Haldensleben l 169 brachliegende Grundstücke in der Haldensleber Innenstadt warten auf Häuslebauer. So viele Baulücken in der Stadtlage hat die Stadtverwaltung in den vergangenen Monaten identifiziert. Diese Lücken – und damit potenziellen Bauplätze – sollen Mitte Juli in einem Baulandkataster aufgeführt werden und damit auch öffentlich einsehbar sein. Das hat jetzt der Stadtrat beschlossen.

Ziel ist es, potenziellen Bauherren so den Weg zu einem Grundstück zu ebnen. Denn nicht jeder, der sich in der Stadt niederlassen möchte, weiß auch, wo es einen dafür geeigneten Platz gibt. Ziel des Katasters ist es, Bauwillige und die Eigentümer - und damit potenzielle Verkäufer - eines Grundstücks, zusammenzubringen. Ein von der Stadt beauftragtes Planungsbüro hat insgesamt 169 solcher Grundstücke gefunden. Diese bestehen teilweise aus mehreren Flurstücken. Die Folge: 300 Grundstückseigentümer seien angeschrieben und gefragt worden, ob sie einer Veröffentlichung zustimmen, teilt Rathaus-Mitarbeiterin Stefanie Stirnweiß mit. Und weiter: „Leider ist der Rücklauf bislang nicht besonders groß.“ Im Interesse der Bauwilligen sei es jedoch wichtig, dass eine möglichst große Zahl an Grundstücken präsentiert werden kann.

Stadt schreibt Eigentümer an

Theoretisch könnte die Stadt all jene Grundstücke ins Kataster aufnehmen, deren Eigentümer einer Veröffentlichung nicht ausdrücklich widersprochen haben. Doch die Stadt versucht es zunächst noch einmal im Guten, schreibt die Eigentümer erneut an. Haben sie bis 10. Juli nicht geantwortet, wird ihr Grundstück allerdings im Kataster erscheinen, teilt Petra Albrecht, Abteilungsleiterin Bauplanung und Umwelt, mit.

Die Namen und andere persönliche Daten der Grundstücksbesitzer werden nicht veröffentlicht. Wer im Kataster fündig geworden ist und Interesse an einem Grundstück hat, kann sich bei der Stadt melden. Diese leitet die Anfrage an den Eigentümer weiter, der dann selbst entscheiden kann, ob er sich mit dem Interessenten in Verbindung setzen möchte.

Mit dem Erfolg zufrieden

Mittlerweile gibt es zahlreiche Kommunen, die mit solch einem Kataster Bauwilligen helfen wollen, sich bei ihnen niederzulassen. Die Stadt Stendal etwa hat seit Februar 2017 ein derartiges Kataster auf ihrer Internetseite freigeschaltet und zeigt sich mit dem Erfolg durchaus zufrieden. „Einige Baulücken wurden seitdem erfolgreich geschlossen. Meistens betrifft dies Baulücken, wo der bisherige Eigentümer nicht im Stadtgebiet oder der näheren Umgebung ansässig ist“, teilt Armin Fischbach von der Pressestelle des Stendaler Rathauses mit. Ähnlich wie in Haldensleben geplant, werden in Stendal auch keine persönlichen Daten der Grundstückseigentümer veröffentlicht, der Datenschutz sei also gewährleistet, so Fischbach. Beim Erstellen des Katasters gingen die Stendaler rigider vor, als es die Haldensleber bislang planen. Fischbach: „Es wurden grundsätzlich alle Grundstücke veröffentlicht, für welche die Charakteristiken stimmen und für die kein Widerspruch vorlag.“ Am Ende gab es nur wenige Eigentümer, die einer Veröffentlichung widersprochen haben. Derzeit umfasse das Stendaler Kataster 1069 potenzielle Bauflächen. 60 dieser Flächen dürfen auf Wunsch der Eigentümer nicht veröffentlicht werden, so Fischbach.