Schönhausen l „Dieser Deich hier besteht komplett aus Ton, welcher damals nicht besonders gut verdichtet worden war“, erklärte Flussbereichsingenieur Alexander Helm vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz aus Havelberg die Ursachen für die Tockenheitsrisse. Der Deich am Steindamm ist wahrscheinlich zusammen mit der damaligen Bahnbrücke errichtet worden, der Ton wurde noch von Hand mit Stampfern verdichtet. Heute erledigt dies eine Schaffußwalze weit effizienter und schneller.

Wegen der diversen Risse und der damit verbundenen Gefahr für die Standsicherheit musste das 850 Meter lange Deichstück umgehend saniert werden. Der landseitigte Deichkörper wurde zum Teil abgetragen, neu errichtet und verdichtet, zur Stabilisierung wurde zudem eine landseitige Berme angeschüttet.

Munition ist hochgefährlich

Somit ist die Standsicherheit wieder hergestellt. Nun bleibt das Ganze ein Jahr liegen, voraussichtlich im Frühjahr 2020 soll dann das Deichstück komplett fertiggestellt werden.

„Die Zusammenarbeit mit allen am Bau Beteiligten hatte sehr gut geklappt“, blickte Alexander Helm jetzt bei der Bauabnahme zurück. Die Kampfmittelräumer hatten mit den Hinterlassenschaften der Wehrmacht anfangs gut zu tun: Neben einem Nebelfass wurden auch 26 Panzerabwehrgranaten gefunden. Einmal musste sogar vor Ort gesprengt werden – die Munition ist also auch nach über 70 Jahren noch immer teils hochgefährlich.

Innerhalb von nur acht Wochen hatte die beauftragte Firma Contrans aus Tangerhütte die Schäden beseitigt. Um die 20 000 Tonnen Boden wurden dabei eingebaut, erklärte Planer Daniel Wolkenstein vom Prowa-Büro aus Neuruppin. Auf der Krone wurde zudem das arg zugewachsene Pflaster vom Bewuchs befreit und teils wieder ausgerichtet. Nun muss der Bagger noch alles ordentlich abziehen und auch die Senken im Qualmpolder von den abgelagerten Erdmassen befreien.

Etwa eine halbe Million Euro hatte der Hochwasserschutz-Landesbetrieb für diese Schadensbeseitigung außerplanmäßig bezahlt.