Abschied

Ententanz mit der Lehrerin in der Havelberger Grundschule

Karin Schönfeld ist fast ihr ganzes Leben lang in Havelberg zum Unterricht gegangen. Nach 44 Dienstjahren als Lehrerin wurde sie nun in den Ruhestand verabschiedet.

Von Dieter Haase
Karin Schönfeld (rechts) bei ihrer Verabschiedung durch die Leiterin der Havelberger Grundschule, Karolin Fuchs.
Karin Schönfeld (rechts) bei ihrer Verabschiedung durch die Leiterin der Havelberger Grundschule, Karolin Fuchs. Foto: Dieter Haase

image_257-10657959_0727171538934.jpgKarin Schönfeld (rechts) bei ihrer Verabschiedung durch die Leiterin der Havelberger Grundschule, Karolin Fuchs.Foto: Dieter HaaseZeiwRf4Dye3be9b1Ra3Pd211kee

„Ich habe in all meinen Lebensjahren bisher nichts anderes gemacht“, sagt Karin Schönfeld. „In die Grundschule zu gehen und Kinder so gut es geht auf weiterführende Schulen vorzubereiten, das war meine Welt. Eine Welt, wie ich sie mir schon in ganz jungen Jahren immer so sehr wünschte.“ Und so ging sie gleich nach dem eigenen Schulabschluss im Alter von 16 Jahren in die Lehrerausbildung (heute heißt das Lehramt). Vier Jahre lang in Staßfurt. „Ich hatte mich gleich für ein Grundschulstudium entschieden, was bedeutete, als angehende Lehrerin sowohl in Deutsch und Mathematik als auch in Heimat- und Sachkunde Unterricht geben zu können.“ Später fand Karin Schönfeld dann auch noch Gefallen am Sportunterricht. „Den habe ich viele Jahre mit übernommen“, erinnert sie sich an ihre Schultätigkeit.

Am 1. August 1977 den Dienst angetreten

Erfinderin des „Mathefuchs“-Wettbewerbes

Die Zimmer der Jungen sahen immer top aus

Auf der Straße spontan umarmt

Ein Frühstückstisch für alle im Klassenraum

Förderunterricht zu geben, ist das nächste Ziel

Die Malerei soll das Privatleben bestimmen

Havelberg - „Ich habe in all meinen Lebensjahren bisher nichts anderes gemacht“, sagt Karin Schönfeld. „In die Grundschule zu gehen und Kinder so gut es geht auf weiterführende Schulen vorzubereiten, das war meine Welt. Eine Welt, wie ich sie mir schon in ganz jungen Jahren immer so sehr wünschte.“ Und so ging sie gleich nach dem eigenen Schulabschluss im Alter von 16 Jahren in die Lehrerausbildung (heute heißt das Lehramt). Vier Jahre lang in Staßfurt. „Ich hatte mich gleich für ein Grundschulstudium entschieden, was bedeutete, als angehende Lehrerin sowohl in Deutsch und Mathematik als auch in Heimat- und Sachkunde Unterricht geben zu können.“ Später fand Karin Schönfeld dann auch noch Gefallen am Sportunterricht. „Den habe ich viele Jahre mit übernommen“, erinnert sie sich an ihre Schultätigkeit.

Am 1. August 1977 den Dienst angetreten

Sie ist übrigens eine gebürtige Havelbergerin, was sie durchaus stolz macht. „In der Fischerstraße 37 habe ich das Licht der Welt erblickt. Und ich bin bis heute meiner Heimatstadt treu geblieben.“ Hauptsächlich vor allem der Schule und all der Kinder dort wegen. „Die Grundschule in Havelberg habe ich immer als meine Lebensaufgabe angesehen“, begründet sie. Genau seit dem 1. August 1977, als sie als blutjunge 20-Jährige ihre Lehrertätigkeit an der damaligen Friedrich-Wolf-Schule auf der Stadtinsel aufnahm. „Als ganz neue und dazu noch so junge Kollegin bin ich von den älteren Lehrerinnen und Lehrern anfangs weniger begeistert aufgenommen worden“, erinnert sie sich. „Aber das legte sich dann mit der Zeit.“ Nach der Auflösung der Stadtschule folgte sie den Kindern von dort an die Grundschule im oberen Stadtbereich - seit mehr als zwei Jahrzehnten ist diese unter dem Namen „Am Eichenwald“ bekannt. Bis zu ihrer Verabschiedung in den Ruhestand in der Vorwoche hat sie in der Domstadt 44 Jahre lang als Lehrerin treu gedient. „Ich kann gar nicht glauben, wie schnell all die Jahre verflogen sind.“ Gerne hätte sie auch noch mindestens zwei Jahre drangehangen, um ihre 2. Klasse, die sie bis zum 21. Juli inne hatte, noch bis zum Ende der 4. Klasse zu führen. Doch gesundheitliche Gründe standen diesem Wunsch entgegen.

Erfinderin des „Mathefuchs“-Wettbewerbes

Was an dieser Stelle aber nicht unerwähnt bleiben sollte, ist die Tatsache, dass Karin Schönfeld die Erfinderin des „Mathefuchs“-Wettbewerbes an der Grundschule „Am Eichenwald“ ist. „Ich würde es begrüßen, wenn dieser Wettbewerb noch viele Jahre beibehalten werden könnte.“ Außerdem leitete sie den Mathe-Fachzirkel im Schulhaus.

Die Zimmer der Jungen sahen immer top aus

Was Karin Schönfeld geschafft hat, kann allerdings nicht jeder Grundschullehrer von sich behaupten. Denn sie hat insgesamt zehnmal 1. Klassen als Klassenlehrerin übernommen und diese bis zum Abschluss der 4. Klasse behalten. Das alleine macht schon 40 Jahre aus. „Und ich bin immer mit Leib und Seele und viel Freude an alle damit verbundenen Aufgaben herangegangen.“ Bis hin zu den Klassenfahrten und Wandertagen. „Das waren immer sehr schöne Erlebnisse, bei denen ich die Kinder erst so richtig kennenlernen konnte. Und bei denen die Kinder so richtig zur Kameradschaft fanden.“ Und sie berichtet, worüber sie stets am meisten gestaunt hat: „Das waren bei Klassenfahrten die Zimmer der Jungen. Denn die sahen immer top aufgeräumt aus. Ganz im Gegensatz zu den Mädchen.“

Auf der Straße spontan umarmt

In ihren 44 Schuljahren als Lehrerin hast Karin Schönfeld ganze Generationen unterrichtet. „Die Kinder und auch bereits die Enkel von den ersten Kindern, die ich hatte“, meint sie mit einem Lächeln. „Und ich freue mich immer sehr darüber, wenn mich einstige Schüler, die heute schon längst erwachsen sind, mich immer noch auf der Straße grüßen oder ansprechen.“ Selbst spontan umarmt sei sie auf der Straße von Ehemaligen schon worden. Was sie unter anderem auf das „immer sehr vertraute Verhältnis“ mit den Kindern in ihrer Klasse zurückführt. „Wir haben zusammen gelacht und geweint, sind durch Dick und Dünn gegangen. Fast so, wie in einer großen Familie. Ich habe meine Schüler immer so behandelt und erzogen, als wären es meine eigenen Kinder.“

Ein Frühstückstisch für alle im Klassenraum

Dazu gehörte zum Beispiel der gemeinsame große Frühstückstisch im Klassenraum. An jedem Unterrichtstag ist an diesem das Frühstück eingenommen worden, was auch den Austausch von Interessantem untereinander zum Zweck hatte. „Und jeder wollte dabei immer neben Frau Schönfeld sitzen.“ Und sie spricht mit Begeisterung weiter: „Es verging wohl keine Stunde, in der wir nicht über irgendetwas gelacht haben. Und in so mancher Pause haben wir uns auch bei einem Ententanz sehr lustig die Zeit vertrieben.“

Förderunterricht zu geben, ist das nächste Ziel

Was für die Lehrerin jetzt nach dem Abschied von der Grundschule kommt? „Ich glaube, dass ich mich so schnell nicht von Kindern trennen kann“, antwortet sie. „Wenn ich die Gelegenheit bekomme, dann möchte ich mich zumindest noch für Förderunterricht zur Verfügung stellen, zum Beispiel für Kinder mit einer Matheschwäche. Denn wenn man sich nicht darum bemüht, dann lernen sie es auch nicht mehr.“ Als Mathelehrerin hat Karin Schönfeld dieses Problem bei Kindern schon allzu oft kennengelernt. „Aber ich komme auch in die Schule, wenn ich gebraucht werde“, macht sie deutlich.

Die Malerei soll das Privatleben bestimmen

Über ihr künftiges Privatleben hat sie noch gar nicht so richtig nachgedacht. Eines allerdings hat sich in ihrem Kopf bereits festgesetzt. „Die Kunst interessiert mich sehr. Speziell die Malerei, mit der ich mich selbst schon eine Zeitlang beschäftige. Weshalb ich mich vielleicht noch mal zu einem Malkurs anmelden werde.“