Klietz l In der vergangenen Zeit ist die aktive Abteilung der Feuerwehr Klietz stark angewachsen – immerhin 34 Freiwillige gehören ihr aktuell an. Drei einstige Jugendwehrmitglieder stärken ab sofort ihre Reihen. Dass die Sitzung nicht wie gewohnt im Gerätehaus sondern im Jugendklub stattfand, ist der soliden Personaldecke geschuldet: 40 Leute hätten in den Versammlungsraum nicht rein gepasst.

Noch etwas ist dabei anzumerken: In Klietz trägt die drei Jahrzehnte währende gute Nachwuchsarbeit durch Jugendwart Uwe Brendel Früchte. Ausdruck dessen dürfte auch der Altersdurchschnitt von 34,6 Jahren sein – von dem andere Wehren in der Region nur träumen können.

Wehr sorgt für Leben im Ort

Das freute auch Verbandsbürgermeisterin Steffi Friedebold, welche dieses Ehrenamt als „sehr anspruchsvoll“ bezeichnete. Die Verbandsgemeinde unternehme viel, um den Aktiven zu helfen. So werde der Erwerb von Lkw-Führerscheinen finanziert, das dafür bereitgestellte Geld wurde sogar erhöht, so dass nunmehr fünf Maschinisten davon profitieren können. Auch der Brandschutzcontainer wird wieder bereitgestellt – trotz des eng gestrickten Etats, wo auch Abstriche bei den Wünschen der Wehren gemacht werden mussten. „Ohne die Feuerwehr würde wesentlich weniger Leben im Dorf herrschen – weiter so!“, dankte Steffi Friedebold auch dem von Jan Seidel geleiteten Förderverein für seine Aktivitäten.

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Im Vorjahr waren die Freiwilligen zu fünf Bränden und 17 Hilfeleistungen ausgerückt, resümierte Ortswehrleiter Frank Ulrich in seinem Rückblick. Im Schnitt saßen dabei 16 Aktive auf den Fahrzeugen, insgesamt 25 Stunden kamen bei den Einsätzen zusammen. Hinzu kamen zwei Übungen – im Schullandheim und im Wald auf dem Bundeswehr-Biwakplatz Großwudicke – mit weiteren 8,5 Stunden. An den 38 Dienstabenden beteiligten sich im Schnitt 14 Kameraden.

Gastgeber für den Kreisfeuerwehrtag

Doch bildeten sich die Klietzer nicht nur während der Dienstabende weiter, sondern auch außerorts: Vier Aktive besuchten im Januar des Vorjahres einen Erste-Hilfe-Lehrgang, im Februar und September wurden drei Gruppenführer ausgebildet, im August folgten vier Drehleiter-Maschinisten, einen Monat danach zwei LF-20-Maschinisten.

Ferner gab es fünf neue Sprechfunker, drei Klietzer besuchten zudem einen Lehrgang in der technischen Hilfe. „Mit Maschinisten sind wir sehr gut ausgerüstet, es gibt bei der Besetzung der Fahrzeuge keine Probleme“, konstatierte Frank Ulrich. In diesem Jahr sollen drei Sägeführer ausgebildet werden, ein Klietzer wurde für den Technische-Hilfe-Lehrgang angemeldet.

Gut ausgerüstet ist die Wehr auch mit Technik, die Ausstattung des neuen Löschfahrzeugs wird nach und nach weiter ergänzt. Der Rüstwagen soll ausgemustert werden.

Die junge Klietzer Mannschaft holte im Mai des Vorjahres beim Ausscheid in Kamern den 1. Platz, beim Kreiswettkampf in Lüderitz erkämpfte sie Rang 9. Dieses Jahr wird der kreisliche Wettbewerb am 23. Juni wieder in Klietz ausgetragen. Die Wehr hatte sich auch um die Ausrichtung des Landesausscheids beworben, doch ist die Aschenbahn dafür 40 Meter zu kurz.

Traditionell berichtet auf der Jahresversammlung auch die Jugendwehr über ihre Arbeit – die zehn Mitglieder waren alle eingeladen. Sarah Borowski berichtete, dass man sich alle zwei Wochen treffe und den Aktiven beim Absichern von Oster-, Mai- und Oktoberfeuer half. Es gab 2017 zwei Neuzugänge, drei scheiden nun aus. Im Sommer beteiligte man sich am Zeltlager in Fischbeck, bei den Kreismeisterschaften in Tangerhütte belegt der Nachwuchs einen sehr guten 3. Platz. Auch bei der Stadtrallye in Werben waren die Klietzer dabei, hier landeten sie im Mittelfeld. In diesem Jahr soll endlich die lange geplante Fahrt in den Heidepark nach Soltau stattfinden – dafür gab es zudem eine 100-Euro-Spende von Bürgermeister Hermann Paschke. Ein großes Dankeschön ging an den Förderverein, welcher den Nachwuchs mit Jacken und Hosen im Wert von 1300 Euro ausstaffierte sowie an den scheidenden Jugendwart Uwe Brendel und seine Helfer Tobias Gäde und Raphael Schade. Ab Ende März wird Enrico Dörfer die Klietzer Nachwuchsgruppe leiten.

Im Zuge der Versammlung wählten die 26 anwesenden Aktiven auch einen neuen stellvertretenden Ortswehrleiter. Zugführer Thomas Vietzke erhielt bei der geheimen Wahl das volle Vertrauen seiner Kameraden, er löst damit Peter Jugler ab.