Havelberg l Gute Tradition ist es im Kultur- und Sozialausschuss des Havelberger Stadtrates, dass die Mitglieder ihre Sitzungen in Einrichtungen der Stadt verlegen, um sich ein Bild davon machen zu können und vor Ort zu erfahren, wie die Arbeit läuft und wo möglicherweise der Schuh drückt. Aufgrund der Corona-Pandemie ist dies momentan nicht möglich. Deshalb lud die Vorsitzende Doreen Müller die Leiterin der Grundschule sowie die Hortleitung zur Sitzung ins Rathaus ein, denn sie sind noch relativ neu in diesen Ämtern.

Den Anfang machte Karolin Fuchs, die nach den Winterferien 2020 die Leitung der Grundschule „Am Eichenwald“ übernommen hatte. Sie kam von der Grundschule in Nebra, die sie seit 1991 geleitet hatte, nach Havelberg und damit näher an ihren neuen Wohnort Malchow heran. „Die erste Zeit war sehr aufregend. Viele Gewohnheiten und Rituale waren anders, aber nach einer Woche habe ich mich schon wohlgefühlt.“ Auch wenn sie sich vorgenommen hatte, nicht als sprichwörtlicher neuer Besen alles umkrempeln zu wollen, habe sie gemerkt, dass ein bisschen Kehren sogar gewünscht war von den Kollegen. Deshalb wurden viele Dinge schon geändert. Zum Beispiel der Tagesbeginn nun ohne laute Schulklingel. Überhaupt sei alles sehr laut gewesen in der Schule.

Spielgeräte müssten erneuert werden

In vielen Mitarbeitergesprächen habe sie von Wünschen und Ideen gehört. „Wir ziehen alle an einem Strang, alleine ist man nichts. Ohne Team geht die Arbeit nicht. Ich habe sehr engagierte Kollegen. Wichtig ist, die Leute zu motivieren“, nannte sie eine ihrer Prämissen. Eine andere ist, dass sich die Kinder wohlfühlen und gern in die Schule gehen. „Gerade hat mir ein Drittklässler gesagt, dass ich eine Einladung bekomme, wenn er heiratet“, nimmt sie das als gutes Zeichen, als Neue in der Schule, in der 180 Mädchen und Jungen lernen, angekommen zu sein.

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Karolin Fuchs lobt die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und den Elternvertretern. Und mit dem Hort. Probleme bereiten ihr momentan Ausfälle von Lehrern, für die sie keine Vertretung bekommt. „Ich telefoniere fast täglich mit dem Schulamt.“

Auf die personelle Ausstattung der Grundschule hat die Stadt keinen Einfluss. Auf das Drumherum aber schon. Die Schulleiterin hob die gute Zusammenarbeit mit dem Bauamt, den Baufirmen und der Reinigungsfirma während der Sanierungsarbeiten in den Sommerferien hervor, wo unter anderem der Sanitärbereich für die Jungen, Räume und das Sekretariat erneuert wurden. „Das hätte nicht besser sein können, es hat alles wunderbar geklappt.“

Ein Wunsch an die Stadt betrifft den Spielplatz, wie auch Hortleiterin Constanze Streblow und Stellvertreterin Elisa Blumberg den Ausschussmitgliedern berichteten. Sie hatten eine Präsentation vorbereitet, mit der sie sich und die Kindertagesstätte vorstellten. „Wir haben ein wunderbares Außengelände, doch sind die Spielgeräte in Mitleidenschaft gezogen. Ein Spielgerät wurde bereits stillgelegt. Mit dem Träger haben wir schon gesprochen, damit Geld im Haushalt für den Ersatz eingeplant werden kann“, berichtete Constanze Streblow. Sie ist seit Februar Leiterin des Hortes, Elisa Blumberg seit Dezember Stellvertreterin.

Vollkornbrot statt Toast am Nachmittag

Knapp 150 Kinder werden betreut. Froh sind die Erzieherinnen, dass die Kapazität nun dauerhaft auf 180 angehoben wurde. Zuvor musste die Stadt stets Ausnahmen beantragen. Der Hort arbeitet nach einem teiloffenen Konzept. Es gibt vier Gruppen. Für die Hausaufgabenzeit können die Klassenräume der Grundschule mit genutzt werden. Zu den pädagogischen Angeboten im täglichen Wechsel gehören Entspannungs- und Gesellschaftsspiele am Montag, Sport am Dienstag, Märchenstunde am Mittwoch, Experimentieren und Natur sowie Tanzen am Donnerstag und Malen, Zeichnen, Basteln am Freitag. Neben den Gruppenräumen steht den Kindern auch der Flurbereich zur Verfügung. Ritterburg, Puppentheater und Verkleidungsecke kommen sehr gut an.

Gefreut haben sich die Horterzieher nicht nur über neue Fußböden in zwei Räumen, sondern auch darüber, dass der Speiseraum eine Akustikdecke erhalten hat. Gemeinsam mit dem Essenabieter wird an gesunder Ernährung gearbeitet. So gibt es nun zur Vesper Vollkornbrot statt Toast. Angemeldet hat der Hort eine Teamweiterbildung. Auch Constanze Streblow und Elisa Blumberg sprachen von einer sehr guten Zusammenarbeit von Hort und Schule.

Das hören vor allem die Ausschussmitglieder sehr gern, die dieses Thema seit Jahren begleiten. Dass die gemeinsame Nutzung der Räumlichkeiten funktionieren kann, freue ihn sehr, sagte Tino Rosenburg. Wegen der Platzkapazität in dem Gebäude hatte es öfter Debatten darüber gegeben. Mit dem Wunsch auf eine weitere konstruktive Zusammenarbeit überreichte Doreen Müller den drei Frauen Blumen.