Sandau l „Jeden Tag erleben wir, wie die einst so ferne und große Welt an uns heranrückt. Sei es durch die Berichterstattung der Medien, durch Tourismus, Schüleraustausch oder nicht zuletzt durch die Flüchtlingsströme. Politische Gesinnungen treffen aufeinander, Religionen, Kulturen und damit auch immer mehr Menschen. Wir alle sind Teil dieser Entwicklungen. Die Welt endet nicht am Gartentor oder am Ortsausgangsschild. Was auf der Welt geschieht, geht uns alle an. Und unsere Generation entscheidet mit, wie die Zukunft aussehen wird.“ Sätze zum Nachdenken, mit denen Aennie Schmidt, Lea Mädel und Lea Gierke die zahlreichen Besucher am Montag auf die neue Ausstellung im Sandauer Kirchturm einstimmten.

Schüler der jetzigen 10. Klassen der Havelberger Sekundarschule hatten sich vor den Sommerferien während der Tage der Interessen mit dem Thema „Eine Welt – viele Gesichter“ künstlerisch auseinandergesetzt. Ihre Arbeiten und auch weitere Collagen, Plastiken und Bilder auf Acryl aus dem Kunstunterricht mit den Lehrerinnen Caren Pfundt und Ute Seemann sind nicht in einer Ecke verschwunden, sondern haben das Schulhaus verlassen. Ein bisschen in Richtung weite Welt. Denn die Ausstellung sehen viele Besucher in der offenen Radfahrerkirche in Sandau. Noch bis Ende Oktober ist sie montags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Und durch die Berichterstattung von MDR und Volksstimme wird die Botschaft der Schüler in die Welt hinausgetragen.

Wie weh tut Hunger?

Die große, bunte und vielfältige Welt eröffnet viele Möglichkeiten, „fordert aber auch unser Verstehen und unsere Toleranz“, heißt es in dem zur Ausstellung angefertigten Infoblatt. Bei ihrer Arbeit beschäftigten sich die Schüler mit Fragen wie: Wo stehen wir in dieser Welt? Und wer steht neben uns? Welche Träume hat der Junge aus Eritrea, welche Ängste das Mädchen aus Bangladesch? Wie weh tut Hunger den Kindern dieser Welt?

Bilder

Der Vorsitzende des Fördervereins für den Wiederaufbau des Sandauer Kirchturmes Ingo Jurig hatte am Montagmittag die zahlreichen Besucher der Ausstellungseröffnung im Kirchturm begrüßt. „Mit euren Arbeiten zeigt ihr Zivilcourage, stellt euch gegen Ausländerfeindlichkeit und setzt euch für gegenseitige Anerkennung ein. Das ist ein sehr gutes Zeichen.“

Schulleiterin Kerstin Meinschien bedankte sich bei allen, die diese Ausstellung ermöglicht haben. Lehrerin Petra Tetzel hatte die Idee dazu, den Kirchturm als Lern- und Ausstellungsort zu nutzen. Musiklehrer Martin Jamrath hatte mit der Schülerband drei deutschsprachige Hits ausgesucht und einstudiert, die zum Thema passen. Der Applaus war Annika Pätzold, Vanessa Janke, Lea Gierke, Tom Hünemörder, Alexander Kage und Rick Matthewes sicher.

„Die Ausstellung ist sehr beeindruckend und ich freue mich, dass wir die Gelegenheit haben, die Arbeiten hier zu zeigen“, sagte die Schulleiterin. Und mit Blick auf ihre Schüler und Kollegen: „Ich bin stolz auf euch.“ Die Schüler dankten unter anderem den Sponsoren, die Farben und Leinwände zur Verfügung stellten, sowie dem Kultusministerium und dem ESF Programm „Schulerfolg sichern.“

Präsentiert wurde auch das QR-Code-Projekt der Zehntklässler Jona Freundt, Janek Mangelsdorf und Jolina Wendt. Der Besuch der Sandauer Kirche im Oktober 2016 hatte ihr Interesse geweckt und sie beschäftigten sich mit der Geschichte des Gotteshauses. Zu finden auch im Internet unter sandauer-foerderverein.blogspot.com