Havelberg l „Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit ...?“ Kein Pro­blem, sagte sich Petrus, der am Sonntag der „Chef“ im Gasthaus Mühlenholz, der 20. Station des Havelberger Adventskalenders 2015, gewesen ist. Kurzentschlossen bestellte er bei Frau Holle die weiße Pracht – und siehe da: Schon ging es los mit dem Flockenwirbel. Die Kinder hielt es angesichts dieser Überraschung natürlich nicht mehr auf ihren Plätzen, sie rannten los und reckten die Köpfe hoch zum „Himmel“, um den Schnee auf sich herabfallen zu lassen.

Das Personal des Gasthauses unter der Leitung von Marianne Lindholz hatte für diese winterliche Einlage bestens improvisiert – beim die sonntägliche Veranstaltung abschließenden Rentiersong wurde einfach die an der Decke im Saal angebrachte Schneemaschine angeworfen.

Rekord: Über 80 Besucher

Aber auch ansonsten lohnte sich der Gang ins Mühlenholz. Zumindest konnten das im wahrsten Sinne des Wortes wackere zwölf Kinder und Erwachsene sowie der Weihnachtsmann von sich sagen, die die Strecke vom Havelberger Rathaus aus zu Fuß bewältigten. Gut 70 weitere Gäste – was somit insgesamt über 80 Teilnehmer bedeutete – sorgten für den bisherigen Rekordbesuch in einem Adventskalendertürchen in diesem Jahr.

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Begrüßt worden waren alle vor dem Gasthaus von einem himmlischen Engelschor: Frauen und Mädchen in prächtigen Engelskleidern – natürlich mit den dazugehörigen Flügeln. Im Saal gesellte sich dann auch noch Petrus dazu, dem sein Alter und sein schmerzender Rücken arg zu schaffen machten. So dass er überhaupt keine Lust hatte, den (Weihnachts-)Engeln ihren größten Wunsch zu erfüllen und sie auf die Erde zu schicken.

Mit schönen Liedern, mit einem kleinen, lustigen Quiz und einem großen Herz für die Kinder im Saal schafften es die Engel dann aber doch noch, dass Petrus die Kinder darüber entscheiden ließ, ob die Engel auf die Erde geschickt werden sollten. Die „Abstimmung“ endete mit einem lauten „Ja“ der Mädchen und Jungen im Saal für den Engelschor.

So wurde der Weihnachtsmann am Sonntag zunächst zur Nebensache. Aber nur zunächst. Nach der Vorstellung standen die Kinder dann auch bei ihm wieder Schlange.

Kerzen für den Quempas

Weihnachtsliedsingen auf Lateinisch ist am Sonnabend im Prignitz-Museum geübt worden. Zahlreiche Kinder und Erwachsene hatten den Gang dorthin vom Rathaus aus unternommen. Denn Museumsmitarbeiterin Sabine Ball hatte sich zum diesjährigen Thema „Weihnachten wie früher“ den Quempas herausgesucht. Dieser ist eine frühneuzeitliche Zusammenstellung von zwei lateinischen Weihnachtsliedern. Schon seit dem Mittelalter ist er Tradition zur Weihnachtszeit. In Sandau hat sich diese Tradition erhalten, berichtete Sabine Ball ihren Zuhörern. Und zwar an jedem Heiligen Abend um 18 Uhr in der Kirche.

Sie lud alle Anwesenden ein, den Quempas einmal gemeinsam als lateinische Fassung nach Matthäus Ludecus zu singen und danach noch die deutsche Übersetzung. Das machte allen Spaß.

Damit in Sandau alle Quempas-Sängerinnen und -sänger – heute kann das jeder sein, in alten Zeiten durften das in Havelberg jedoch nur die Domherren und Knaben – ihren Text gut lesen können, halten sie in einer Hand eine brennende Kerze. Rote und weiße Kerzen lagen bereits auf der großen weihnachtlichen Tafel im Museum, den dazu gehörenden Halter aus buntem Weihnachtspapier bastelten die Jüngsten zusammen mit ihren Eltern, Großeltern oder Geschwistern dann selbst.

Zum Abschluss gab es noch eine Überraschung. Magda Zohm lud zum Bratapfelessen ein. Die Köstlichkeit hatte sie zum einen mit Rosinen und zum anderen mit Preiselbeeren zubereitet. Und natürlich gehörte auch Vanillesoße dazu. Einfach lecker.

Am 21. Dezember ist das BilderbuchCafé am Markt Gastgeber für den Adventskalender. Treff mit Weihnachtsmann und Eseln ist um 17 Uhr am Rathaus.