Kamern l „Kommt der Herbst mit bunter Pracht“ sangen die Kinder der Freien Schule zur Begrüßung und Einstimmung der Gäste am Freitagnachmittag auf der Hofterrasse. Danach rückten alle ins Schulgebäude ein, wo verschiedene Angebote auf Jung und Alt warteten.

So lud die pädagogische Mitarbeiterin Lara Bierwald zu einer Rallye durchs Haus, wobei verschiedene schwierige Aufgaben zu absolvieren waren. Dabei mussten natürlich auch die anderen Angebote absolviert werden, an allen elf Stationen gab es einen Hinweis zum gesuchten Lösungswort. Wer dieses dann ermittelt hatte, durfte sich an der Box mit Süßem bedienen.

Basteln mit Holunder

In der Holzwerkstatt luden Sonderpädagogin Nancy Lewerken und Vati Klaus Zerwes zum Herstellen von Schlüssel-Anhängern aus Holunderhölzern. Nebenan im Ruheraum wurde es später etwas turbulenter, hier wurde ein Handpuppenstück aufgeführt, zudem gab es eine Lesung und ein szenisches Spiel.

Bilder

Tierische und fantasievolle Masken aus Papptellern entstanden unter Anleitung von Integrationshelferin Wenke Groß sowie von Praktikantin Elisabeth Fehle. Und in der Druckwerkstatt wurden bunte Drucke hergestellt, wobei eingefärbte Laubblätter auf Papier gedrückt wurden.

Handwerkstechniken im Unterricht

Überhaupt werden etliche Handwerkstechniken im Unterricht angeboten. Es existieren Textil-, Holz-, Filz- und Umweltwerkstatt, es wird gekocht und gebacken und neben dem Schulgarten existiert zudem ein Lehrbauernhof. Jeder der insgesamt 21 Schüler ist übrigens Pate eines Tieres, auf dem Hof tummeln sich in verschiedenen Gehegen Schweine, Schafe, Kaninchen, Enten und Hühner. Täglich steht die Fütterung auf dem Arbeitsplan, von Zeit zu Zeit muss der Stall des „Patenkindes“ natürlich auch mal gesäubert werden.

Die Lehrer sehen sich hier als Lernbegleiter, alle Kinder der Klassenstufen 1 bis 4 bilden eine Lerngruppe, unterrichtet wird in Blöcken. Im ersten Block wird der Wochenplan abgearbeitet, bei der Freiarbeit suchen sich die Kinder zudem selbständig eine Aufgabe – auch im Team. Der zweite Block ist Kursen, Werkstätten und Projekten vorbehalten. Zwischen den drei Blöcken gibt es Pausen von mindestens 45 Minuten, dabei kann man sein Frühstück in Ruhe verzehren und hat danach noch genügend Zeit für Bewegungsspiele auf dem Schulhof. Auswendig wird hier nichts mehr gelernt, statt Noten gibt es Punkte.

Die Schüler sind schon recht selbständig: Sie führten paarweise durch ihre Einrichtung und sicherten gemeinsam mit den Erwachsenen den Kuchenbasar ab. Dessen Erlös ist zum Kauf von Lehrmaterialien bestimmt, die Hälfte fließt zudem an eine christliche Schule in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba.

Das Einzugsgebiet der vom neugierig-Verein getragenen Schule ist recht groß, die Kinder kommen unter anderem aus dem brandenburgischen Strodehne sowie aus Havelberg, Garz und Kamern. Zwei Familien aus dem Berliner Raum zogen deswegen extra in die Seegemeinde, weitere wollen folgen. Der Zuspruch ist also weiterhin ungebrochen: „Für das kommende Schuljahr haben wir bereits elf Anmeldungen“, informierte die Schulleiterin.