Havelberg l Wenn der Lebensweg es nicht mehr möglich macht, allein oder mit Partner in einer eigenen Wohnung zu leben, bieten solche Häuser wie das Evangelische Seniorenzentrum Havelberg älteren Menschen Sicherheit und Geborgenheit, stehen Mitarbeiter bereit, die sich um die Senioren kümmern. In ihrer Predigt beim Gottesdienst anlässlich der Einweihungsfeier sprach Pfarrerin Friederike Pfaff-Gronau, Theologischer Vorstand im Landesausschuss für Innere Mission (LAFIM), am Freitag von den geöffneten Armen, mit denen Menschen im Alter im Haus empfangen werden.

Zur Einweihung des Erweiterungsbaus wurden neben Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeitern viele Gäste begrüßt. Vor ihnen blickte Vorstandsvorsitzender Thomas Glaubitz auf „eines der aufwendigsten und schwierigsten Bauvorhaben“ zurück, die er begleitet hat. Und das seien über hundert. Angefangen hatte alles mit einem Wasserschaden im Küchenbereich im Jahr 2009. Das Wasser zog unterirdisch in den Altbau – wobei Altbau nicht der richtige Ausdruck ist, immerhin entstand das Gebäude erst 1999. Die Überlegungen reichten von Aufgabe des Standortes bis zu einem Neubau. Eine Machbarkeitsstudie wurde angefertigt, die jedoch keine sinnvolle und wirtschaftliche Möglichkeit ergab, das alte Gebäude des 1901 errichteten Augusta-Viktoria-Stifts zu erhalten. Nach dessen Abriss sollte Ende Mai 2013 der Neubau beginnen. Doch brachte die Hochwasserkatastrophe die Baupläne durcheinander. Weitere Rückschläge folgten. Im März 2015 konnte der Neubau dann endlich eingeweiht werden und die Sanierung des Altbaus beginnen. Diese ist nun auch abgeschlossen. Der Landesausschuss für Innere Mission hat insgesamt sechs Millionen Euro investiert.

Thomas Glaubitz überreichte einen gebackenen Schlüssel an Ulrike Bennewitz, Geschäftsführerin der LAFIM Dienste für Menschen im Alter gGmbH. Sie behielt diesen aber nur kurz in ihren Händen und gab ihn an Einrichtungsleiterin Dorette Herper weiter. Wie bereits ihre Vorredner dankte auch sie nicht nur den Mitarbeitern, die die lange Zeit der Bauarbeiten mit großer Geduld gemeistert haben, sondern vor allem den Bewohnern, die nicht nur einen Umzug mitmachen mussten, und ihren Angehörigen, die stets hilfreich zur Seite standen.