Das Programm:

Zum Tourfinale des „Traumschüffes“ sind Besucher am Sonnabend, 21. September, zum Theater-Openair auf der Kiebitzberg Schiffswerft in Havelberg willkommen:

16 Uhr Aufführung von „Hinter den Fenstern“

17.30 Uhr Podiumsgespräch „Wem gehören Kunst und Kultur? Oder: Perspektiven kultureller Teilhabe im ländlichen Raum“

18.30 Uhr Ende, Gelegenheit zum Austausch

Die Veranstaltung findet mit Audiodeskription, Dolmetschung in Gebärdensprache sowie Schriftdolmetschung statt.

Unter der Marke „Kultur im Kleisthaus“ lädt der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, zu Kulturveranstaltungen ein. Im Sommer hat er das „Traumschüff“ mit drei barrierefreien Veranstaltungen außerhalb von Berlin unterstützt. Heute ist er in Havelberg mit an Bord.

Havelberg l Die Havel herunter schipperte das „Traumschüff“ zu Wochenbeginn in Havelberg ein. Rathenow war der vorletzte Gastspielort in der Saison 2019. Bevor das „Schüff“ auf der Kiebitzberg Werft winterfest gemacht wird und die Crew dann an festen Spielorten gastiert, steht es am  Sonnabend, 21. September, noch einmal als Bühne im Mittelpunkt. Denn ab 16 Uhr wird das Theaterstück „Hinter den Fenstern“, in dem es um das Leben auf dem Land geht, barrierefrei aufgeführt.

Gerade wurde die Arztpraxis geschlossen, weil Dorfärztin Helga in Rente geht. Start-Up-Gründer Raul hat da mit seiner „Arztpraxis von Morgen“ – einer App für Video-Sprechstunden – eine Idee. Doch die Leinewitzer haben sich das anders vorgestellt… Wer wissen möchte, was genau, sollte die Aufführung heute nicht verpassen. Das Stück stammt aus der Feder von Nikola Schmidt, die am Montag zu der fünfköpfigen Crew an Bord gehörte, die das "Traumschüff" nach Havelberg steuerte. Mit dabei neben David Schellenberg zudem Jana Grubert, Johanna Paliege und Myriam Oosterkamp.

„Das war die größte Tour bisher. Wir sind im Prinzip einmal im Kreis gefahren, haben 580 Kilometer mit 38 funktionierenden und einer kaputten Schleuse geschafft. Wir haben die 5000er-Marke bei den Zuschauerzahlen geknackt. Das heißt, wir hatten im Schnitt 100 Besucher pro Veranstaltung“, berichtet der Initiator des schwimmenden Wandertheaters David Schellenberg. An 25 Tourstationen gab es 50 Veranstaltungen. „Letztes Jahr hatten wir im Schnitt 50 Besucher. Das Traumschüff spricht sich immer mehr herum. Aus Mittel- und Norddeutschland reisen Leute an, um uns zu sehen“, ist der Vorstand und künstlerische Leiter der Theater­genossenschaft „Traumschüff“ froh, dass sich seine Idee, die er 2016 von einem Theater, das zu den Leuten auf dem Land kommt, hatte, zu einem erfolgreichen Projekt entwickelt hat. Radio und Fernsehen wie Deutschlandfunk und Arte berichteten über das Theater. „Die Leute haben uns sogar in ihre Urlaubsplanung mit aufgenommen, damit sie uns sehen können.“

David Schellenberg zieht zum Ende der dritten Saison dieses Fazit: „Die Zuschauerzahlen sind natürlich motivierend für uns. Es ist super, dass wir das gemacht haben und spannend zu sehen, wie das Konzept aufgegangen ist. Wir kommen bei den Aufführungen mit vielen Leuten ins Gespräch, das inspiriert uns zu unseren Stücken. Schön ist auch, dass wir anfangen, wirtschaftlich auf festen Beinen zu stehen. Dadurch, dass wir immer bekannter werden, bekommen wir Fördermittel. Allein von den Spenden könnten wir nicht leben. Für 2020 beginnen jetzt schon die Planungen.“