Schönhausen l Eigentlich hätten die Bauern gern noch ein paar Tage gewartet, bis sie die Häcksler starten. Aber aufgrund des fehlenden Regens ist der Mais trocken und muss ins Silo. Denn mit einem Trockenmasse-Anteil von weit über 30 Prozent lässt sich das Häckselgut im Silo schlechter verdichten und es kann zu Fehlgärungen kommen.

Bernd Bleis aus Schönhausen hat den größten Teil seiner Maisfelder bereits abgeerntet, am Sonntag wurden die letzten Fuhren ins Silo gebracht. Von 40 Hektar sind zehn stehengeblieben: „Der wird im Oktober mit dem Mähdrescher gedroschen und als Körnermais verkauft.“ Abnehmer sind vor allem Schweinemastbetriebe. Weil noch Silage – Futter für die Kühe – von 2015 übrig ist, reichten die Erträge von 30 Hektar als Nachschub.

Ergebnis ist unter dem Durchschnitt

Als unterdurchschnittlich bewertet Bernd Bleis die Maisernte. Aufgrund der fehlenden Niederschläge sind die Körner recht klein geblieben und die Pflanze hat auch nur einen Kolben angesetzt – es gab auch schon Jahre mit zwei und sogar drei Kolben. Rückblickend auf das gesamte Erntejahr ist das Resümee durchwachsen. Raps lag ebenfalls unter dem Durchschnitt der Vorjahre, Gerste und Weizen erreichten die erhoffte Norm und Roggen lag sogar etwas darüber. Grünland konnten lediglich zwei Schnitte gemacht werden, für den erwünschten dritten fehlt jetzt der Regen.

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Die Lage der Milchbauern in der Region ist angespannt. Der Milchpreis verharrt seit längerer Zeit bei Mitte 20 Cent, „erst bei 30 Cent fängt man an, kostendeckend zu wirtschaften“, hofft Bernd Bleis, der zusammen mit seiner Frau Barbara eine GbR betreibt, dass die Preise wieder etwas anziehen.

Hoffen auf Regen für Zuckerrüben

Die Scharlibber Agrargenossenschaft hält anstelle von Milch- nun Mutterkühe. Sie brauchen keine Maissilage, weshalb die komplette Ernte für die Biogasanlage zur Verfügung steht. Auch der Betrieb hat am Wochenende die Ernte abgeschlossen. 185 Hektar Mais waren angebaut, zudem 20 Hektar Hirse. Bei Mais spricht der für die Pflanzenproduktion verantwortliche Arnim Glimm von durchschnittlichen Erträgen, die Hirse auf den sandigen Böden dagegen ist nur einen guten Meter hoch gewachsen. Zwei große Silos sind angelegt, mit der Silage wird die Biogasanlage nach und nach befüllt.

Nun stehen auf den Feldern der Agrargenossenschaft „Elbeland“ noch auf 28 Hektar Zuckerrüben. Damit die noch etwas wachsen, hofft Armin Glimm auf den ab dem Wochenende in Aussicht gestellten Regen. Bis Mitte Oktober können die Rüben noch wachsen, dann werden sie gerodet und von der Fabrik in Wanzleben abgeholt.