Havelberg l Hilfestellung dazu gibt es jetzt  im Havelberger Bildungszentrum. Lerne ich gerne in der Schule? Erledige ich meine Aufgaben ordentlicher als andere? Organisiere ich gerne? – Diese und viele weitere Fragen mussten die Teilnehmer der BOP-Potentialanalyse dort beantworten. Die Abkürzung steht für Berufsorientierungsprogramm. 55 Schüler aus den 7. Klassen der Havelberger Weinberg-Schule waren zu Besuch, um diese Fragen zu beantworten und sechs weitere Stationen zu absolvieren.

„An diesen Stationen werden verschiedene Eigenschaften getestet wie Teamfähigkeit, Kommunikation oder Kontrolle“, informierte Sozialpädagogin Nancy Mühlenberg, die Leiterin des Bildungszentrums im Gewerbegebiet. Auch sah man, wer schnell aufgibt.

Kooperation mit der Sekundarschule

Die Zweigstelle der Stendaler Berufsbildungsakademie Altmark (BBA) kooperiert bei der Berufsfindung schon seit Jahren mit der Sekundarschule. Weil in der Domstadt nur sieben Mitarbeiter vor Ort sind, reisten Kollegen als Verstärkung aus Stendal an.

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Für den Stationsbetrieb wurden die drei Klassen bunt gemischt in sieben Gruppen aufgeteilt. Es herrschte Maskenpflicht, denn die Abstände konnten nicht immer eingehalten werden. Jede Station musste absolviert werden, im Anschluss schätzten die Schüler selbst ein, wie sie die Aufgabe gemeistert haben.

Schwierige Aufgaben erfüllen

Bei etlichen Stationen war dies sehr vertrackt. So sollte ein auf Seilen ruhender Ball von vier Schülern mit verbundenen Augen über eine gewisse Strecke zu einem Eimer getragen werden, andere Schüler mussten das Quartett dirigieren. Das war leichter gesagt als getan, viele scheiterten. Hier war ein echter Kommunikator gefragt – also jemand, der sagte, wo es lang ging. Aber auch mit offenen Augen war der Balltransport nicht einfach, wie sich später zeigen sollte.

Eine „Leonardo-Brücke“ sollte an einer weiteren Station errichtet werden. Dazu bekam die Gruppe 28 Holzstäbe, welche sie wie einst Leonardo da Vinci zu einer selbsttragenden Brückenkonstruktion zusammenfügen sollten. Ob dies am Ende wohl jemand selbständig geschafft hat?

Ein Doppeldecker musste an einer anderen Station aus einem Bausatz zusammengeschraubt werden. Die Schüler hatten dazu jeweils 40 Minuten Zeit, dann wurden die Stationen gewechselt. In einem anderen Raum war erneut eine Brücke zu bauen, diesmal jedoch aus einem Blatt Papier.

Ein Gefühl für Gleichgewicht und Statik war beim Bamboleo-Spiel gefragt. Eine runde Scheibe lag hierbei mittig auf einem aufrecht stehenden Stab, die Scheibe musste so mit Spielsteinen belegt werden, dass sie nicht herunter kippte. Nicht fehlen durfte zudem ein Memory-Spiel.

Brafo-Projekt auf Oktober verschoben

Einige der Spiele werden zum Start auch mit jenen geübt, welche in der Bildungseinrichtung im Gewerbegebiet ein berufsvorbereitendes Jahr absolvieren. So lernen sich die Teilnehmer gleich kennen.

Ursprünglich sollte im Vormonat bereits das Brafo-Projekt zusammen mit der Schule stattfinden. Brafo steht für „Berufswahl richtig angehen, frühzeitig orientieren“. Doch weil wegen Corona nicht immer alle Klassen in der Schule waren, musste die Aktion in den Oktober verschoben werden.

Im Dezember folgt dann der zweite Teil des BOP-Projektes, die Werkstatttage erstrecken sich über insgesamt zehn Tage. Hierbei können die Jugendlichen – dann als Achtklässler – verschiedene Berufsfelder entdecken und ausprobieren, welche unter anderem im Bildungszentrum angeboten werden, zum Beispiel Verkäufer, Kaufleute oder Konstruktionsmechaniker.