In fast 30 Jahren sind 35 Millionen Euro investiert worden

Insgesamt 35 Millionen Euro sind seit 1991 in die Städtebauförderung Havelberg geflossen. Davon wurden knapp 25,5 Millionen Euro von Bund und Land als Fördergelder zur Verfügung gestellt. Die Eigenmittel der Stadt belaufen sich auf 7,08 Millionen Euro und sonstige Einzahlungen auf fast 2,5 Millionen Euro.

Als erstes und vom Umgang her auch größtes Förderprogramm stand in den Jahren 1991 bis 2014 der Städtebauliche Denkmalschutz zur Verfügung. In dieser Zeit wurden 28,85 Millionen Euro investiert. Davon waren 22,6 Millionen Euro Fördergelder von Bund und Land, 5,66 Millionen Euro Eigenmittel und 555 581 Euro sonstige Einzahlungen.

Das Programm Städtebauliche Sanierung und Entwicklung lief von 1997 bis 2010. Es umfasste ein Finanzvolumen von 1,9 Millionen Euro. 845780 Euro waren Fördergelder, 422 890 Euro Eigenmittel und 634640 Euro sonstige Einzahlungen.

Aus dem Programm Stadtumbau Ost – Aufwertung erhielt die Stadt 2002 bis 2019 knapp 4,3 Millionen Euro. Die Fördermittelhöhe beträgt 1,99 Millionen Euro. Hinzu kommen 998 700 Euro Eigenmittel und 1,3 Millionen Euro sonstige Einzahlungen.

Havelberg l Bund und Länder haben eine Neuausrichtung der Städtebauförderung beschlossen. Demnach soll es künftig drei Säulen geben, die in Lebendige Zentren, Sozialer Zusammenhalt sowie Wachstum und nachhaltige Erneuerung unterteilt sind. Havelberg wird voraussichtlich in die Säule I, Lebendige Zentren, eingestuft. Die Vorbereitungen dafür laufen schon eine Weile. Eine Voraussetzung ist, dass die Städte die bisherigen Programme zur Städtebauförderung abrechnen.

Im Bau- und im Hauptausschuss berichtete Kämmerin und Bauamtsleiterin Petra Jonschkowski über den Stand der Abrechnung und fasste zusammen, wie viel Geld die Hansestadt in den zurückliegenden fast 30 Jahren für die Städtebauförderung erhalten hat. Das sind 35 Millionen Euro. Aktuell laufen noch Maßnahmen aus dem Stadtumbau Ost – Aufwertung. Dieses Programm startete im Jahr 2002 und umfasst ein Gesamtvolumen von fast 4,3 Millionen Euro.

Gelder stehen in Havelberg aber auch noch aus dem Denkmalschutz-Programm bereit. Denn die von Eigentümern zu zahlenden Ausgleichsbeträge kann die Stadt noch verwenden. Bislang wurden gut 483.000 Euro auf Basis freiwilliger Vereinbarungen von Eigentümern eingezahlt, von denen die Stadt 480.000 Euro wieder für Förderungen eingesetzt hat.

Im Stadtumbau Ost stehen aktuell rund 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Geförderte Bauvorhaben aus dem Programmjahr 2017, die teilweise schon abgearbeitet sind, sind die Steinstraße 15/16, Lange Straße 33, Fischerstraße 7, Krugtortraße 8, Schulstraße 5/6, Schul­straße 3, Fischerstraße 12, Gehweg Franz-Mehring-Viertel, Stadtkirche und Havelvorland. Als allerletzte Maßnahme soll mit Ausgleichszahlungen das Haus in der Langen Straße 10 gefördert werden. Dort befindet sich die Buchstation. Das Gebäude gehört der Stadt. Aus dem Programmjahr 2019 stehen 90.000 Euro für die Sanierung des Hauses Markt 18 bereit – dort befand sich einst der „Landbäcker“.

Konzept zur Entwicklung der Stadt bis 2035

Gelder aus dem Stadtumbau Ost sind auch für die Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes bis 2035 vorgesehen. Die Planungsleistungen sind vergeben. Ein Arbeitskreis wird gebildet, dem Vertreter verschiedener Bereiche des städtischen Lebens angehören. Zur Neuausrichtung der Städtebauförderung will der Stadtrat auf seiner für 26. November geplanten Sitzung einen Beschluss fassen. Beide Ausschüsse votierten einstimmig dafür. Die Förderkulisse soll um den Bereich des Schulgebietes inklusive der Cothenius- und Pestalozzistraße und des Eichenwaldes erweitert werden. Ratsmitglied Sven Hetke regte an, die Erweiterung der Förderkulisse um den Bereich der Pestalozzistraße, in dem sich hinter der Grundschule Eigenheime befinden, zu ergänzen. Unabhängig davon, ob ein Straßenbau von den Anwohnern dort gewünscht ist und ob dieser förderfähig wäre, sollte die Stadt zumindest die Voraussetzung dafür schaffen. Das fand in beiden Ausschüssen Zustimmung.

Vorrangiges Ziel der Stadt mit dem neuen Förderprogramm ist der Umbau der alten Sekundarschule zur Grundschule. Für „Erhalt und Entwicklung des Schulstandortes“ sind insgesamt 4,5 Millionen Euro an Fördergeldern erforderlich, die für die Jahre 2022 bis 2025 beantragt werden.