Sandau l An der neu entstandenen Deichscharte ist rechts und links der Wall bereits angetragen. Diese im Schnitt 70 Zentimeter hohe Kappe wurde wasserseitig neben dem Deichkronenweg aufgetragen, denn das Baufeld ist hier wegen der Häuser auf der Landseite begrenzt.

Dieser Tage wird an der Entwässerung gebaut, an der Fährüberfahrt entsteht dazu eine Rinne. In dieser Rinne läuft das Regenwasser von der Deichkrone in einen Schacht, der zum Kanal auf der landseitigen Deichzufahrt führt. Die Rinne kann später auch überfahren werden.

Schienen als Widerlager

Noch ist die Scharte nicht komplett, es fehlen an den Wänden noch die Schienen als Widerlager für die doppelt einzusetzenden Dammbalken. Im Zuge der Übergabe soll auch der Aufbau dieser Barriere getestet werden, informierte Flussbereichsleiter Marco Schirmer aus Genthin vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz LHW. Zwischen die Balken kommen dann im Ernstfall Sandsäcke.

Bilder

Der Asphalt wird im September aufgetragen, und zwar auf der Baustelle im Stadtgebiet und auch auf der Deichkrone der Rückverlegung im Südbereich. Denn für beide Baustellen hatte die Firma Eggers aus Wittenberge den Zuschlag vom LHW erhalten. Sie ist zudem in Schönfeld tätig und hatte vor einiger Zeit auch den Deich im Nordbereich der Elbestadt zurückverlegt.

Die Kappe besteht aus Ton, den am Ende eine 30 Zentimeter hohe Schicht Muttererde bedeckt. Diese wird begrünt. Zwischen Kappe und Kronenweg verläuft die Drainage. Ähnlich verfuhr der LHW beim Bau in der Kolonie Neuerwerben.

Am Pflegeheim, wo der Deich eine leichte Kurve schlägt und schar liegt, wird wasserseitig Deckwerk aufgetragen. Die Massentransporte sind alle abgeschlossen, ist Marco Schirmer angesichts des Straßenbaus in Sandau froh. Ansonsten hätte es damit sicher Probleme gegeben. Auch die Kubatur des Deiches ist fertig, im Oktober wird dann hier noch an den Nebenanlagen gebaut.

Erster Abschnitt ist fertig

Der erste Bauabschnitt in der Ortslage – also nördlich der Fährüberfahrt bis zum rückverlegten Deich – ist bereits abgeschlossen. Allerdings muss die Grasnarbe noch überall richtig anwachsen. An der schon sanierten Wasserseite wurde nicht gearbeitet, wegen der aufgesetzten Kappe musste die Böschung landseitig verbreitert werden.

Im Zeitplan liegt auch die Rückverlegung im Südbereich. Die Berme ist gepflastert, der Deich begrünt, die Krone geschottert – der Asphalt folgt noch. Dieses Jahr will man hier fertig werden, so dass der Altdeich im kommenden Jahr geschlitzt werden kann. Das kann erfolgen, wenn der neue Wall zwei Jahre gestanden und sich gesetzt hat. Mit dem abgetragenen Material werden ein Deichstück zwischen der Nordverlegung und Havelberg ab kommendem Jahr saniert sowie der Deichlückenschluss bei Damerow komplettiert. Die Ausschreibung wird vorbereitet, dann ist das in einem Polder liegende Damerow komplett geschützt. Ein letztes Teil bei Schönhausen folgt noch – dann ist der Elbdeich im Altkreis komplett durchsaniert.