Havelberg l Frische Brötchen, Wurst, selbstgemachte Marmelade, frisch geernteter Winterportulak, Äpfel, Kaffee und Tee stehen auf dem Tisch im Musikraum am Dom. Es ist der zweite Dienstag im Monat. Die Gartenrunde der Evangelischen Kirchengemeinde Havelberg trifft sich zum Gartenfrühstück. Jeder trägt was dazu bei. Kathrin Städler, die im Rahmen der spirituellen Erwachsenenbildung verschiedene Veranstaltungen anbietet, begrüßt die dieses Mal recht kleine Runde, einige Teilnehmer hatten absagen müssen. Nach dem Frühstück geht‘s an die Arbeit. So werden zum Beispiel Kräuter- und Tomatensamen verteilt, die die Teilnehmer zu Hause keimen lassen, um daraus kleine Pflänzchen zu ziehen.

Bei Karin Zombronner zum Beispiel stehen zu Hause schon Dutzende zarte Tomatenpflänzchen, die sie im Februar nach dem ersten Gartenfrühstück dieses Jahres ausgesät hatte. Auch Kathrin Städler hat schon die ersten Pflänzchen im Pfarrhaus zu stehen. Vorbereitungen für die erste Pflanzentauschbörse, die im Mai im Dekaneigarten stattfinden soll.

Schaugarten

Das Areal an der früheren Klosteranlage des Domes war zur Bundesgartenschau 2015 neu gestaltet worden und lud die Besucher zum Verweilen ein. Dass dies so bleibt, ist Anliegen der Kirchengemeinde, die die Pflege übernommen hat. Die Gartenrunde hat bereits im vorigen Jahr erfolgreich gearbeitet und zu Tauschbörsen und zum Domfest zum Kräuterstand eingeladen. Die Vielfalt der Heil- und Duftpflanzen im Dekaneigarten soll in diesem Jahr noch zunehmen. Dabei hat Kathrin Städler aufgrund der Lage am Weinberg Pflanzen im Blick, die Sonneneinstrahlung und Trockenheit vertragen. Da gibt es zum Beispiel die Zistrose, die, als Tee zubereitet, als Wunderheilmittel bei verschiedenen Beschwerden gilt. Marien- und Eisenkraut sowie nordamerikanische Arnika wären auch gut geeignet.

Bilder

Diverse Samentüten liegen beim Gartenfrühstück parat, aus denen sich die Teilnehmer, die außer aus Havelberg auch aus Breddin und Glöwen kommen, zur Aussaat und zum Vorziehen der Pflanzen welche mit nach Hause nehmen. Auch diverse Tomaten-Raritäten stehen zur Auswahl, ebenso Chilli-Pflanzen. Auf der Wunschliste steht zudem die Weiße Melisse, ein Teekraut, das seinen Duft nicht verliert, und der goldene Bergtee.

Birkenwanderung

Im Dekaneigarten sollen verschiedene Beispielpflanzen wachsen, um Besuchern einen Schaugarten bieten zu können. Ansonsten wachsen die Pflanzen auch in den heimischen Gärten. Die Ernte wird dann zu verschiedenen Produkten verarbeitet. Eine Kostprobe wird es auch wieder zum Domfest geben.

Um sich von der Vielfalt an Kräutern ein gutes Bild machen zu können, ist für Mai ein Ausflug zu Rühlemanns Kräuter- und Duftpflanzen, zwischen Bremen und Hamburg gelegen, geplant. Nicht ganz so weit entfernt liegt der Biohof Rohrlack nahe Neuruppin, dem die Gartenrunde ebenfalls einen Besuch abstatten möchte. Gepflanzt wird im Dekaneigarten in diesem Jahr auch eine Wildrosenhecke mit weißen und rosa Blüten. In zwei Beete werden Duftrosen gepflanzt, auch an Apothekerrosen ist gedacht. Die Rosenblüten sollen etwa für Badepralinen, Rosenkonfitüre und Rosenwasser verwendet werden.

Ein erstes Naturerlebnis, zu dem gern auch Besucher willkommen sind, ist für Sonnabend, 25. März, geplant. Da startet bei passendem Wetter um 10 Uhr am Pfarrhaus eine rund acht Kilometer lange Birkenwanderung zum Wasserfall in Kümmernitz. Von den Bäumen wird der Birkensaft gezapft, der als Frühjahrskur getrunken werden kann. Knospen sollen für Massageöle gesammelt werden. Wer mitmachen möchte, kann sich bei Kathrin Städler unter der Telefonnummer 039387/18 88 00 anmelden.

Interessierte willkommen

Im Mai soll es an einem Sonnabend eine Pflanzentauschbörse geben, bei der auch Kaffee und Kuchen gereicht werden. Hinzu kommen verschiedene Angebote etwa zu Teekräutern, Rosen und Klosterheilkunde. Zum Domfest im Juni wird es Blütensirupvarianten und Holundersekt geben.

Für die Pflege des Dekaneigartens bekommt die Kirchengemeinde auch wieder Unterstützung durch Ein-Euro-Jobber. Am Mittwoch begann eine geförderte Maßnahme durch das Jobcenter für Dom, Stadtkirche und Dekaneigarten, für die drei Stellen vorgesehen sind.

Die Gartenrunde ist offen für Jedermann. Man muss nicht Mitglied der Kirchengemeinde sein und auch keinen eigenen Garten besitzen. Wichtige Voraussetzung ist das Interesse am Garten. Treff zum Gartenfrühstück ist an jedem zweiten Dienstag des Monats um 9 Uhr im Pfarrhaus am Propsteiplatz.