Schönhausen l Die Bauarbeiter haben ihre Winterpause beendet, auf den Deichbaustellen des Landesbetriebes für Hochwasserschutz (LHW) herrscht wieder Hochbetrieb. Das erlebten die Deichschauer jetzt zum Auftakt der diesjährigen Schau. An einigen Stellen wie zwischen der ICE-Brücke und der Deichüberfahrt Hohengöhren war der Deich nicht passierbar, so dass man die Trasse umgehen musste – bei über elf Kilometern Fußmarsch fiel das nicht mehr groß ins Gewicht.

Zwischen Hohengöhren und der Bahnbrücke werden 1,9 Kilometer Elbdeich normgerecht saniert, die Widerlager der Brücke sind durch eine Hochwasserschutzwand aus Beton gesichert. Ein Teil vom Altdeich wird treppenartig abgetragen, darauf entsteht der neue, höhere und wegen der landseitigen Berme auch breitere Deich. Saniert wird in Abschnitten von jeweils 250 Metern.

1,9 Kilometer lange Baustelle

Drei Kilometer südlich, unterhalb der B 188-Brücke, folgte die zweite Baustelle, LHW-intern als „Schönhausen IV“ bezeichnet. Sie ist ebenfalls 1,9 Kilometer lang, hier müssen noch der Boden und der Asphalt aufgetragen werden, im Mai soll alles fertig sein. Für den Naturschutz wurden die Schweinekuhle entschlammt und Wildwuchs entfernt. Ein Gewässer musste hier wegen der breiteren Deichtrasse verkleinert werden, wasserseitig wurde ein anderes Gewässer dafür vergrößert.

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Gebaut wird zudem zwischen Fischbeck und Jerichow: Am Lenzenberg, an dem die Schau endete, wurde gerade der Altdeich abgetragen. Hierzu informierte der Projektverantwortliche André Pasemann, dass der dritte Abschnitt bis auf Restarbeiten wie die Rasenansaat fertig sei. Im vierten Abschnitt zwischen dem Lenzenberg und Jerichow wird derzeit gerade Asphalt aufgetragen.

Protokolliert wurden von den Schauern diverse Wühltierschäden am Deichfuß nahe Schönhausen, in dem von der Bahn angepflanzten Jungwald leben etliche Schweine. Auch lag in der Nähe wasserseitig ein Baumstamm. Schrumpfrisse im neuen Deich bei Fischbeck sind der Trockenheit geschuldet, die Schafe verdichten diese wieder. Am Neuen Wiel bei Schönhausen war in zwei Metern Höhe Regenwasser aus dem Deich herausgetreten, hier wurden als Dränage Querriegel aus Kies eingebaut.

Intelligente Grasmischung

André Pasemann informierte, dass bei der Sanierung Gräser verwandt werden, die auch in der Region gedeihen. Sie wachsen besser an. Samen in der benötigten Menge zu gewinnen, war nicht einfach gewesen. Zuerst wächst nun das einjährige Ammengras heran, es unterdrückt die Unkräuter, dadurch können die mehrjährigen Gräser später besser gedeihen. Klee dient zudem als Stickstofflieferent.

Zum Auftakt der Deichschau hatte LHW-Flussbereichsleiter Marco Schirmer aus Genthin in der Gaststätte „Zur alten Linde“ informiert, dass die Elbe derzeit Mittelwasser führt, ein Hochwasser ist nicht in Sicht. Mit den Schäfern wurden dieses Jahr neue Verträge geschlossen, für einen Hektar bekommen sie nun bei normaler Deichpflege 425 Euro. Sie sind angehalten, die Wege anschließend rasch zu reinigen und bei zwei Wegen immer einen davon freizuhalten.

In der Planung ist zudem die Sanierung des Deiches vom Grundstück Prigge bei Hohengöhren bis zur Fährstraße Arneburg. Ende des Jahres soll ausgeschrieben werden – so denn alles klappt. Von der Fährstraße in Richtung Klietz soll ab 2019 saniert werden, mit Spundwand und Berme.