Havelberg l Es ist das Holz, das ihn vor allem als Werkstoff für seine künstlerische Arbeit fasziniert. Welche Formen und Gestaltungen am Ende dabei herauskommen, ist oft Zufall. Er lässt die Dinge auf sich zulaufen. Anfassen ist ausdrücklich erwünscht in der neuen Ausstellung im Arthotel Kiebitzberg in Havelberg. Deshalb trägt sie auch den Namen „Touchables“. Der Macher: Ulrich Wohlgemuth aus Colbitz. Kunst hat ihn schon immer fasziniert und er malte und zeichnete bereits in seiner Kindheit – die er in den ersten sieben Jahren übrigens auf dem Schönhauser Damm verbrachte. Mit Kunst Geld verdienen? Der Vater riet ihm zu etwas Vernünftigem. Und so erlernte er den Beruf des Holzmetallbauers mit Abitur, studierte Apparate- und Anlagenbau sowie Formgestaltung. Später lehrte er Studenten als Dekan und Professor Industriedesign. Jetzt, als Pensionär, verbindet er all sein Wissen und Können in seiner Kunst.

Einen beeindruckenden Einblick in sein Schaffen vermittelt die neue Ausstellung, in die Andreas Lewerken, Geschäftsführer der Kiebitzberg Gruppe, anhand eines Interviews zur Vernissage bei herrlichstem Sonnenschein und Akkordeonklängen von Martin Müller im Garten einführte. Sie kennen sich viele Jahre. 1996 arbeiteten sie zusammen beim Holzsymposium auf dem Kiebitzberg in Kuhlhausen an ihrem bevorzugten Werkstoff Holz. Er habe mal wieder Lust auf ein solches Symposium, sagte Andreas Lewerken und stellte eines für den Herbst in Aussicht.

Das Holz und die Artefakte, die Ulrich Wohlgemuth zu seinen Skulpturen vereint, haben alle eine Geschichte. So das Vehikel im Garten des Arthotels mit einer ausgehöhlten Eiche, die 300 Jahre alt war. Eine Figur hat ein Kleid aus kleinen kupfernen Schildchen an. Buttermilch und Magermilch ist darauf zu lesen. Sie stammen aus einer Molkerei. Interessant auch der „blockierte Seitensprung“.

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