Havelberg l Schon lange haben die Mitglieder des Vereins „Pro Krankenhaus Havelberg“ auf Möglichkeiten gewartet, sich in einem kreislichen Gremium einzubringen, um eine vernünftige Grund- und Notfallversorgung für die Region zu etablieren, nachdem das Krankenhaus geschlossen ist. Ein Runder Tisch war im Gespräch. Nun gibt es in den nächsten Tagen gleich zwei Treffen. Das erste findet am Donnerstag dieser Woche im Rathaus statt auf Initiative von Pro Altmark. Die Wählergemeinschaft hatte sich in der jüngsten Kreistagssitzung dafür stark gemacht. Wie berichtet, wurde das mehrheitlich abgelehnt. Stattdessen soll sich der Fachausschuss mit dem Thema befassen. Das macht er am 3. März in einer Sondersitzung.

Bei der Demo am Donnerstag auf dem Domplatz berichtete Betriebsratsvorsitzende Sandra Braun von der Einladung von Pro Altmark. Mit dabei seien neben Nico Schulz und Hennig von Katte von Lucke von der Wählergemeinschaft Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski (parteilos) und der Geschäftsführer des Johanniter-Krankenhauses Stendal Dr. Thomas Krössin. Vom Verein werden der Vorsitzende Holger Schulz und die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Anke Görtz teilnehmen, informierte Sandra Braun. Sie wird gemeinsam mit Holger Schulz als Gast mit Rederecht an der Sondersitzung des Gesundheitsausschusses teilnehmen. Diese ist öffentlich und Bürger sind willkommen. „Wir könnten schon ganz woanders stehen, erst auf unseren Druck wird nun die Sondersitzung angeboten“, brachte sie ihr Bedauern zum Ausdruck, dass die Arbeit im Kreis hinsichtlich der Gesundheitsversorgung in und um Havelberg noch nicht weiter fortgeschritten ist. Erfahren haben die Teilnehmer der Demo außerdem, dass das Krankenhaus Havelberg inzwischen aus dem Krankenhausplan Sachsen-Anhalt herausgenommen worden ist.

Mit Blick auf weitere Aktivitäten berichtete Sandra Braun vom Weltgesundheitstag am 7. April, an dem sich die Havelberger an gemeinsamen Aktionen von Bündnissen, unter anderem „Gesundheit statt Profite“ aus Halle, beteiligen will. Das soll dann wieder eine größere Demo werden, zu der Politiker eingeladen werden und auch die schon für Januar vorbereitete Ausstellung über ein Jahr Kampf ums Krankenhaus präsentiert wird. Am 10. April soll zum derzeitigen Stand der Planung die Jerusalema-Challenge als Tanz-Demo starten.

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Zur Frage Gesundheitsversorgung ohne Krankenhaus berichtete die Seniorin Ingrid Steinert am Donnerstag „vom moralischen Druck auf ältere Menschen. Ich höre in Gesprächen, dass sie Angst haben, krank zu werden, weil sie dann in ein Krankenhaus weit weg müssten, wo es auch mit Besuchen von Angehörigen schwierig ist“.

Die Donnerstags-Demos finden nun um 17 Uhr statt, die nächste am 25. Februar, wie immer auf dem Domplatz in Havelberg.