Flutschadensbeseitigung

Acht Jahre nach Deichbruch in Fischbeck werden die Wege hergerichtet

Wie viele Flutschäden sind in Wust-Fischbeck inzwischen beseitigt, was ist alles noch geplant? Darüber wurde der Gemeinderat auf seiner Sitzung in Kabelitz informiert.

Von Ingo Freihorst
Der erste Abschnitt der Fischbecker Fährstraße wurde bereits saniert. Hier soll sich ein weiterer Bauabschnitt anschließen.
Der erste Abschnitt der Fischbecker Fährstraße wurde bereits saniert. Hier soll sich ein weiterer Bauabschnitt anschließen. Archivfoto: Ingo Freihorst

Wust-Fischbeck

Fast acht Jahre, nachdem bei Fischbeck der Deich gebrochen war, sind etwa 90 Prozent der dadurch verursachten Schäden im kommunalen Bereich beseitigt, informierten Philip Müller-Hohenstein und Peter Hackel vom damit beauftragten Ingenieurbüro Igea aus Stendal. Allein in Wust-Fischbeck waren es 93 Maßnahmen in einer Höhe von rund 18,5 Millionen Euro. Insgesamt waren in der Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land 440 Einzelvorhaben abzuarbeiten. Bezahlt wurde alles aus dem staatlichen Flutschadensfonds, auch die in den letzten Jahren anfallenden Kostensteigerungen. Bis Ende 2020 wurden über 96 Millionen Euro bewilligt.

Etliche der Wegebau-Projekte nahe der Elbe sind erst jetzt möglich, denn bislang wurden die Wege als Baustraße für die Deichsanierungen genutzt. Deshalb kann es damit erst jetzt richtig losgehen. Insgesamt neun Wege zwischen der B107 und der Elbe sind aufgelistet.

Bis Ende kommenden Jahres muss alles fertig sein

In Wust-Fischbeck müssen noch 31 Prozent der Schäden behoben werden, bis Ende 2022 muss alles fertig sein. Etliche Vorhaben, welche noch umzusetzen sind, sind allerdings mit Problemen behaftet. So wie beim Nebengebäude der einstigen Wuster Grundschule – denn diese wurde inzwischen geschlossen, so dass eine neue Nutzung abgestimmt werden musste. Der Keller ist bereits beräumt, jetzt erfolgt die Ausschreibung. Hier sind die Kosten von 120.000 auf 200.000 Euro gestiegen.

Ein schwieriges Projekt, wo verschiedene Interessen zu berücksichtigen sind, ist der Wuster Park. So möchte der Denkmalschutz möglichst viele Details vom einstigen barocken Park wie die Sichtachse umgesetzt haben. Das Problem ist allerdings die spätere Unterhaltung und Pflege, welche die Gemeinde allein nicht leisten kann. Zudem will der Denkmalschutz auch den Schulhof in den Park integrieren, die Frage ist, ob die Kommune das möchte. Dazu muss sich der Rat noch positionieren. Auch der Naturschutz ist mit im Boot, für diesen gab es zum Beispiel ein Grundwasser-Monitoring, weil das historische Grabensystem im Park wiederhergestellt werden soll.

Planung für Wuster Park europaweit ausgeschrieben

Weil mit dem Beräumen des Totholzes, den Anpflanzungen sowie dem Bau von Wegen, Brücken und Durchlässen die Gesamtbaukosten enorm hoch sind, ist für die Planung eine europaweite Ausschreibung nötig – wodurch sich aber der Zeitrahmen verlängert. So wird dieses Jahr nur die Planung möglich, nächstes Jahr folgt die Ausschreibung.

Probleme gab es anfangs auch in der Fischbecker Feldsiedlung, wo die Anwohner befürchteten, dass nach der Sanierung das Wasser bei Starkregen zu nahe an die Häuser fließt. Hier ist die sprichwörtliche Kuh vom Eis, das Straßengefälle wird so geneigt, dass das Wasser in Richtung Wiese abfließt.

Eine Schadensbeseitigung ist in Kabelitz in Arbeit, hier wurden die zwei Teiche bereits erfolgreich entschlammt. Das Spülgut lagert derzeit in zwei Absetzbecken und trocknet dort ab, um voraussichtlich im Juli entsorgt zu werden.

Mit der Fährstraße in Fischbeck gibt es ein weiteres „Sorgenkind“. Hier schließt sich ein zweiter Bauabschnitt an, welcher sich bis zum Wendehammer erstreckt. Auch für den dann noch weiterführenden Abschnitt bis zum Elbdeich muss mit der Gemeinde eine Entscheidung herbeigeführt werden.