Havelberg l „In Havelberg sind in der letzten Zeit so einige Altkleider-Container verschwunden. Woran liegt das?“ möchte Cornelia Kober aus der Domstadt gerne wissen. Denn als Betreuerin von Menschen mit Behinderung bekommt sie immer wieder mal Bekleidung für diese gespendet. „Ich sortiere dann aus, was passen könnte und was nicht“, berichtet sie. Was sie für die von ihr betreuten Menschen nicht verwenden kann, „das gebe ich, gewaschen und ordentlich verpackt, in die Kleidercontainer. Damit die Sachen dann vielleicht noch an andere Menschen ausgegeben werden können“.

Jetzt seien die Behälter, die noch stehen, zumeist immer übervoll – so wie in der Löhestraße, wie Cornelia Kober feststellen musste. Und in der Bahnhofstraße gebe es gar keine mehr.

Bei den verschwundenen Containern handelt es sich allerdings nicht um die vom DRK-Ortsverein „Havelberg-Land“ aufgestellten Behälter. „Über den gesamten Elb-Havel-Winkel sind insgesamt 15 Kleidercontainer von uns verteilt“, informierte die Vorsitzende des Ortsvereins, Annegret Steffen, auf Nachfrage. „Vier davon haben in Havelberg ihre festen Standorte.“

DRK hat vier Container in Havelberg

Hauptsächlich betrifft das das Wohngebiet in der Oberstadt. Hier sind drei Container für Altkleider und Schuhe zu finden, und zwar im Birkenweg (Foto rechts), im Franz-Mehring-Viertel (in der Nähe der Apotheke) und in der Breiten Straße. Der vierte Container hat am Friedenshort seinen festen Stellplatz. „Und dann besteht auch noch die Möglichkeit, die Spenden zu den Öffnungszeiten direkt zu uns in die Kleiderkammer in der Genthiner Straße in Havelberg zu bringen“, so Annegret Steffen. Außerhalb der Öffnungszeiten steht zudem auch auf dem Parkplatz vor der DRK-Baracke noch ein Container für Bekleidung und Schuhe.

„Jeden Montag, wenn an dem Tag Blutspende ist, am Dienstag, werden unsere Container geleert. Das hat sich sehr gut eingespielt“, schätzt Annegret Steffen ein.

Über die eine und andere Umsetzung von Containern in der Stadt solle übrigens demnächst einmal beraten werden. Auf Nimmerwiedersehen verschwinden werde jedoch keiner der Behälter.

Vertragspartner hat gekündigt

Aber wo sind andere Container geblieben? „Die Frage lässt sich schnell beantworten“, erklärt Amtsleiter André Gerdel im Havelberger Rathaus. „Die Stadt hatte das Aufstellen von Sammelbehältern auf öffentlichen Flächen ausgeschrieben und einen Vertragspartner dafür gefunden. Doch hat dieser Mitte des Jahres seinen Vertrag coronabedingt gekündigt und dann nach und nach die Container abgefahren, die sich überwiegend mit an der Stelle der Glascontainer befunden hatten.“ Als Grund für die Kündigung nennt der Amtsleiter die Tatsache, dass in der Zeit der Pandemie Altbekleidung zur industriellen Verarbeitung kaum gefragt ist. Dem Aufsteller der Container würden aus diesem Grund nur hohe Kosten entstehen. Die Stadt bereitet eine neue Ausschreibung vor.

Es gibt aber auch noch andere private Aufsteller in der Stadt: So zum Beispiel bei Norma und bei den beiden Netto-Märkten oder beim Zoohandel in der Semmelweisstraße.