Kamern l Der neugierig-Verein macht dies mit seiner Freien Schule Kamern jetzt wahr. „Alles muss klein beginnen, lass etwas Zeit verrinnen – es muss nur Kraft gewinnen und endlich ist es groß.“ So lautete ein Liedtext bei der Einschulungsfeier in Kamern. Gesungen wurde er sicher mit Blick auf die neue Bildungseinrichtung im Elbe-Havel-Land, denn auch sie fängt mit 14 Schülern erst einmal klein an. Und möchte dann Schritt für Schritt weiter wachsen.

Von einer kleinen Pflanze, welche reifen und heranwachsen muss, sprach denn auch die stellvertretende Schulleiterin Corrie Tiddens mit Blick auf die Einschüler. Unter den 14 Kindern befanden sich vier Erstklässler, welche besonders große Zuckertüten erhielten. Diejenigen für die anderen Schüler fielen etwas kleiner aus, denn sie sind schon Zweit- beziehungsweise Drittklässler. Allen gemeinsam ist aber, dass sie die ersten Schüler der Freien Schule Elbe-Havel-Land sind. Die Kinder kommen nicht nur aus der Seegemeinde, sondern auch aus Wulkau, Ferchels, Havelberg und Strodehne.

Zuckertüten auch für Pädagogen

Weil auch das Pädagogenkollektiv neu ist, bekamen sie ebenfalls kleine Zuckertüten. Schulleiterin Katharina Bensch ist derzeit im Babyjahr, sie ließ es sich aber nicht nehmen, die Präsente zu verteilen: An ihre Stellvertreterin, welche Fächer wie Deutsch, Mathematik, Sport und Englisch (letzteres auch ab der 1. Klasse) unterrichten wird, an die Sonderpädagogin Birgit Weska – für die Schüler mit Förderbedarf, an den Kunst- und Sachunterricht-Lehrer Rainer Trunk, an Andreas Gierke, der das Fach Religion unterrichten wird, sowie an Stefanie Wischer, welche im Sachunterricht für den naturwissenschaftlichen Teil zuständig ist. Mit zum Team gehört zudem Lara Bierwald als pädagogische Mitarbeiterin.

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Nach der Feierstunde im gut gefüllten Gemeindesaal gingen Schüler und Pädagogen hinüber in die Freie Schule, wo vorerst im Erdgeschoss unterrichtet wird. Im Klassenraum gab es von Corrie Tiddens erste wichtige Hinweise zum heute beginnenden Schulbetrieb. Auch die anderen Räume wurden in Augenschein genommen. Wie der Raum für die Garderobe, der Ruheraum, wo man entspannen, beten oder Yoga machen kann, die Druckwerkstatt, die Schulküche oder der Mehrzweckraum. In letzterem stehen Mikroskope und Spiele bereit, ja sogar eine Nähmaschine. Hier wird zudem das Mittagessen eingenommen, in der Küche nebenan können die Schüler später auch Salate oder ähnliches zubereiten.

Inklusions- und Ganztagsschule

Die Freie Schule ist nicht nur eine Inklusionsschule, sondern auch eine Ganztagsschule. Der Unterricht erfolgt in drei Blöcken, dazwischen gibt es längere Pausen. Ab 7.45 Uhr steht die Einrichtung den Kindern offen, um 8.15 Uhr beginnt der Unterricht. Um 15 Uhr endet der Unterricht, dann können die Kinder abgeholt werden.

Eine Besonderheit der Schule ist das tiergestützte Lernen, was auch für die Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf wichtig ist. Kaninchen, Schweine, Enten und Schafe werden dazu gehalten. Ferner gibt es einen Schulgarten und einen Lehrbauernhof.

Tiere sind eine von fünf Säulen der

Die Tiere sind eine von fünf Säulen der Freien Schule. Eine weitere ist das individuelle Lernen in jahrgangsgemischten Lerngruppen, wobei jedes Kind einem eigenen inneren Plan folgt und sich der Lehrer als Lernbegleiter versteht. Die Inklusion ist eine weitere Säule, ebenso die kosmische Erziehung – fächerübergreifendes Lernen mit ganzheitlichem Anspruch, Erde und Universum werden in ihrer Gesamtheit erforscht.

Zu den Säulen zählen aber auch die Fachwerkstätten, wie die schon erwähnte Druckerei, die Kreativ- und die Umweltwerkstatt. Über den Kontakt zu regionalen Handwerkern werden klassische Gewerke erlernt, in Zusammenarbeit mit den Havelberger Schülerinstitut Siti soll es zudem eine Technik- und Informatikwerkstatt geben.