Havelberg l Von Angeln bis Winnetou kann man alles finden, was das Bücherwurm-Herz begehrt. Das geräumige Ambiente der Buchstation des Kulturprojektes Stadtinsel Havelberg lädt Besucher dazu ein, sich mit einem gewählten Buch erstmal hinzusetzen und einzulesen. „Wir haben grundsätzlich erstmal alles“, erklärt Bruno Schmidt. Er ist einer von neun ehrenamtlichen Mitarbeitern der Buchstation in der Langen Straße. Neben Büchern findet man hier auch Filme auf DVD und Videokassette, CDs und Kinderspielzeug. Eine hohe Nachfrage besteht zu Garten- oder Bastelbüchern, aber auch zu Romanen aller Art. Sport-Literatur bleibt meist etwas länger liegen. Wer sich hier ein Buch aussucht und mitnehmen möchte, zahlt nur eine kleine Spende und keinen Festpreis. Der Erlös wird lediglich für die Betriebskosten der Räumlichkeiten benötigt.

Doch kann man in der Buchstation nicht nur Bücher und andere Medien bekommen, sondern auch abgeben, was man selbst nicht mehr benötigt. Man kann zum Beispiel ein mitgebrachtes Buch gegen ein ausgesuchtes tauschen.

Auch Klassiker gibt es

„Zum Wegschmeißen sind Bücher viel zu schade. Da freut sich auch ein anderer drüber“, erzählt der leidenschaftliche Briefmarkensammler. Er verbringt viel Zeit damit, gespendete Bücher zu prüfen und zu sortieren. „Manche Leute hinterlassen sogar Bücherwünsche und wollen benachrichtigt werden, sobald ein entsprechendes Exemplar bei uns vorliegt.“

Im Sommer schauen vor allem Touristen gern in die kleine Bücherei. Man findet immer ein Mitbringsel für Bekannte, die sich über Bücher freuen. Hier können Leseratten auch richtige Klassiker wie Goethe und Schiller oder den Graf von Monte Christo zu einem kleinen Obolus bekommen. Oder man stößt beim Durchstöbern der Regale auf interessante Werke, von denen man noch nie gehört hat. Auch unzählige Biografien bekannter Persönlichkeiten warten auf interessierte Leser, zum Beispiel sich die von Steve Jobs, Elvis Presley und Michael Jackson.

„Während des nun kommenden Winters wird die Buchstation voraussichtlich wieder recht leer bleiben“, befürchtet Bruno Schmidt. „Die Havelberger selbst scheinen kein besonderes Interesse am Lesen zu haben.“ Dabei ist doch gerade die Winterzeit eine gute Lesezeit.

Die Autorin jedenfalls hat mit dem Besuch der Buchstation ihr Bücherregal aufgefüllt: Sie hat sich zuletzt zwei Stephen-King-Klassiker und ein weiteres Buch für nur fünf Euro mitgenommen.