Schollene l Sie können es kaum abwarten, endlich auf den Spielplatz zu stürmen. „... ist eröffnet“, gibt die Fördervereinsvorsitzende Diana Peuker das Startsignal.

Schon lange hatten sich die Mädchen und Jungen einen Spielplatz gewünscht – der Förderverein "Lebendiges Schollene" und viele Spender machten aus dem Traum Wirklichkeit. Tino Paul vom Vereinsvorstand erinnerte daran, dass vor genau einem Jahr zur Einweihung des neuen Kindergartens der Spendenaufruf gestartet worden war. Viele Schollener gaben gern für die Kinder, auch Firmen spendeten – zusammen 6000 Euro. Und vom Landkreis gab es eine Förderung.

Steffen Menze ist der Baumeister

Geräte „von der Stange“ wollte der Verein nicht. Vielmehr sollte Steffen Menze der „Baumeister“ sein. Geschickt im Umgang mit der Säge, hat er schon so manches hölzerne Kunstwerk entstehen lassen. Warum nicht auch einen ganzen Spielplatz? Schnell hatte er Ideen im Kopf. Eine richtige Zeichnung gab es nicht, nur eine grobe Skizze. Schaukel, Turm für die noch vorhandene Rutsche vom alten Kindergarten-Spielplatz, Sandkasten und Sitzecke waren der Wunsch des Vereins.

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Steffen Menze ordert Robinie, die ist robust und langlebig. Für die Bretter als Verblendungen und Dach wählt er Lärche und Douglasie. Beim Schälen der 150 laufenden Meter Robinienstämme hilft ihm der Jugendliche Marvin Bast. Es war anstrengend, die Rinde bis auf das Kernholz runter zu hobeln.

Geld reicht für mehr Geräte

Erste sichtbare Bauarbeiten auf dem Spielplatz gibt es im Juli. Inzwischen hatte sich der Standort auf dem Festplatz verändert. Das neue Gelände ist nicht nur ein Stück weiter weg von der Straße und der Stromleitung, sondern auch größer. Denn weitere Geräte zum Hangeln und Balancieren kommen dazu, außerdem eine Nestschaukel. Und die Sitzecke wird etwas größer als geplant.

Beim Aufstellen der Geräte helfen Mitglieder des Fördervereins und andere Schollener mit. Und sie streichen das Holz mit einem speziellen Öl. Mehrere Arbeitseinsätze sind nötig. Und Steffen Menze verbringt einen großen Teil seiner Freizeit auf dem Spielplatz, gezählt hat er die Stunden nicht.

Die Firma Oliver Thieke hatte den Erdaushub getätigt und 165 Tonnen Sand angefahren.

Und dann ist alles fertig, der TÜV-Prüfer steht auf dem Platz. Zwei Stunden nimmt er alle Geräte unter die Lupe. Ein paar Kleinigkeiten findet er, die Steffen Menze behebt. Das Urteil des Fachmannes: „Ein toller Spielplatz!“

Bürgermeister sind stolz

Das findet auch Verbandsbürgermeisterin Steffi Friedebold. Sie hatte Fotos vom fertigen Platz auf ihrem Handy und sie Amtskollegen gezeigt, „sie waren ganz neidisch darauf, was hier in Eigeninitiative der Bürger geschaffen worden ist“. Genau wie sie lobt auch Bürgermeister Jörg Wartke das Engagement des Fördervereins und die Kreativität von Steffen Menze: „Einmalig! Der Förderverein ist immer am Ball geblieben, die Behörden haben mitgespielt. Jetzt sind nicht nur die Kinder glücklich, sondern auch die Eltern und Großeltern.“ Das bekräftigt Marcus Wolf, Vater der zehn Monate alten Mara. „Perfekt!“ Ihm gefallen nicht nur die Geräte, sondern auch die Lage des Spielplatzes sei ideal.

Hier werden sich künftig wohl nicht nur die Kinder einfinden, sondern auch Erwachsene, die es sich unter dem Dach der Sitzecke bequem machen. Auch zur Einweihung kamen viele erwachsene Schollener. Sie erfreuten sich am Spiel der Kinder, ließen sich den Kuchen von den Frauen der Kirchgemeinde schmecken und amüsierten sich über Clown Celly. Erzieherinnen aus dem Kindergarten boten Spiele an und bastelten mit den Kinddern. Und auch der Zauberer sorgte immer wieder für Erstaunen. Beim Aufstellen des Programmes hat der Förderverein wieder ein glückliches Händchen bewiesen und die Einweihung zu einem Höhepunkt im Dorfleben gemacht.

Alle sind glücklich: die Kinder, die gar nicht genug bekommen vom rutschen, schaukeln und wippen; die Eltern, die sich über sich über die strahlenden Kinderaugen freuen; der Förderverein, dass die Idee so perfekt in die Tat umgesetzt werden konnte; die Gemeinde, die nach der Übernahme des Geländes vom Verein nun eine weitere Attraktivität im Ort vorzuweisen; und Steffen Menze, dass seine Ideen den Nerv von Klein und Groß getroffen haben.