Elbe-Havel-Land l Eine Lehre aus dem Orkan, der Anfang Oktober 2017 über die Region hinwegfegte, war, dass bei solch hohem Einsatzaufkommen die Leitstelle in Stendal einfach nicht mehr hinterher kommt. Deshalb wurde im Vorbereitung auf das Orkantief „Sabine“ im Landkreis entschieden, in den Verbands- und Einheitsgemeinden solche „kleinen“ Leitstellen, also die oben erwähnten TEL, einzurichten.

Das Klietzer Gerätehaus bietet dazu ideale Voraussetzungen: Zum einen liegt der Ort zentral in der Verbandsgemeinde und zum anderen könnte das komplette Gebäude bei Stromausfall mit dem Stromaggregat der Drehleiter versorgt werden.

Einsätze kommen per Fax

Leiter der am Sonntag ab 18 Uhr eingerichteten TEL war Gemeindewehrleiter Uwe Engel. Ihm zur Seite saßen die beiden Stellvertreter Kai Völkel und Peter Jugler sowie Verbandsbürgermeisterin Steffi Friedebold als Dienstherrin und Jenny Wolff vom Ordnungsamt. „Alle Sturmschäden werden aus Stendal unter anderem per Fax übermittelt, wir verständigen dann über Funk die Ortswehren“, berichtete Uwe Engel. Vorab hatte man sich mit diesen in Verbindung gesetzt, so dass der Funk vor Ort auch abgehört wurde.

Ausgestattet war die TEL mit Laptop und Funkgeräten sowie diversem Kartenmaterial von der Verbandsgemeinde, unter anderem Ortsplänen. Ferner lagen Stapel mit Vordrucken, etwa für Einsatzberichte, bereit. Auch diese wären hier ausgefüllt worden, sonst erledigen das die Ortswehren selbst.

Mit Havelberg abgestimmt

„Mit Havelberg haben wir uns ebenfalls abgestimmt, beispielsweise könnten wir dort bei möglichem Starkregen, der ebenfalls angekündigt ist, im Notfall mit Pumpen aushelfen“, erklärte Uwe Engel.

In den größeren Wehren waren zudem Bereitschaften eingerichtet. 15 Klietzer Aktive hatten sich dazu eingefunden, somit war denn auch gleich die Versorgung der Einsatzleitung abgesichert. Besetzt waren zudem die Gerätehäuser in Schönhausen und Fischbeck.

Zum Glück wütete das Orkantief nicht so arg wie befürchtet – zumindestens was die Elb-Havel-Region betrifft. Lediglich die Wuster Feuerwehr musste am Sonntag kurz nach 13 Uhr ausrücken, um am Wuster Damm Sturmschäden zu beseitigen. Elf Wuster und vier Sydower waren im Einsatz. Klietz wurde gegen 14.30 Uhr in die Bertholt-Schwarz-Straße alarmiert, der Einsatz wurde aber abgebrochen. Gestern früh rückte Wust erneut mit sieben Kameraden aus, um große Äste zu beseitigen, die auf der B 188 am Wuster Damm lagen.

Nach Rücksprache mit der Leitstelle wurde der Orkan-Einsatz gestern früh um 3 Uhr beendet, auch die Aktiven verließen ihre Gerätehäuser. Wenn man auch nicht in Aktion treten musste, so war es am Ende ein guter Test gewesen, wie alles funktioniert.