten. Die Geschwindigkeitsbegrenzung im Gartenweg scheint aber viele Auto- und Motorradfahrer relativ wenig zu interessieren. Das musste Annette Koch, die Mitglied im Ortschaftsrat ist, schon öfters feststellen und sprach dieses Thema in der jüngsten Ratssitzung an.

Süplingens Ortsbürgermeister Karsten Ulrich (Wählergemeinschaft Süplingen-Bodendorf) kennt das Problem. „Es gibt genug, die sich nicht daran halten“, erklärt er. Aber nicht nur Autofahrer würden im Gartenweg zu schnell fahren, sondern besonders oft auch Motorrad- oder Crossfahrer. „Deshalb wünschen wir uns, dass das Ordnungsamt prüft, was man dagegen tun kann“, so Karsten Ulrich. Das sei allein schon aufgrund des Kindergartens und Spielplatzes dringend notwendig. „Aber auch die Anwohner haben deshalb oft Probleme, von ihrem Grundstück zu fahren“, weiß der Ortsbürgermeister.

Das Blitzerfahrzeug der Stadt Haldensleben könne jedoch nicht eingesetzt werden, um Raser aus dem Verkehr zu ziehen: „Das Auto braucht Platz, aber die Straße ist zu schmal.“ Eine Überlegung, die auch in der Ausschusssitzung geäußert wurde, seien Bremswellen. Diese habe es im Gartenweg jedoch vor Jahren schon gegeben, wie die Stadt erklärte. Und kurze Zeit später verschwanden sie auch schon wieder, da sich die Anwohner über den Lärm beschwerten, der durch Bremsen und Anfahren der Fahrzeuge entstanden sei.

Solche Fälle kennt auch Polizeihauptkommissar Volker Rauhuth vom Polizeirevier Börde. „Teilweise wünschten sich die Anwohner die Bremsschwellen und vier Wochen später wurden sie wieder entfernt.“ Was Tempo-30-Zonen betrifft, so könnte das die Stadtverwaltung bei Bedarf selbst entscheiden. „Gerade vor Kindertagesstätten, Schulen oder Altenheimen ist das oft sinnvoll“, so Rauhuth. Dennoch gebe es ein Hauptproblem, bei dem auch Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht helfen: die Fahrer selbst.

Straße zu schmal für Blitzerauto der Stadt

Da das Blitzerauto der Stadt keine Option sei, um der Verkehrssünder-Problematik Herr zu werden, werde nun überprüft, ob eine Geschwindigkeitskontrolle mit einem Stativ eine mögliche Lösung sei, erklärte Stefanie Stirnweiß, Mitarbeiterin des Stadtmarketings und Kommunikation.

Das Schild „Verkehrsberuhigter Bereich“ wäre eine Option, jedoch würde dies zu zusätzlichen Maßnahmen in der Salchauer Straße und am Lindenplatz führen, da sich der Gartenweg nicht deutlich von diesen unterscheide, erörtert Stirnweiß. „Dies wäre aber notwendig, zum Beispiel, in dem Pflasterung entsprechend geändert werden müsste. Außerdem darf in verkehrsberuhigten Bereichen nur auf gekennzeichneten Flächen geparkt werden“, so Stefanie Stirnweiß. Das würde bedeuten, dass bei der Kindertagesstätte nicht mehr geparkt werden könne.

Eine kurzfristige Entscheidung für eine passende Lösung sei vorerst nicht möglich. „Dennoch besteht das Interesse, eine machbare Lösung für eine Verkehrsberuhigung zu finden und dazu  ist ein gemeinsamer Vor-Ort-Termin mit dem Ortsbürgermeister angedacht“, erklärt Stirnweiß. Eine Nachfrage bei der Polizei habe aber auch ergeben, dass sich im Gartenweg in den vergangenen drei Jahren keine Unfälle ereignet hätten, erklärt Stefanie Stirnweiß.

Aber nicht nur in Süplingen klagen einige Ortsbürgermeister über dieses Problem. Marie Ohrdorf (WG Freie Wählerliste) aus Uthmöden erzählt: „Wir hatten einmal in der Lange Straße eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 für Lkw und Traktoren. Diese wurde aber aufgehoben. Wir würden sie uns aber zurückwünschen.“ Durch die Biogasanlage sei nämlich mehr Verkehr entstanden.

Raser auch in anderen Ortsteilen

In Satuelle hielten sich vor allem die Anwohner nicht an die Geschwindigkeit. „Das betrifft vor allem Eltern. Wir können nur das Gespräch suchen und an sie appellieren, sich an das vorgegebene Tempo zu halten“, sagt Ortsbürgermeister Mario Schumacher (CDU/FDP). Dennoch sei der Ortsteil gut aufgestellt: „Bis auf unsere Hauptstraße gilt überall eine Geschwindigkeitsbegrenzung.“

Während in anderen Ortsteilen oft die Geschwindigkeitsbegrenzungen in den Tempo-30-Zonen nicht eingehalten werden, sei das in Hundisburg kein Thema, bei dem Handlungsbedarf bestehe, wie Ortsbürgermeister Nico Schmidt (CDU) berichtet. „Bei uns ist das kein Problem oder zumindest kein dauerhaftes Ärgernis“, so Schmidt. Auch in Wedringen gebe es keine Straßen, wo es größere Schwierigkeiten gibt, wie Ortsbürgermeister André Wiklinski berichtet.