Garz/Strodehne l Plötzlich gab es einen mächtigen Ruck an seiner Angel, an dem ein Wobbler hing. Ein riesiger Wels hatte den künstlichen Köder geschluckt, der von Sebastian Gratzke aus Kuhlhausen gesteuerte Kahn wurde von dem Fisch insgesamt etwa 300 Meter weit die Havel entlang gezogen. Um die 40 Minuten dauerte der Kampf zwischen Mensch und Fisch, dann war letzterer erschöpft. Sebastian Gratzke handelte rasch, damit der Wels nicht wieder neue Kraft schöpfen konnte und zog den Fisch an der Badestelle in Strodehne an Land. Die Angelrolle war arg angeschlagen, die Sehne hatte zum Glück gehalten. Und der glückliche, aber erschöpfte Angler hatte zwei Tage lang Muskelkater.

Jetzt wurde der 60 Kilogramm schwere und 2,14 Meter lange Wels auf der Hof des Fischermeisters Siegfried Schulz in Garz geschlachtet. Hier hatte der Wels seine letzten Tage in einem großen Behälter verbracht. Natürlich hatten sich etliche Garzer zu dem Ereignis eingefunden. Etwa 35 Kilogramm Fleisch kann der Angler nun verwerten. Ein Teil wurde gleich geräuchert, der große Rest eingefroren.

Die am Gewässergrund lebenden Welse wurden wegen ihres ergiebigen, grätenlosen und schmackhaften Fleisches einst unter anderem in Elbe und Havel ausgesetzt, seitdem haben sie sich in beiden Flüssen enorm vermehrt.