Fischbeck l Denn in wenigen Wochen wird der Fischbecker 73 Jahre alt und darf dann nicht mehr spenden. Die „225.“ zu Wochenbeginn in Schönhausen bildet den würdigen Abschluss.

Dass er den Rekord im Land hält, macht Paul Steinberg zwar schon ein bisschen stolz, viel Aufsehen darum möchte er aber gar nicht. „Für mich war es immer selbstverständlich, mein Blut zu spenden“, erzählt der 72-Jährige, als er im Verwaltungsgebäude der Schönhauser Behindertenwerkstatt zum letzten Mal den Fragebogen ausfüllt und dann zum Arzt-Check geht.

Erste Spende als Soldat

1967, als er als Soldat zur Motorisierten Schützentruppe nach Prora kommt, ist es auch für ihn Pflicht und Selbstverständlichkeit, zur Blutspende zu gehen. Auch als er dann zurück im zivilen Leben erst in der Tangermünder Leimfabrik und dann bei der Faserplatte arbeit, nimmt er die gebotenen Blutspendetermine wahr. Bis 1992, als die Faserplatte schließt und auch er gehen muss. Mit seinem Blut will er weiter anderen helfen. Also fährt er zu den vom DRK in Schönhausen angebotenen Terminen. Keinen versäumt er – bis auf die einjährige Zwangspause. Die muss er einlegen, als er nach einem Autounfall lange im Krankenhaus liegt.

„Ich war nie krank – vielleicht ist auch die regelmäßige Blutspende ein Grund dafür. Man steht zumindest etwas unter ärztlicher Überwachung: Blutdruck und Hämoglobin-Wert im Blut werden kontrolliert und auch das Blut im Labor getestet. Es gab nie einen Grund, nicht zu spenden.“

Auch die Töchter überzeugt

Auch eine seiner beiden Töchter, Rebekka, die ebenfalls in Fischbeck wohnt, lässt sich von ihrem Vater vom Blutspenden überzeugen. Seit 2013 fahren sie gemeinsam nach Schönhausen. Da treffen sie die längst gut bekannten anderen Stammspender, beim Imbiss hat man immer was zu erzählen. Ohnehin ist Paul Steinberg ein geselliger Typ, stand seiner Frau Liselotte jahrelang in der kleinen Gaststätte in der Fischbecker Darre zur Seite. Die ist 2013 bei der Flut ebenso wie Steinbergs Wohnhaus stark geschädigt worden und es fiel die Entscheidung, nicht wieder zu eröffnen.

Langeweile hat der 72-Jährige dennoch nicht. Denn auf dem Hof gibt es immer was zu tun. Die drei Ponystuten und ein Eselhengst wollen gut versorgt sein. An der Aufzucht der Mulis, die bei der Kreuzung von Esel und Pony herauskommen, hat er immer wieder aufs Neue Freude.

Blut wird immer gebraucht

Zur 225. Spende gab es vom DRK-Blutspendedienst einen Präsentkorb. Und Annerose Liedtke vom DRK-Ortsverein Havelberg übergab dem Fischbecker verbunden mit einem großen Dankeschön einen Tankgutschein in Höhe von 110 Euro.

Auch mit den corona-bedingten Auflagen hat sich Paul Steinberg abgefunden und sich nicht davon abschrecken lassen, „das Blut wird ja weiterhin gebraucht“. In ganz Sachsen-Anhalt gab es beim DRK im vergangenen Jahr 52.810 Blutspenden, im Gebiet der östlichen Altmark genau 4086.

47 Spender in Schönhausen begrüßt

Nicht nur Paul Steinberg wurde beim Schönhauser Termin geehrt, sonderen auch anderen wurde für „runde“ Spenden gedankt: Hubert Ziesemann gab zum 110. Mal sein Blut für andere, Gisela Ladwig zum 75. Mal sowie Michael Zielke und Maik Wittkowski zum je 50. Mal. Insgesamt waren 47 Spender erschienen, einer von ihnen zum ersten Mal.

Die nächsten Blutspendetermine im Elb-Havel-Winkel: 5. Oktober Havelberg, 12. Oktober Klietz, 19. Oktober Schönhausen und 9. November Schollene.