Ländliche Entwicklung

Elb-Havel-Winkel: Domkurie, Jugendtreff, Mühle erhalten Geld aus Förderprogramm

440.000 Euro stehen im Elb-Havel-Winkel aus dem europäischen Förderprogramm Leader zur ländlichen Entwicklung zur Verfügung. Das Geld reicht allerdings nicht, um alle Wünsche zu erfüllen.

Von Andrea Schröder
Die Kirche in Vehlgast wurde in den vergangenen Jahren auch mit Leader-Geldern umfangreich saniert.
Die Kirche in Vehlgast wurde in den vergangenen Jahren auch mit Leader-Geldern umfangreich saniert. Foto: Andrea Schröder

Elb-Havel-Winkel - Fast 4,5 Millionen Euro sind in den vergangenen Jahren im Elb-Havel-Winkel mit Hilfe europäischer Fördergelder in Höhe von 2,9 Millionen Euro investiert worden. Die Lokale Aktionsgruppe „Elb-Havel-Winkel“ (LAG) hat in der Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt 60 Projekte unterstützt, die zur Entwicklung des ländlichen Raumes beitragen. Jetzt stehen noch einmal 440.000 Euro zur Verfügung.

Die Mitgliederversammlung, die erstmals nach langer Zeit wieder in Präsenzform und nicht digital stattfinden konnte, hat dazu eine Prioritätenliste 2021/2022 mit Vorhaben aufgestellt und beschlossen, informiert Leader-Manager Björn. „Das Budget reicht leider nur für elf Projekte. Der Bedarf an Fördergeldern ist mehr als doppelt so hoch“, macht er deutlich, dass nicht alle Vorhaben unterstützt werden können. Auf die Prioritätenliste geschafft haben es unter anderem das Haus der Begegnung mit dem dritten Bauabschnitt und die Sanierung der Bockwindmühle in Schollene, das Projekt „Open Space“ in der Domkurie D8 in Havelberg, die Rekonstruktion der Wasserbühne und die Ortsgestaltung in Kuhlhausen sowie der Havelberger Outdoortreff für Jugendliche im Bereich des Lindenweges.

Erfolgreichster Zeitraum

„Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Bewilligungsprozess bei den Landesbehörden fällt das Fazit der vergangenen Jahre sehr positiv aus“, sagte der LAG-Vorsitzende Bernd Poloski während der Versammlung, die im Außenbereich des Forsthauses Mühlenholz stattgefunden hat. Weil sich die Leader-Förderung im Land derzeit in einer Übergangsphase befindet, steht dieses zusätzliche Geld zur Verfügung. Die Projekte müssen bis Ende 2022 umgesetzt werden.

Wie Björn Gäde weiter berichtet, haben die LAG-Mitglieder zudem den Bericht über die Abschlussevaluierung der Förderperiode beschlossen. „Mit EU-Geldern haben wir in den vergangenen fünf Jahren flächendeckend sehr breit in die Zivilbevölkerung, in Unternehmen, Kommunen und Vereine wirken können.“ Der abgelaufene Förderzeitraum sei somit der erfolgreichste im Gebiet zwischen Elbe und Havel überhaupt. „In vielen Orten haben Leader-Vorhaben zur nachhaltigen Gestaltung der Region einen Beitrag geleistet“, sagte er und erinnerte an zahlreiche Projekte zur Sicherung der Daseinsvorsorge, zum Erhalt des gesellschaftlichen Lebens und zur Erhöhung der Wirtschaftskraft insbesondere auch in Orten wie Klietz und Schollene. Zu Nutznießern aus dem Förderprogramm gehören zum Beispiel auch die Kirche in Sandau, das Sonnenhaus in Havelberg, die Kirche und das Alte Schöpfwerk in Vehlgast, Reiter- und Ferienhöfe.

Neben diesen investiven Vorhaben begleitete die LAG mehrere innovative Marketingaktionen. „Dazu zählen die Pedalenspione, die auf die knotenpunktbezogene Wegweisung und das Potenzial der nachhaltigen Mobilität auf zwei Rädern aufmerksam gemacht haben“, so Björn Gäde.

Abbau der Bürokratie

Um weiterhin Europapolitik vor Ort sichtbar zu machen, hat die Lokale Aktionsgruppe von der Landesregierung einen stärkeren Bürokratieabbau gefordert.

„Wir möchten auch in Zukunft Prozesse von der Basis heraus initiieren und gestalten können“, sagte Bernd Poloski. Leader funktioniere nach diesem Prinzip, dem sogenannten Bottom-up-Ansatz. „Damit er auch in den nächsten Jahren gut gelingen kann, sollte der Abbau der Bürokratie sehr ernst genommen werden“, appellierte der Vorsitzende.