Warnau l Bislang fehlt den Warnauer Kameraden eine zusätzliche Abstellmöglichkeit, weshalb die Fahrzeughalle derzeit fast aus den Nähten platzt. Das will die Einheitsgemeinde Havelberg als Träger in 2020 ändern: Am Gebäude sollen zwei Fertigteilgaragen aufgestellt werden, welche sowohl die Wehr als auch die benachbarte Kindertagesstätte als Materiallager nutzen können, informierte Dieter Härtwig vom Ordnungsamt auf der Jahreshauptversammlung am Sonnabend im Gemeinderaum.

In der Ortswehr arbeiten derzeit 22 Mitglieder mit, davon 15 Aktive. Letztere teilen sich in elf Männer und vier Frauen auf, informierte der im Vorjahr neu gewählte Ortswehrleiter Tobias Gratzke in seinem ersten Bericht. Drei sind ausgebildete Atemschutzträger. In der von Rainer Ratzeburg geleiteten Jugendwehr sind sieben Kinder und Jugendliche dabei, darunter zwei Mädchen.

Ein ruhiges Jahr 2019

Einsatzmäßig betrachtet war 2019 – im Gegensatz zu 2018 – ein ruhiges Jahr für die Warnauer gewesen. Denn nur zu zwei Einsätzen wurden sie alarmiert. Der erste war recht ungewöhnlich, denn es wurde eine Person vermisst. Denn deren Elektrorollstuhl wurde am 17. März im Graben liegend am sogenannten Kognacweg gefunden. Sechs Aktive begaben sich auf die Suche, drei davon hatten erst am Vormittag am Funkerlehrgang in der FTZ Arneburg teilgenommen gehabt – und konnten ihre frisch erworbenen Kenntnisse gleich anwenden.

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Der Vermisste wurde 200 Meter entfernt vom Rollstuhl unterkühlt und nass aufgefunden und dem Rettungsdienst übergeben. Auch bargen die Aktiven das Gefährt aus dem Graben.

Ölspur in Garz beseitigt

Die Beseitigung einer Ölspur im Nachbarort Garz war am 18. Juni der zweite Einsatz. Hier waren neun Warnauer zusammen mit den Garzern tätig.

Das Vorjahr begann nach dem Weihnachtsbaumverbrennen mit einer freudigen Überraschung: Michael Kruse spendierte an einem Ausbildungsabend im Februar allen Aktiven Regenjacke, Schal und Fleeceweste im Warnauer Wehrdesign. „Wir haben nun nicht nur ein attraktives Gerätehaus sondern sind dadurch auch perfekt ausgestattet, um geschlossen als Einheit auftreten zu können“, freute sich der Wehrleiter. Was auch der Gewinnung neuer Mitglieder förderlich sei.

Im April und Mai standen das Abpumpen der Brunnen im Ort sowie Osterfeuer und Maifest auf dem Programm. Mit Blick auf das 90-jährige Jubiläum der Wehr, was in diesem Jahr am 23. Mai gefeiert werden soll, wurde erstmals nach längerer Unterbrechung wieder eine Männermannschaft für den Löschangriffausscheid aufgestellt. Dieser fand in Nitzow statt, die Warnauer belegten den vierten Platz. Denn mit ihrer Ausrüstung können sie kaum mit den anderen Startern mithalten. Entscheidend sei aber die Teilnahme, um die alte Tradition auch weiterhin am Leben zu erhalten.

Drei Angebote wahrgenommen

Drei Fortbildungsangebote wurden im Vorjahr genutzt: Technische Hilfeleistung, Sprechfunk und Kettensägeführer. Hierbei bildeten sich insgesamt drei Warnauer weiter: Thomas Rose, Raimund Kleemann und Christopher Sperling. Wünschenswert wäre es wenn auch Atemschutzträger hinzukämen – hierbei sind die jungen Aktiven gefordert.

Im Sommer traf man sich zum Kameradschaftsabend mit Grillfest, wobei man auch den Sponsoren dankte. Im Herbst standen dann wieder die Brunnenpflege sowie die Winterfestmachung auf dem Plan. Für letztere wurde ein Großputz organisiert, so dass bei der Überprüfung die Wehr lobend erwähnt wurde. Es wurden keine Mängel vorgefunden, die Unterlagen waren vorbildlich vorbereitet.

Tradition ist auch das Lampionfest, was gemeinsam mit der Tagesstätte am Gerätehaus organisiert wird. Im Vorjahr wurde erstmals ein „Tag der Feuerwehr“ für die Kindertagesstätte ausgerichtet. Hierbei konnten sich die Kinder noch intensiver mit ihren Nachbarn vertraut machen.

Der Wehrleiter hofft, dass die Zusammenarbeit mit dem neu gegründeten Dorfverein genau so gut klappen wird wie mit dem Sportverein SSV, denn nur wenn alle an einem Strang ziehen, sei ein Ort attraktiv. In diesem Jahr wird das 90-jährige Jubiläum der Höhepunkt. Es soll am 23. Mai mit dem Löschangriffausscheid gefeiert werden.